Cyborgs & Biohacking

Neurowissenschaftler lenken lebende Libellen-Drohnen

Das Reiz-Reaktionsverhalten von Tieren lässt sich steuern – sogar elektronisch und aus der Ferne. Und sogar bei fliegenden Insekten, die selbst nur 1g auf die Waage bringen.

08.02.2017
Libelle Drohne Neurowissenschaftler
Neurowissenschaftler lenken lebende Libellen-Drohnen (Foto: Shutterstock)

Wissenschaftlern des in den USA beheimateten Forschungsunternehmens Draper ist es gelungen, Libellen in lebendige Drohnen zu verwandeln, deren Flugverhalten sich beliebig manipulieren lässt. Ein winziger Rucksack aus elektronischen Komponenten macht die Insekten zu Cyborgs: Bei Drapers Forschungspartner, dem Howard Hughes Medical Institute , wurde dazu ein Verfahren entwickelt, um die für das Flugverhalten der Libellen verantwortlichen Nervenzellen lichtempfindlich zu machen. Über winzige optische Strukturen, Optroden genannt, lassen sich diese Nervenzellen stimulieren, sodass man den Flug der Insekten zielgenau steuern kann. Angrenzende Neuronen sollen von den Impulsen unbeeinflusst bleiben.

Die ferngesteuerten Libellen sind keineswegs der erste Fall von gelenkten Tieren. Die Wissenschaft blickt bereits auf erfolgreiche Versuche unter anderem mit Kakerlaken, Motten, Mäusen und Tauben zurück, seit Sanjiv Talwar und John Chapin 2002 erstmals mit ihrer Robo-Ratte Schlagzeilen machten. Als Anwendungsgebiete für die Forschungsergebnisse des aktuellen, "DragonflEye" genannten Projekts nennen die Entwickler den gezielten – unbemerkten – Transport winziger Nutzlasten oder das gelenkte Bestäuben von Pflanzen, denkbar sind aber auch Einsatzgebiete im Bereich der medizinischen Diagnose und Therapie.

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