Future Mobility

Münchner Senkrechtstarter-Jet steigt auf

Der ultraleichte Elektro-Jet von Lilium soll als Flugtaxi Verkehrsprobleme lösen. Jetzt hat der Prototyp seinen Jungfernflug absolviert.

27.04.2017
Lilium Elektro-Jet Flugtaxi
Der ultraleichte Elektro-Jet von Lilium soll als Flugtaxi Verkehrsprobleme lösen. (Foto: Lilium / YouTube)

Das Münchner Startup Lilium meldet den erfolgreichen Start seines Lilium-Jets, des ersten komplett elektrisch betriebenen Flugzeugs, das senkrecht starten und landen kann. Ein Youtube-Video zeigt das unbemannte Kleinflugzeug bei seinem Jungfernflug auf einem Flugplatz in der Nähe von München.

Gebaut haben die vier jungen Lilium-Gründer und ihre gut 40 Mitstreiter den aktuellen Zweisitzer vornehmlich zu Demonstrationszwecken. Seine Reichweite soll bei 300 km, die Höchstgeschwindigkeit bei 300 km/h liegen. Das zum größten Teil aus Carbon bestehende Flugzeug besitzt 36 Propeller, je zwölf an den beiden hinteren Tragflächen und je sechs an den Vorderflügeln. Sie sind redundant ausgelegt, so dass der Jet auch beim Ausfall von ein oder zwei Antrieben noch sicher in der Luft bleibt. Weil die Propeller schwenkbar sind, kann der Elektro-Jet senkrecht starten und landen (VTOL, Vertical Take-off and Landing).

Bauen und verkaufen will Lilium aber ein größeres Modell für fünf Passagiere, an dem nach Firmenangaben bereits gearbeitet wird. Gedacht ist der E-Jet vor allem für Berufspendler, die Kosten pro Flug sollen nicht höher liegen als bei einer entsprechenden Taxifahrt: Der geringe Platzbedarf für Start und Landung, so Lilium, mache günstige Preise möglich, obwohl man mindestens fünfmal so schnell unterwegs sei wie mit dem Auto.

Experten bezweifeln allerdings, dass solche Lufttaxis in Deutschland überhaupt eine Fluggenehmigung erhalten.

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