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So nutzen Sie die Zeit als Pendler am besten

Sind Sie auch einer der stetig wachsenden Gemeinde der Berufspendler? Sinnloses Aus-dem-Fenster-Starren war gestern – Produktives Pendeln ist angesagt. Hier unsere Tipps, wie Sie den Weg zu Arbeit nutzen können.

19.08.2015 Lea Weitekamp
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Pendeln ist für viele Arbeitnehmer Alltag. (Foto: Shutterstock)

Morgens aus dem Bett fallen und fix rüber ins Büro hechten? Einen so schnellen Start in den Arbeitstag haben nur wenige. Viel wahrscheinlicher ist es, dass zwischen Zuhause und Arbeitsstätte ein mehr oder weniger langer Weg zurück gelegt werden muss. Die Gemeinde der Berufspendler steigt stetig.

2015 ist das Jahr der Pendler

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln hat errechnet, dass die Zahl der Pendler zwischen 2004 und 2012 um elf Prozent gewachsen ist. Ursächlich hierfür sind vor allem die steigenden Beschäftigungszahlen. Für 2015 erwarten die Analysten einen neuen Pendler-Rekord : Insgesamt rund 40 Millionen Menschen werden sich in diesem Jahr voraussichtlich täglich oder zumindest mehrmals wöchentlich per Bus und Bahn auf den Weg zur Arbeit machen.

Für viele Pendler bedeutet der tägliche Weg zur Arbeit Stress – die physischen und psychischen Belastungen durch lange Anfahrtszeiten sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Doch auch wer kein gravierendes Problem mit dem langen Arbeitsweg hat, wird sich hin und wieder über den Zeitverlust ärgern.

Fahrzeiten sinnvoll nutzen: Die besten Tipps für Pendler

Glücklicherweise gibt es so einiges, das Pendler unternehmen können, um die Zeit zwischen Abfahrts- und Zielort sinnvoll zu nutzen. Hier ein paar Tipps für das produktive Pendeln:

1. Lesen Sie etwas Sinnvolles

Wer sich morgens in der U-Bahn umschaut, erspäht in der Regel sämtliche Bestseller aus den aktuellen Belletristik-Charts. Dabei könnten wir auf dem Weg zur Arbeit viel sinnvollere Dinge lesen als Karen Slaughter oder "Fifty Shades of Grey". Jeff Bezos oder Bill Gates haben verraten, welche Business-Bücher jeder gelesen haben sollte, und auch auf der Frankfurter Buchmesse werden jedes Jahr unglaublich lehrreiche neue Bücher vorgestellt. Mit News-Aggregatoren wie Feedly können Sie sich unglaublich schnell auf den neuesten Stand in den Branchen der Wahl bringen und Services wie Pocket oder Instaper erlauben es, interessante Geschichten und Artikel abzuspeichern und später auch offline zu konsumieren. Ein solches Setup kostet nur wenige Minuten – und wird Sie voranbringen.

2. Oder lassen Sie sich etwas vorlesen

Alternativ können Sie sich auch Artikel vorlesen lassen – das dürfte vor allem die Autofahrer freuen. Startups wie Narando bieten mittlerweile für immer mehr Publikationen einen Vorlese-Service an. So können Sie sich mit tagesaktuellen Infos versorgen lassen, auch wenn Sie Ihre Augen wahlweise ausruhen oder auf die Straße vor euch richten müssen.

3. Hören Sie Podcasts oder Audiobooks

Wer gute Erfahrungen mit Inhalten zum Hören gemacht hat, könnte auch Spaß an längeren Formaten finden. Der Anbieter Audible etwa, der ähnlich wie Spotify eine Medien-Flatrate – nur für Hörbücher – anbietet, verfügt auch über Sachbücher und eine Wirtschafts- und Karriere-Sektion.

Eine weitere Möglichkeit sind Podcasts, die den Zuhörern aktuelle und unterhaltsame Inhalte in zumeist gut konsumierbarer Dauer liefern. Das Blog Karrierebibel empfiehlt zum Beispiel die Podcasts Business English Pod , um die eigenen Sprachfertigkeiten auf Vordermann zu bringen, oder auch "Führung auf den Punkt gebracht" von Bernd Geropp . Beide sind kostenfrei bei iTunes erhältlich. Auch t3n hat sich auf die Suche gemacht und die besten Podcasts für Gründer , für Marketer oder auch ein Best-Of der deutschsprachigen Tech-Podcasts zusammengestellt.

4. Das erste Brainstorming des Tages

Manchmal ist der "Leerlauf", den wir während des Arbeitsweges haben, besonders gut geeignet dazu, kreative Energien freizusetzen. Egal ob Sie in ein "Real-Life-Notizbuch" kritzeln, die Ideen digital festhalten oder sie per Sprachmemo beziehungsweise Diktiergerät-App aufzeichnen: Gerade weit gefasste Aufgaben und Brainstormings zu neuen Projekten lassen sich auf diese Weise durchführen. Auch anstehende Vorträge oder Blogbeiträge können während einer längeren Fahrt entstehen und in eine erste Struktur gebracht werden. Wenn Ihnen keine aktuelle Aufgabe einfällt, könnt Sie sich stattdessen Feedback für Ihre Team-Mitglieder einfallen lassen.

