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Public Sector Parc: Wege zur Smart City

Vier CeBIT-Konferenzen stellen intelligente Konzepte und Technologien für die Städte von morgen in den Mittelpunkt.

11.01.2017
Public Sector Parc
CeBIT Public Sector Parc

Mit einer nie dagewesenen Vielzahl spannender Events erweitert der Public Sector Parc der CeBIT 2017 sein Angebot. Erstmals wird die Leitmesse des öffentlichen Sektors durch eine Reihe von Satellitenkonferenzen im Convention Center begleitet – CC und Halle 7 sind dabei durch eine Brücke verbunden. Auch die Guided Tours, die sich an jede Satellitenkonferenz anschließen, führen direkt in Halle 7. Sowohl die Satellitenkonferenzen als auch die Touren sind für Besucher mit Messe-Ticket kostenlos.

"Smart Urbanism", also Konzepte und Technologien für sichere, saubere und effizientere Städte stehen im Mittelpunkt der Konferenzen. "Natürlich ist Effizienz ein Ziel, das jeder unterschreiben kann – aber ist es wirklich 1:1 auf unsere großen Metropolen zu übertragen?", fragt ISOCARP-Generalsekretär Didier Vancutsem. Am 22. März veranstaltet der internationale Stadtplaner-Verband ISOCARP in Saal 17 des CC die Konferenz Beyond Smart Cities: Smart Urbanism. Redner aus dem Technologiesektor, der Forschung und der Stadtplanungspraxis sind vorgesehen, dazu eine Reihe von Podiumsdiskussionen.

"Das Event soll ein Plädoyer für Smart Urbanism sein, statt unkritisch nach Smart Cities zu rufen", erklärt Vancutsem. "Smart Urbanism kann benutzt werden, um Lösungen für das zu finden, was die moderne Stadtgestaltung vergessen hat: den Metabolismus der Städte – die verschiedenen Wechselbeziehungen zwischen Stadtleben und Natur. Was nehmen wir auf, was stoßen wir aus – und wie effizient tun wir beides?", so Vancutsem.

Die Konferenz wird Herausforderungen und Chancen des Wandels beleuchten und einen "global vernetzten Urbanismus" fordern. "Dieser soll Städten in aller Welt erlauben, schneller zu lernen und gemeinsam effektive Strategien zu entwickeln", sagt Didier Vancutsem. "Ein 21. Jahrhundert, das Metropolen weiterbringt, baut Technologie in soziale Innovationen ein."

Mit der Tagung Smart Options zeigt der Verein green with IT erstmals CeBIT-Präsenz (20. März, Saal 12). "Inhalte der Konferenz sollen disruptive Lösungen für den Einbezug großer Bevölkerungsschichten in die aktive Gestaltung des Klimawandels sein", erklärt Jörg Lorenz, Vorstandsvorsitzender des Vereins mit Sitz in Berlin. Als Partner treten die deutschen Immobilienverbände auf, allen voran die kommunale und genossenschaftliche Wohnungswirtschaft mit etwa 3.500 organisierten Unternehmen. "Ziel der Konferenz ist es, im Public Sector Parc Erfolgsgeschichten zu präsentieren, die auch für Mieter mit schmalem Budget attraktiv sind", so Lorenz, "vor allem massentaugliche Apps, die positiv geänderte Nutzungsrahmen der Wohnung beschreiben und plausibel erläutern, wie in Zukunft Heizenergie eingespart wird und wie, warum und mit welchen Mitteln dies Basis für nützliche Apps im Mieteralltag werden kann."

Jörg Lorenz: "Die aufgezeigten Lösungen sind im marktreifen Stadium nach der EU-Definition im Technical Readiness Level TRL 8. Für CeBIT-Besucher werden Teile der Konferenz in englischer Sprache eingefügt, damit die hier gezeigten deutschen Energiewende-Technologien weltweit verstanden und auch eingesetzt werden." Die Lösungen seien "Kandidaten für den Roll-out auf ganz normalen Messeständen in den kommenden Jahren".

Die "Smart Options" folgen der sogenannten ALFA-Philosophie der deutschen Wohnungswirtschaft. Diese besagt laut Lorenz, "dass nicht gleich mit der teuren Dämmkeule gedroht werden muss, sondern gehirnschmalzbasierte Ingenieurlösungen im Low-Cost-Bereich eine wirtschaftliche Basis zum Einstieg in die Energieoptimierung der Gebäudebestände sind". In der vom BBU initiierten Allianz für Anlageneffizienz (ALFA) geht es darum, in Kooperation mit namhaften Kompetenzträgern durch sogenannte gering investive Maßnahmen die energetische Effizienz zu verbessern. Jörg Lorenz: "Je geringer investiv, umso größer die Reichweite auch in breite Bevölkerungsschichten."

"Kleine und mittlere Unternehmen ebenso wie Startups entwickeln exzellente datenbasierte Lösungen für die großen Herausforderungen der Urbanisierung", stellt Hans Gäng von local global fest. Seine Agentur organisiert die Konferenz B2City im Rahmen der Public Sector Parc Conferences auf der CeBIT (20.–21. März, CC, Saal 13/14). "Die CeBIT 2017 bietet den Rahmen, diese Lösungen einem weltweiten Publikum von kommunalen Entscheidern, potenziellen Implementierungspartnern und Investoren zu präsentieren", so Gäng. Wie können junge Unternehmen und Mittelständler Innovationen zu einem nachhaltigen Geschäftsmodell mit den Kommunen weltweit weiterentwickeln? Mit dieser Kernfrage zielt B2City auf den Erfahrungsaustausch und internationale Kooperationen zwischen den Anbietern. Zudem informiert die Konferenz über das umfassende öffentliche Förderangebot für die Auslandsaktivitäten von Unternehmen.

Gäng: "Die Aufgabenstellungen und Probleme der Konferenz sind Themen für den Erfahrungsaustausch zwischen Startups, auslandserfahrenen Mittelständlern, Konzernabteilungen und Cluster-Managern." Interessant könne das für Wirtschaftsförderer mit Interesse an der Internationalisierung lokaler Cluster im Bereich Smart City/Urbanisierung sein, ebenso wie für kommunale Entscheider, die sich für Innovationen und innovative Geschäftsmodelle interessieren, für Beratungsunternehmen und mögliche Vertriebspartner von KMUs. Englischsprachige Produktpräsentationen zählen ebenso zum Event wie ein thematisch geführter Messerundgang.

Auch die neue Roadshow Intelligente Stadt der Deutschen Energie-Agentur (dena) macht auf der CeBIT 2017 Station (22. März, CC, Saal 13/14): Kommunen sollen hier den Nutzen einer beschleunigten Modernisierung der städtischen Infrastruktur erkennen. Als Beispiel für die Anpassung bestehender urbaner Infrastrukturen an absehbare technologische Veränderungen und Funktionen dient der dena die Umrüstung der Straßenbeleuchtung. "Die Roadshow möchte Impulse zur zukunftsfähigen Kommune verstärken, ein einheitliches Verständnis von Smart City schaffen sowie den Nutzen von Digitalisierung aufzeigen, Energieeffizienz verbessern und ökologisches Handeln ermöglichen", fasst Dr. Karsten Lindloff, Projektleiter Energiesysteme und Energiedienstleistungen bei der dena, zusammen. Dafür gelte es Technologieanbieter (Hersteller, Dienstleister) mit Anwendern (Kommunen) und Multiplikatoren in den Ländern zusammenzubringen.

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