Future Mobility

Mathematisches Modell soll Sicherheit von selbstfahrenden Autos zeigen

Ein mathematisches Modell soll die Sicherheit von autonomen Fahrzeugen sicherstellen. Wir erklären euch, was dahintersteckt.

03.11.2017 Quelle: t3n Kim Rixecker
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Autonomes Fahren (Quelle: Mobileye)

Während Technologieunternehmen und Automobilhersteller fleißig daran arbeiten, vollständig autonome Fahrzeuge zu entwickeln, bleibt die gesetzliche Handhabung schwierig. Denn wer bezahlt für einen Schaden, wenn der Fahrzeughalter keinerlei Einfluss auf die Steuerung seines PKW hat? Amnon Shashua, der CEO des zum Intel-Konzern gehörenden Roboterauto-Unternehmens Mobileye , hat jetzt eine Lösung vorgestellt.

Er und sein Team haben ein mathematisches Modell vorgestellt, das die Sicherheit von autonomen Fahrzeugen sicherstellen soll. Wobei Shashua klarstellt, dass absolute Sicherheit nicht existieren kann, solange menschliche Fahrer am Straßenverkehr teilnehmen. Als sicher definiert er daher zunächst autonome Fahrzeuge, die niemals selbst einen Unfall verursachen würden.

Genau hier kommt die Mathematik ins Spiel: Ein mathematisches Modell soll dafür genutzt werden, die Schuldfrage bei einem Unfall zu klären. Dieses Modell soll dann als Basis für die Steuerungssoftware von Fahrzeugen dienen. Die selbstfahrenden Autos wären an das Modell gebunden und könnten nie eine Entscheidung treffen, die sie zum Verursacher eines Unfalls macht.

Modell soll eine einfache Lösung für ein komplexes Problem sein

Shashua hält das mathematische Modell letztlich für die sinnvollste Methode, um Unfälle zu vermeiden. Statt enorme Datenmengen zu bewerten, müsste jeder Fahrbefehl nur mit den vordefinierten mathematischen Regeln abgeglichen werden. Das allein soll sicherstellen, dass autonome Fahrzeuge keinen Unfall verursachen.

Auch dem Mobileye-Chef ist allerdings klar, dass technische Fehler, wie der Ausfall von Sensoren oder von mechanischen Komponenten zu Unfällen führen könnten. Er schlägt daher den Einsatz von drei unabhängigen Sicherheitssystemen vor, die jeweils auf Kameras, hochauflösenden Karten sowie Radar und Lidar basieren sollen.

Nach den Berechnungen von Mobileye soll ihr System die Rate an tödlichen Unfällen deutlich verringern. Statt einem Verkehrstoten für alle eine Million Fahrstunden könnte es ein Verkehrstoter für alle eine Milliarde Fahrstunden sein. Angewendet auf die US-amerikanischen Unfallstatistiken des Jahres 2016 wären das nur noch 40 Todesfälle im Vergleich zu den tatsächlichen 40.000 Unfalltoten.

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