Job & Career

Ping! Mich! An! Die schlimmsten Buzzwords aus dem Büro

Jeder Chef hat so seine Phrasen. Wir haben die schlimmsten Buzzwords aus dem Büro gesammelt – machen Sie was draus, aber asap!

12.10.2016 Lea Weitekamp

Die schönsten Sprachperlen aus dem Büro

buzzwords-teaser

Von Kick-Off-Meetings über Daily Standups und Jour fixes bis zum Project-Recap: Eigentlich alles, was wir tagtäglich im Office so tun, ist irgendwie cooler geworden als noch vor ein paar Jahren. Dabei haben sich einige Redewendungen als besonders beliebt und hartnäckig erwiesen – vor allem in der Chefetage. Wir haben unsere Lieblinge im Folgenden für Sie zusammengetragen. Aber wenn Sie weitere Ideen haben: Go for it! Dann können wir uns im Anschluss syncen und die Liste vielleicht erweitern. Und am Ende des Tages haben wir, wenn alles gut läuft, eine richtige Win-Win-Situation. Awesome.

Anfangen soll unsere Liste mit den geliebten "low-hanging fruits". Gerne werden sie auch "quick wins" genannt, die tief hängenden Früchte, in deren Richtung sich Chefs bevorzugt orientieren, wenn es an allen anderen Fronten eher düster aussieht und jetzt mal schnell ordentlich Geld in die Kasse muss. Denn darum geht es bei den "low-hanging fruits": Erträge, die man schnell und ohne viel Arbeitsaufwand "pflücken" kann. Ob es aber wirklich einfacher ist, sich nach in Bodennähe wachsenden Früchten zu bücken als mal eben auf eine Leiter zu steigen, ist ja irgendwie auch fraglich… Moment, vielleicht darf man das Bild auch nicht zu wörtlich nehmen.

Nervige Büro-Phrasen: "Schreib mir am besten noch mal ne Mail."

Weiter geht's mit dem Ausspruch "Schreib mir am besten noch mal ne Mail", oder auch: "Lass' uns einfach später noch mal dazu syncen." Es ist immer wieder schön, solche Sätze am Ende eines Gesprächs zu hören. Denn spätestens jetzt ist klar: Das Gefühl, dass der Kollege in den vergangenen zehn Minuten keine Sekunde lang zugehört hat, war absolut richtig. Immerhin, die Erkenntnis hat uns auch irgendwie weitergebracht, oder? High-Five!

Viel schöner klingt dagegen folgender Satz von Kollegen oder Vorgesetzten: "Da bin ich fine mit." Denn damit ist das "Go" erteilt, um mit der vorgeschlagenen Idee loszulegen. Wenn die anderen fein mit dem Vorschlag sind, heißt das, alle sind auf derselben Seite. Und wer jetzt einen Verlust des Sprachgefühls attestiert, lasse sich das ganze lieber auf Englisch auf der Zunge zergehen: wenn ich mit dir "on the same page" bin, dann ist dein Vorschlag eben auch "fine with me". Eigentlich voll easy.

asap, asaper, asapst.

Die nächste Wendung auf unserer Liste mit Office-Buzzwords, ASAP, hat von den USA aus in Windeseile die Büros dieser Welt erobert. Ursprünglich ist sie als Abkürzung von "as soon as possible" – "schnellstmöglich" – schon selbst eine Art Superlativ gewesen. Aber was wären wir Deutschen, wenn wir nicht auch diese Form noch einmal steigern könnten! Deswegen ist es schon lange kein Grund zum Staunen mehr, wenn bestimmte Ergebnisse nicht nur bald oder bälder, sondern "asapst" vorgelegt werden müssen. Jetzt aber husch, husch an den Schreibtisch und los-performen!

Denn am Ende des Tages geht es um den Ertrag. Der ist für den modernen Zahlenmenschen sowieso das Allerwichtigste. Was natürlich per se nicht schlecht ist – immerhin müssen auch kreative Geister und Visionäre unterm Strich ihre Rechnungen bezahlen. Trotzdem: Die Frage nach der Skalierbarkeit ist in der Regel ein todsicherer Weg, um jegliche Kreativität im Keim zu ersticken. Schlimmer noch ist allein das vernichtende Urteil, das die Antwort der Frage schon vorwegnimmt. Wer ein "das ist nicht skalierbar" aus dem Munde des Managements vernimmt, packt am besten seine Tasche und geht schnurstracks nach Hause – oder zumindest "back to the drawing board".

Buzzwords aus dem Büro – die absoluten No-Brainer

Besser läuft es für die Kollegen, die im stillen Kämmerlein den nächsten No-Brainer in Sachen Produkt oder Marketing erdacht haben. Der urtümliche Vorläufer des No-Brainers ist übrigens der Selbstläufer – er bezeichnet zwar dasselbe, klingt aber nicht halb so sexy. Das in Frage stehende Vorhaben ist in diesem Fall so idiotensicher, dass man gar kein Gehirn braucht, um es zum Erfolg zu führen. Wenn das mal keine low-hanging fruit ist!

Aber leider, leider sind längst nicht alle Ideen ein No-Brainer. Daher müssen wir alle in der Regel trotzdem ordentlich reinhauen, um die Wochen-, Monats- und Jahresziele zu erreichen. Ein beliebter Satz der Chefs in diesem Zusammenhang: "Da müssen wir jetzt noch mal richtig Gas geben." Natürlich in der ersten Person Plural, schließlich sind wir alle ein Team! Und "noch mal" richtig Gas geben, das bedeutet eigentlich so viel wie „einfach immer richtig Gas geben“. Denn wann lief es schon mal "einfach gut" und trotzdem waren alle relaxt? Ach ja, dieses eine Mal. Und dann sind direkt die Ziele nach oben korrigiert worden und seitdem laufen wir den Zahlen wieder hinterher. Stimmt ja.

Job & Career RSS Feed abonnieren