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Kreativität kommt oft unterwegs: Stellt sicher, dass Ideen auch festgehalten werden können. (Foto: Moleskine)

5. Lernen Sie eine Sprache

Immer mehr Anbieter aus dem E-Learning-Segment haben die Zeit, die wir zwischen Wohnung und Arbeit verbringen, als effektive Lerneinheit erkannt. Das gilt besonders für Sprachlern-Apps, deren Lektionen ohnehin meistens in kürzere Zeitabschnitte eingeteilt sind. Wenn Sie erwägen, Ihr Wissen um eine neue Sprache zu erweitern oder alte Sprachkenntnisse aufzufrischen, sollten Sie sich zum Beispiel Babbel und Duolingo näher ansehen – das ZDF hat die beiden Apps kürzlich auch getestet .

6. Planen Sie den Tag

Die Fahrtzeit als Pendler können Sie sinnvoll nutzen, indem Sie die vor Ihnen liegenden Aufgaben durchgehen und strukturieren. Dazu empfehlen sich natürlich To-do-Apps wie Todoist , Wunderlist und mehr . Autofahrer können sich zumindest Gedanken über ihre Tagesprioritäten machen und diese mental oder per Diktierfunktion festhalten. So verhindern Sie, dass Sie beim Hochfahren des Computers im Büro direkt durch E-Mails und sonstige Benachrichtigungen vereinnahmt werden. Außerdem kommen Sie entspannter und souveräner im Büro an, denn Sie wissen schon, was Sie heute erwartet.

7. Schenkt eurer E-Mail-Inbox Liebe

Einer der größten Zeitfresser im Job sind E-Mails. Und kaum eine Arbeit können wir so gut von unterwegs erledigen wie das Bearbeiten der E-Mail-Inbox – Autofahrer, die die Hände am Steuer lassen müssen, natürlich ausgenommen. Apps wie Mailbox erlauben es, in Windeseile durch den Posteingang zu pflügen und irrelevante Nachrichten direkt per Wischgeste zu archivieren. Das Formulieren von Antworten dürfte auf dem Smartphone nicht so flott von der Hand gehen wie per Tablet oder Notebook, ist aber bei kurzen Nachrichten auch möglich. Sollte das Netz einmal streiken, können ausgehende Nachrichten als Entwürfe gespeichert und, einmal im Büro angekommen, alle gleichzeitig verschickt werden. Es gibt kaum eine befriedigendere Tätigkeit, um in den Arbeitstag zu starten!

8. Relaxen!

Manchmal ist es die beste Idee überhaupt, einfach mal gar nichts zu tun. Gerade auf kürzeren Strecken unter 20 Minuten in Bus oder Bahn kann es für unseren Energiehaushalt genau das Richtige sein, einfach die Augen zu schließen und abzuschalten. Wer die Entspannungstechnik Autogenes Training beherrscht, kann sich auch in belebten Umfeldern innerhalb kürzester Zeit vom Trubel der Umgebung lösen. Anderen helfen Meditations-Apps wie Calm oder Headspace dabei, ein paar Minuten der Ruhe zu erleben und den Akku aufzuladen. Dass sich dieser Tipp nicht für Autofahrer eignet, versteht sich von selbst.

9. Schließen Sie den Tag ab

Auch für den Rückweg gibt es einen wichtigen Tipp: Viele Pendler nutzen den Weg nach Hause, um mental mit dem zurückliegenden Arbeitstag abzuschließen. Sowohl im Auto als auch auf dem Rad oder in der Bahn können Sie über Erlebtes reflektieren, eventuell hilft es, einige Erkenntnisse zu notieren – wer fahren muss, sollte hier wieder das Diktiergerät bemühen. Eine weitere Möglichkeit, den „Ballast“ des Arbeitstages hinter sich zu lassen: Schreibt schon jetzt eine To-do-Liste für den kommenden Tag. Und danach setzen Sie einen mentalen Haken unter alles, was mit eurem Job zu tun hat!

10. Telefonieren?

Der nächste Tipp ist mit Vorsicht zu genießen – kann aber unter Umständen ebenfalls für mehr Produktivität sorgen. Je nachdem, wie ihr zur Arbeit reist, kann es sich anbieten, auf dem Weg ein paar Telefonate zu erledigen. In der überfüllten Straßenbahn oder im Ruheabteil des ICE ist das keine gute Idee, aber in den meisten Zügen gibt es ja auch Abteile für Vieltelefonierer. Autofahrer dürfen mit einer Freisprechanlage telefonieren – mittlerweile müssen sie dazu dank Siri und sonstigen Sprachassistenten den Blick überhaupt nicht mehr von der Straße nehmen. Trotzdem mehren sich die Stimmen, die auch in diesem Fall von einem erhöhten Unfallrisiko ausgehen. Also Achtung, wenn Sie hinter dem Steuer sitzen.

Fazit: Nicht aus der Ruhe bringen lassen!

Was Sie auch tun, um das Pendeln erträglicher zu gestalten: Vom ständigen Blick auf die Uhr geht die Zeit nicht schneller herum. Das schlimmste ist, sich über den Stau oder die Verspätung der Bahn aufzuregen. Ändern lässt es sich eh nicht, also sparen Sie die Kräfte für etwas Besseres auf.

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