Job & Career

Mehr Produktivität durch genau getimte Kaffeepause

Zwei Stunden nach Arbeitsbeginn schon die erste Pause einzulegen, mag faul klingen, ist aber ganz im Sinne der Produktivität.

30.09.2015 Andreas Weck
Kaffeepause

Emily Hunter und Cindy Wu von der Baylor University im US-amerikanischen Texas, haben 95 Arbeitnehmer während ihrer Arbeitstage begleitet.

Ziel der Studienführer war es, die längeren Pausen der Menschen festzuhalten und auszuwerten. Unter Pausen haben die beiden Wissenschaftlerinnen durchgehende Unterbrechungen verstanden, in denen keine Arbeiten erledigt oder erwartet wurde. Dazu zählten beispielsweise auch die Mittags-, Raucher- sowie kleinere Kaffeepausen. Die Arbeitnehmer haben zudem in einer 40-Stunden-Woche gearbeitet, die sich über fünf Tage erstreckte.

"Der optimale Zeitpunkt für eine erste Pause, liegt zwei Stunden nach Arbeitsbeginn!"

Es zeigte sich, dass Studienteilnehmer, deren erste Pause vom Tagesstart länger entfernt liegt, stärkere Ermüdungserscheinungen aufwiesen als andere Kollegen, die früher eine Pause einlegten. Auffällig war zudem, dass genau diese Personen ihr eigenes Produktivitätslevel nur schwer wieder in den Griff bekamen.

Den Grund dafür sehen Hunter und Wu vor allem darin, dass gerade Menschen, die am Computer arbeiten, in der Regel morgens die höchste Leistungsfähigkeit aufweisen. Je früher sie ihre erste Pause einlegen, desto schneller können sie ihren Batterien wieder aufladen. Dabei kam man zu dem Ergebnis, dass der optimale Zeitpunkt für eine erste Pause bei etwa zwei Stunden nach Arbeitsbeginn liegt.

Im Büro an privaten Projekten arbeiten? Auch so kann eine entspannte Pause aussehen

Doch die Studie kam noch zu einer ganz anderen spannenden Erkenntnis: Laut Hunter und Wu müssen Pausen gar nicht unbedingt arbeitsfrei sein. Auffällig war auch, dass einige Teilnehmer sich mit Nebenprojekten beschäftigten, die man allgemein als arbeitsähnlich betrachten kann – eben nur ohne eine Deadline oder einer Weisung vom Vorgesetzten.

Diese Menschen haben sich keinesfalls müder gefühlt. Der einfache Umstand, dass sie ihre Pausenzeit so verbringen konnten, wie sie wollten, führte zu einer längeren Motivationsspanne. Mit anderen Worten: Während der Bürozeit an einem privaten Projekt zu arbeiten, brachte den Menschen mehr Erholung als nur im Facebook-Newsfeed zu scrollen oder im Pausenraum zu sitzen.

Diesen Umstand haben Silicon-Valley-Firmen übrigens bereits seit langem erkannt. Facebook als Unternehmen hält seine Mitarbeiter beispielsweise explizit dazu an, während der Arbeitszeit auch an eigenen Projekten zu arbeiten.

via www.businessinsider.sg

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