Datacenter Infrastructure

Sind Data Center die neuen Shopping Center?

Leistungsfähige Rechenzentren werden für den Einzelhandel wohl schon bald eine wichtigere Rolle spielen als Shopping Center. Mit dieser Entwicklung sind jedoch Herausforderungen an die IT verbunden.

27.01.2016
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Bislang haben die Schwarzmaler unrecht behalten, die Einzelhandel bereits seit Jahren ein jähes Ende voraussagen. Dennoch: Die Bedrohung zeigt sich in vielen Innenstädten und Webseiten wie deadmalls.com untermauern diese Prognose. Die Bedrohung: das Internet. Im Jahr 2014 lag der Online-Anteil Im deutschen Handel bei 8,5 Prozent, im Non-Food-Bereich waren es sogar 15,3 Prozent . Und die Tendenz zeigt steil nach oben . Der Einzelhandel verlagert deshalb angesichts der Webkonkurrenz seinen Schwerpunkt in Richtung E-Commerce. Werden also bald schon Rechenzentren die Einkaufszentren ersetzen?

Datenfluss steigt stetig an
Klar ist, dass das Ladengeschäft - will es weiterhin bestehen - neu erfunden werden muss. Dabei sollte im Idealfall die virtuelle mit der realen Shoppingwelt verschmelzen. Etwa im Ladengeschäft als Showroom, wie Vorreiter Apple es in seinen Apple Stores bereits vorlebt: Termine werden online ausgemacht, Technik lässt sich hier vor dem Kauf anfassen und in Ruhe ausprobieren, das Personal berät kompetent und freundlich, der Kunde bezahlt mobil am iPad. Vielversprechende Konzepte sind BOPIS (buy and pick-up in store) und BORIS (buy and return in store) . Shoppen wird dabei zum Erlebnis, der eigentliche Kaufabschluss zur Nebensache. Auch die Anreicherung des Ladengeschäfts mit virtuellen Features ist eine Möglichkeit, wie zum Beispiel bei Ikea . Der Pax fürs Schlafzimmer lässt sich hier kinderleicht am Rechner zusammenbasteln- und sieht dabei ziemlich echt aus. In welche Richtung sich der Handel konkret entwickelt, ist jedoch zunächst Nebensache. Wichtig ist, dass der Vormarsch der Online-Möglichkeiten völlig neue Anforderungen an die IT stellt – und auf diese müssen sich die Unternehmen schon heute vorbereiten.

Skalierbare Infrastruktur notwendig
Die nahtlose Verknüpfung der immer größer und komplexer werdenden IT-Landschaft mit der Offline-Welt ist eine der großen Aufgaben, um den wachsenden Ansprüchen unserer digitalen Gesellschaft gerecht zu werden. In diesem Zusammenhang ist eine skalierbare Infrastruktur essentiell, also die Möglichkeit, Rechenzentren in Peak-Zeiten – etwa zu Weihnachten – nach Bedarf vergrößern, beziehungsweise Schwankungen im Datenfluss flexibel begegnen zu können.

Hybrid Cloud als Lösung
Die Hybrid Cloud könnte hierfür eine Lösung darstellen, also die vorübergehende Erweiterung einer privaten durch eine öffentliche Cloud. Sie ermöglicht es Unternehmen, die Leistung des eigenen Rechenzentrums mit zusätzlichen Serverkapazitäten, die ein externer Anbieter temporär vermietet, zu kombinieren. Auf diese Weise begegnet die Hybrid Cloud dem Thema Datenschutz überzeugend: Datenkritische Inhalte laufen über die Private Cloud, alle anderen Daten über die Public Cloud.

Gerade diese Einteilung stellt jedoch eine Herausforderung für Unternehmen dar. Denn eine Übermittlung von Daten nach außen sollte erst nach einer ausführlichen Prüfung der Daten erfolgen und nicht alle Inhalte dürfen an Dritte weitergegeben werden. Das Thema Datenmanagement erreicht in einer solchen heterogenen Serverlandschaft neue Dimensionen und rechtfertigt möglicherweise einen Beauftragten, der sich ausschließlich mit diesem Thema befasst. Auch die Netzwerkanbindung der Private an die Public Cloud kann eine Hürde sein. Oft reichen Bandbreite sowie Verfügbarkeit für eine rasche Übertragung nicht aus und müssen nachgerüstet werden. Genauso wichtig sind auch kompatible Schnittstellen zwischen den Clouds, die aufgrund uneinheitlicher Standards nicht immer gewährleistet sind. Nicht zuletzt ist es wichtig, den Anbieter im Hinblick auf seine Vertrauenswürdigkeit genauer unter die Lupe zu nehmen. Zertifikate oder garantierte Verfügbarkeiten könnten hierbei behilflich sein.

Und aus einem leistungsfähigen Rechenzentrum entsteht für den Handel eine mindestens ebenso wichtige Chance: Die Analyse der Kundendaten, deren Verhalten im Online-Shop und ihre Vorlieben. Das alles zusammen kann bislang völlig brachliegende Cross-Selling-Potenziale ans Licht bringen, die den Umsatz in jedem Online-Store nach oben schnellen lassen.

Data-Center-Trends auf der CeBIT
Um weiter erfolgreich am Markt zu bestehen, muss sich der Einzelhandel schon heute auf derartige Veränderungen bei der IT einstellen – und sich mit der Neuausrichtung von Rechenzentren auseinandersetzen. Konkrete Einblicke in zukunftsfähige Server- und Speicherhardware, die künftige Rolle von Virtualisierung sowie der physischen Sicherheit erhalten Besucher auf der CeBIT in Hannover. Auf dem Fachsymposium Data Center Converged in Halle 12 beschäftigen sich Experten ausführlich mit möglichen Szenarien für Rechenzentren und die Entwicklung der IT-Landschaft.

Wie man die Schätze aus Kundendaten herausholt und welche Zukunft im Sales und Marketing bevorsteht, erfahren CeBIT-Besucher in der Halle 4 im neuen Bereich Marketing&Sales-Solutions.

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