CEBIT Global Conferences

Polizei setzt im Netz auch auf verdeckte Ermittler

Im Kampf gegen Kriminalität im Netz zieht die Polizei alle Register. Sie setzt bei den Ermittlungen gegen Cybercrime wie im echten Leben auch auf verdeckte Ermittler, erklärt der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, in einem Namensbeitrag für die CeBIT.

31.01.2017
Holger-Münch - BKA
Foto: Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes, Quelle: BKA

Hannover. Die rasante Digitalisierung stellt auch die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen. "Um Kriminalität erfolgreich zu bekämpfen, müssen die Sicherheitsbehörden zunehmend neue Wege gehen", schreibt Holger Münch, Präsident des Bundeskriminalamtes, in einem Beitrag für die CeBIT. Polizeibeamte müssten heute nicht nur internationale und interkulturelle, sondern auch "digitale Kompetenzen mitbringen". Münch spricht in diesem Jahr auf der CeBIT. Am CeBIT-Mittwoch (22. März 2017) steht er um 13.45 Uhr bei den CeBIT Global Conferences in der Halle 8 auf der Bühne.

Bei den Ermittlungen in Fällen von Cybercrime kombiniert die Polizei Maßnahmen und Mittel aus digitaler und analoger Welt. "So setzen die Polizeibehörden beispielsweise auch im Cyberraum verdeckt ermittelnde Personen ein, um an für die Ermittlungsverfahren wichtige Informationen zu gelangen. Ein weiterer wichtiger Faktor bei Ermittlungen im Bereich Cybercrime ist die enge nationale und internationale Zusammenarbeit, da grenzüberschreitende Bezüge in diesem Bereich eher die Regel als die Ausnahme sind. In solchen Fällen wird häufig in sogenannten JITs (Joint Investigation Teams) gearbeitet, in denen Vertreter mehrerer betroffener Staaten auf Basis einer für den konkreten Einzelfall geschlossenen Vereinbarung zusammenarbeiten", erklärt der BKA-Präsident in seinem Gastbeitrag.

Allerdings müssen die Sicherheitsbehörden auch in ihre eigenen IT-Systeme investieren. "Herzstück der polizeilichen Informationsarchitektur" ist das beim BKA betriebene Informationssystem INPOL. "Die Anfänge von INPOL liegen in den 70er-Jahren. Damals war das System revolutionär. INPOL wurde seitdem immer weiterentwickelt, weist mittlerweile aber Defizite auf", meint Münch. "Daher wird es in den nächsten Jahren viele Neuerungen in der polizeilichen Informationsarchitektur geben müssen."

Redaktioneller Hinweis: Den gesamten Gastbeitrag von Dr. Holger Münch finden Sie im Wortlaut auf cebit.de .

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