Social Media

Social Collaboration im Mittelstand

Die digitale Transformation ist in aller Munde und macht auch nicht bei dem Mittelstand halt. Immer wieder aber zeigen Studien, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen noch zurückhaltend sind, wenn es um die Digitalisierung geht, gerade beim Thema Social Collaboration. Hier schlummern große Potenziale.

11.03.2015
Social

Auf gutem Wege scheinen die Unternehmen im Bereich der industriellen Digitalisierung zu sein, wo das Thema vernetzte Produktion bereits mehr als ein Schlagwort ist. Für die Administration und Zusammenarbeitsstrukturen ist man hier aber noch sehr zurückhaltend, was auch jüngste Studien wie etwa der "Digital Transformation Readiness" Report vom IT-Beratungshaus Crisp Research zeigen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum Einen sieht man den unmittelbar wertschöpfenden Effekt der mit sozialen Technologien veränderten Zusammenarbeit nicht. Zum anderen wird das Thema oftmals aber auch noch nicht ganzheitlich gesehen und angegangen, so dass gar nicht die Effekte erzielt werden können. Altes loslassen und Neues anzunehmen, ist natürlich eine große Herausforderung - insbesondere wenn kein konkreter Handlungsbedarf besteht, weil die gegenwärtige Zusammenarbeit immer noch sehr gut funktioniert.

Dennoch die Zukunft liegt auch hier im Digitalen und bietet konkrete Potentiale, die identifiziert und angegangen werden müssen.

Das Potential richtig erkennen!

Das Thema "Social" wird in vielen Gesprächen schnell auf eine "Art Facebook im Unternehmen" reduziert. Dies ist dann auch zumeist schon, dass falsche Signal zu den Potentialen der sozialen Technologien im Unternehmenseinsatz. Während bei Facebook der zwanglose, private Austausch mit Freunden im Vordergrund steht, sollte der Einsatz von sozialen Netzwerken im Unternehmen immer nur einem "dienen": der Förderung des Informationsaustausches und der Zusammenarbeit zur Lösung von Geschäftsproblemen.

Wenn diese Philosophie klar definiert und gelebt wird, dann bietet der Einsatz auch schnell konkrete Erfolgsgeschichten, die die Potentiale der sozialen Technologien verdeutlichen.

Einmal in Gang gesetzt, ermöglicht der bessere und transparentere Informationsfluss sowie die offenere und effektivere Zusammenarbeit auch die Erschließung von weiterreichenden Potentialen wie etwa:

  • Bessere Marktchancen durch verbesserte Kundenorientierung: Wenn zwischen Kundenservice, Vertrieb und Produktmanagement die Informationen über die Wünsche der Kunden besser fließen, hat das Unternehmen die Chance, den Kunden besser zufrieden zu stellen und damit langfristig zu binden oder weiteres Geschäft abzuschließen.
  • Höhere Attraktivität im Kampf um Ressourcen: Der "War of Talent" - sprich der Kampf um die besten Mitarbeiter - ist aufgrund der Gesellschaftsentwicklung stärker denn je - wer hier unattraktiv im Sinne der Arbeitsstrukturen und Arbeitsformen daher kommt, hat einfach weniger Chancen, die wirklich guten Mitarbeiter zu finden.
  • Erschließung neuer, innovativer Geschäftspotentiale: Jenseits der Lösung bestehender Geschäftsprobleme bietet die offene Erfassung und Transparentmachung der Geschäftsvorgänge auch einen Raum zum Finden und Erschließen neuer Ideen und Innovationen.
  • Neue Potentiale bei digitalen Geschäftsprozessen und -modellen: Hat das Unternehmen den Sprung zu mehr Agilität in der Zusammenarbeit und den Abstimmungsprozessen geschafft, fällt es auch leichter, neue digitale Möglichkeiten zu ergreifen, die definitiv ein Umdenken in den Prozessen erfordern.

Das Potential richtig nutzen!

Für den Erfolg bei der Einführung und Etablierung neuer Formen der Zusammenarbeit und des Informationsflusses gibt es viele gut gemeinte Ratschläge. Allen gemein ist das Fazit, dass die Technologie allein noch lange nicht die Lösung ist, sondern dass Veränderungen auf individueller, Team- und Organisations-Ebene nur durch entsprechende Veränderungen in der Kultur, der Arbeitsphilosophie und der Organisation erfolgen kann und immer erst langfristig Ergebnisse zeigen.

Um es aber konkret zu machen, haben wir nachfolgend ein paar zentrale Merksätze zusammengestellt:

Keine Blaupause - daher individuelle und ganzheitliche Strategie notwendig!

Es gibt nicht die Erfolgsstrategie, da das Thema immer abhängig von den bestehenden Strukturen und Geschäftsmodellen ist. Bezüglich der Ansatzpunkte und Quick-Wins braucht es eine Auseinandersetzung, wo die größten Probleme mit ineffizienter Zusammenarbeit liegen und dann braucht es einen ganzheitlichen Ansatz.

Kein Wasserfall-Erfolg - daher gezielte und aktiv unterstützte Pilot-Einführung und iterative Umsetzung!

Eine Veränderung in Verhalten und den Organisationsstrukturen kann nicht über Nacht umgesetzt werden - daher braucht es ein zielorientiertes und aktiv gefördertes Vorgehen bei der Einführung und dem Veränderungsmanagement im Kleinen. In der Folge braucht es ein iteratives Vorgehen in der unternehmensweiten Verbreitung der neuen Arbeitsweisen.

Kein IT-Tool-Thema - daher interdisziplinäre Anstrengung von IT, Kommunikation, Organisationsentwicklung wichtig!

Wie schon mehrfach angeführt - ist nicht die Technologie die große Herausforderung bei dem Thema, sondern die Technologieakzeptanz und die Veränderung der Arbeitsweisen. Dennoch braucht es auch die Technologie, um die neuen Arbeitsweisen im großen Stil bereitzustellen. Ferner muss für das Veränderungsmanagement auch eine Veränderungskommunikation geben. Daher bestehen erfolgreiche Teams zumeist aus interdisziplinären Gruppen mit IT, Kommunikation und HR/Organisationsentwicklung an Bord.

Kein Selbstläufer - daher nachhaltigen Erfolg durch Social Skill Management absichern!

Zwar versprechen die meisten Technologieansätze niedrige Eintrittsbarrieren für die Nutzung, aber auf der individuellen Ebene der Verhaltensänderungen braucht es ein ständiges Nachjustieren der Verhaltensweisen und dem Verknüpfen von Gelegenheiten. Was im klassischen Prozessmanagement das Controlling ist, ist im Management der Social Collaboration das “Adoption Management” und die “Arbeits- und Team-Community-Kultivierung”.

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