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Model-3-Produktion: Insider berichtet von Riesenpro­blemen bei Tesla

Die von Elon Musk als "Production Hell" bezeichneten Probleme bei der Model-3-Produktion könnten größer sein als vermutet – und sie sind laut einem Tesla-Insider hausgemacht.

21.11.2017 Quelle: t3n Jörn Brien
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Elon Musk bei der Präsentation des Tesla Model 3 (Quelle: dpa)

Model 3: Teslas "Production Hell" angeblich hausgemacht

Anfang Oktober hatte Tesla das deutliche Verfehlen seiner geplanten Ziele für die Produktion seines Model 3 eingestehen müssen . Statt 1.500 waren bis Ende September nur 260 Elektroautos gefertigt worden – laut Wall Street Journal zum Teil in Handarbeit. Tesla-Chef Elon Musk hatte das mit "Produktionsengpässen" begründet und die Probleme später als "Production Hell" bezeichnet. Jetzt hat ein Insider gegenüber der Website Daily Kanban von den Produktionsproblemen bei Tesla berichtet.

Demnach sollen die Probleme zum größten Teil hausgemacht sein und an Unstimmigkeiten und Chaos in der Führungsebene liegen. Zudem seien Komponenten für die Produktionslinien viel zu spät bestellt worden – hier gab es laut dem nicht namentlich genannten Konzerninsider mehrfache Änderungswünsche aufgrund von Streitigkeiten von Designern und Entwicklern bei Tesla. Anders als bei traditionellen Autobauern üblich soll Tesla zudem die Produktionslinie nicht vom Hersteller gründlich vorab prüfen, sondern sie gleich bei sich in die Fabrik liefern lassen ("Cold Build").

Dadurch sowie durch den Weggang einiger wichtiger, mit der Herstellung der Tesla-Autos Model X und Model S erfahrener Manager könnte es noch länger als bisher erwartet dauert, bis die Produktion des Model 3 richtig anläuft, wie Mobile Geeks berichtet . Wer das Model 3 jetzt bestellt, könnte noch über ein Jahr auf die Auslieferung warten müssen – kein gutes Verkaufsargument.

Model 3: Serienfertigung von 3.000 Autos pro Woche erst Ende 2018?

Ein weiterer Insider hatte schon vor einigen Wochen gegenüber dem Branchenmagazin Wards Auto gesagt , dass es kaum vorstellbar sei, dass Tesla mit den aktuellen Produktionskapazitäten und -problemen vor Ende 2018 wöchentlich 2.500 bis 3.000 Model 3 fertigen könne. Laut den ursprünglichen Plänen hatte Tesla die Model-3-Produktion schon bis Ende dieses Jahres auf 5.000 Fahrzeuge pro Woche hochfahren wollen.Einen Hoffnungsschimmer gibt es immerhin: Kazuhiro Tsuga, Chef des japanischen Tech-Konzerns Panasonic, der bei der Akku-Produktion mit Tesla zusammenarbeitet, hat am Dienstag ein baldiges Ende der "Produktionsengpässe" in Teslas Gigafactory 1 in Aussicht gestellt. Die Automatisierung der Herstellung der Akkus werde bald erfolgen. Und dann werde die Model-3-Produktion nach oben schnellen, zitiert Reuters den Panasonic-CEO . Elon Musk hatte kürzlich persönlich bei der Fabrik vorbeigeschaut , eine möglichst ungestörte Model-3-Produktion ist für den Konzern überlebenswichtig.

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