ERP & HR Solutions

SOA and more – was ERP können muss

Ein zukunftsfähiges ERP-System braucht eine serviceorientierte Architektur (SOA). Und es soll flexibel, mobil erreichbar und intuitiv zu bedienen sein, sagen Experten.

23.02.2016
Greif Velox SOA

"Die Anforderungen, die ein Unternehmen bei der Auswahl seines ERP-Systems hat, sind verständlicherweise hoch. Die Investition muss sich schließlich auszahlen", sagt Frank Termer, Software-Experte beim Digitalverband Bitkom. Zum einen sollte das System auf die spezifischen Geschäftsprozesse zugeschnitten sein, zum anderen sollte es flexibel und prozessorientiert arbeiten und auch auf mögliche zukünftige Veränderungen im Unternehmen reagieren können.

Wird ein ERP-System auf Basis einer serviceorientierten Architektur (SOA) aufgebaut, kann es genau auf diese Ansprüche und Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten werden. Wesentlicher Vorteil dabei ist der modulare Aufbau. Die einzelnen Services bilden unabhängige Teilsysteme und jeder Service erfüllt einen spezifischen Zweck. Das ermöglicht, zur SOA jederzeit beliebig viele Services hinzuzufügen oder zu entfernen. Dabei kann grundsätzlich jeder Service Teil der SOA werden. Das hat den Vorteil, dass einzelne Services bei Bedarf wiederverwendet werden können und überflüssige Angebote vermieden werden.

SOA gibt den Herstellern von ERP-Systemen ein Instrument an die Hand, das die Systeme flexibel anpassbar, skalierbar und beliebig erweiterbar macht – für jedes Unternehmen jeder Region und Branche. Frank Termer: "Wenn der Kunde in ein ERP-System mit SOA investiert, zahlt er für Software, die maximal auf seine konkreten individuellen Bedürfnisse angepasst ist." Wachsen Unternehmen und Strukturen, wächst das System mit. "Das führt zu erheblichen Einsparungen, so dass sich die Anschaffung aus Kundensicht eigentlich immer auszahlt", so der Bitkom-Experte.

Ein zweites Stichwort der aktuellen ERP-Szene ist Mobilität. "Es gibt Mitarbeiter, die Mobilgeräte bei der Arbeit nur als gelegentliche Ergänzung nutzen – etwa um unterwegs Wartezeiten zu überbrücken und einfache Aufgaben zu erledigen", erklärt Annett Obermeyer, Marketing Manager beim Erlanger Business-Software-Spezialisten IFS. "Daneben gibt es Anwender, die von Berufs wegen mobil sein müssen, beispielsweise Servicetechniker oder das Lagerpersonal. Eine dritte Gruppe sind die Power-User, die wie selbstverständlich situationsabhängig jederzeit zwischen allen erdenklichen Devices hin- und herwechseln möchten", so Obermeyer.

Deshalb sind laut IFS unterschiedliche mobile Anwendungen erforderlich – von einfachen Business-Apps über spezielle Lösungen für Service- und Lagermitarbeiter bis hin zu Applikationen, die uneingeschränkt über alle Endgeräte hinweg verfügbar sind. Um dabei möglichst alle Mobilgeräte – gegebenenfalls inklusive der privaten Devices der Mitarbeiter – abzudecken, sollten diese mobilen Anwendungen über alle gängigen mobilen Plattformen wie Android, iOS und Windows hinweg lauffähig sein.

"User Experience" ist ein zentrales Thema der ERP-Entwickler. Ihr Ziel: Die Steuerung der Prozesse muss so einfach und intuitiv erfolgen können, wie die Anwender es von den Apps im privaten Umgang gewohnt sind. "In puncto Mobilität und Anwenderfreundlichkeit verfolgen wir einen praktischen und ganzheitlichen Ansatz", erklärt Annett Obermeyer. Die aktuelle Business-Software IFS Applications 9 sei von Grund auf für mobile Anwendungen ausgerichtet, lege Wert auf einfache Bedienbarkeit und unterstütze mit nativen Smartphone-Apps alle wichtigen mobilen Betriebssysteme.

Auf der CeBIT 2016 ist IFS mit der neuen Version IFS Applications 9 zu sehen. Am Stand in Halle 5 sollen sich Besucher davon überzeugen, wie sich die Software durch ihre individuellen Konfigurationsmöglichkeiten optimal an die Bedürfnisse der Anwender anpassen lässt und damit die Agilität eines Unternehmens deutlich erhöht.

"Die Anwender sind es heute von ihren privaten Apps, Diensten und sozialen Plattformen gewohnt, über wichtige Ereignisse aus der Welt oder ihrem persönlichen Umfeld sofort unterrichtet zu werden", so IFS. Die ideale Übersetzung dieses Echtzeit-Messagings ins Arbeitsleben sei deshalb eine Business-Software wie IFS Streams™, die Anwender mit Hilfe eines speziellen Benachrichtigungssystems sofort darüber informiert, wenn es eine für sie wichtige Änderung gibt oder von ihnen dringend eine Aktion erforderlich ist – sei es durch eine automatische Nachricht auf ein Smartphone, ein Tablet oder eine Smartwatch.

"Unsere wichtigste Anforderung ist Flexibilität", sagt Michael Rundshagen. Er ist IT-Leiter des Lübecker Abfüllanlagenbauers Greif-Velox. Alle Anlagen werden dort individuell nach Kundenwunsch gebaut. "Im Durchschnitt kommen dabei 180 bis 200 Stücklisten pro Anlage mit bis zu 35 Ebenen zum Einsatz – die meisten ERP-Systeme müssen bei solchen Anforderungen passen", weiß Rundshagen. Das von Greif-Velox eingesetzte System PSIpenta komme damit klar, erklärt der IT-Leiter: "Es steuert alle Aspekte der Fertigung: Terminplanung, Arbeitspläne, Stücklistenauflösung, Kapazitäten und so weiter."

Bei Greif-Velox muss PSIpenta vor allem mit zwei Systemen eng zusammenarbeiten: Das 3D-CAD-Programm SOLIDWORKS von Solidpro dient zur Konstruktion von Baugruppen und Modulen. Das Produktdaten- und Dokumentenmanagementsystem PRO.FILE des PSI-Partners PROCAD verwaltet Zeichnungen und Stücklisten und verbindet so CAD und ERP. Alle Systeme sind nahtlos miteinander verzahnt – auch das ist unerlässlich für moderne ERP-Systeme. Änderungen auf Konstruktionsseite oder bei Stücklistenpositionen werden automatisch in PSIpenta übernommen und umgekehrt: Stellt sich heraus, dass etwa aufgrund veränderter Kundenwünsche ein anderes Teil verbaut werden muss, braucht ein Anwender das nur in der entsprechenden Stückliste in PSIpenta zu ändern; die Synchronisation nach PRO.FILE und SOLIDWORKS erfolgt automatisch.

Ein leistungsfähiges Projektmanagement ist unabdingbar: Hier kommt aktuell PSIprofessional zum Einsatz, womit sich benötigte Zeiten und Kapazitäten noch besser planen und überwachen lassen sowie realistische Prognosen und Termintreue sichergestellt sind.

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