Industrie 4.0

Maschinenbauer Trumpf wird digital

Der Maschinenbauer Trumpf will seine Produktion bis 2021 vollständig digitalisiert haben. Damit gelänge es, die Produktivität zu steigern und Kosten zu sparen, so das Unternehmen.

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Mit der Digitalisierung seiner Produktion will Trumpf die Produktivität steigern und Kosten einsparen.(Foto:Fon_nongkran/Shutterstock.com)

Industrie 4.0

Langsam aber sicher kommen Digitalisierung und Industrie 4.0 in der deutschen Wirtschaft an. Der Maschinenbauer Trumpf, einer der größten Hersteller von Werkzeugmaschinen weltweit, will seine Produktion in fünf Jahren vollständig mit Hilfe digitaler Prozesse steuern. Dann seien die Industrie-4.0-Konzepte durchgängig eingesetzt und wirksam, sagte der für den Werkzeugmaschinenbereich zuständige Geschäftsführer Mathias Kammüller am Dienstag im Firmensitz in Ditzingen. Dazu gehört zum Beispiel, Produktionsteile mit Sensoren und Chips auszustatten, um die Produktion vollständig von Computern steuern und planen zu lassen.

"Mit derartigen Anwendungsfällen können wir es schaffen, die Produktivität in den nächsten Jahren um bis zu 30 Prozent zu steigern", sagte Kammüller ohne konkrete Zahlen zu nennen. Außerdem könnten Fehlerquoten in der Produktion, Kosten und Materialbedarf gesenkt werden. In den Werken von Trumpf laufen bislang drei Pilotprojekte. In der Blechfertigung hat das Unternehmen eine ganze Produktionseinheit auf digitale Abläufe umgestellt.

Trumpf bietet auch Kunden Industrie-4.0-Lösungen an

Auf der anderen Seite ist Trumpf auch dabei, seinen Kunden Lösungen für die Industrie 4.0 anzubieten. Auf eine Stunde Bearbeitungszeit kämen in der Produktion in der Regel vier Stunden Planung, sagte Kammüller. Dort liege großes Optimierungspotenzial. Im Herbst hatte der Spezialist für Werkzeugmaschinen und Laser ein Start-up namens Axoom mit inzwischen 40 Mitarbeitern gegründet, das eine Plattform für Software zur Planung von Produktionsabläufen anbietet.

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Der Maschinenbauer Trumpf will seine Produktion künftig mit Hilfe digitaler Prozesse steuern. (Foto: Monkey Business Images / Shutterstock.com)

Für das noch bis Ende Juni laufende Geschäftsjahr rechnet Kammüller trotz anhaltender Unsicherheiten mit einem Wachstum und einer operativen Rendite auf Vorjahresniveau.

Bislang seien die Geschäfte gut verlaufen, sagte Kammüller, die Unsicherheit bleibe aber. Im vorherigen Geschäftsjahr 2014/2015 waren Trumpfs Erlöse um fünf Prozent auf 2,7 Milliarden Euro angewachsen. Vorläufige Geschäftszahlen legt Trumpf üblicherweise im Juli vor.

Industrie 4.0 hilft, Stellen zu sparen

Zuletzt beschäftigte Trumpf weltweit zuletzt rund 11 000 Mitarbeiter - etwa doppelt so viele wie vor zehn Jahren. Dabei habe Trumpf seine Produktivität gesteigert und Arbeitsschritte wegfallen lassen. Auch in Bereichen, in denen Industrie 4.0 eingeführt werde, könnten Stellen gespart werden, sagte Kammüller. Die Firma beschäftige die Mitarbeiter aber auf anderen Posten.

Bis zur vollständigen Digitalisierung scheint es aber noch ein weiter Weg zu sein. Die Website von Trumpf ist auf dem Stand von 2009. Will man als Journalist ein Foto aus der Mediadatenbank herunterladen, muss man sich anmelden. Nicht wie üblich mit einem Online-Formular, sondern per Brief.

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