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Mails werden zu Chats: Der neue Startup-Trend

Diese drei Apps wollen Mails in Chats umwandeln. Was steckt hinter der Idee?

25.03.2015 Kim Rixecker

Mails werden zu Chats: Das steckt hinter der Idee

In immer mehr Unternehmen findet ein wachsender Teil der Kommunikation nicht mehr per E-Mail, sondern über Chat-Dienste wie Slack oder HipChat statt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wichtige Fragen können zumeist deutlich schneller geklärt werden, zumal ein Chat eher einem Gespräch gleicht, während E-Mails mit ihren Begrüßungs- und Verabschiedungsfloskeln eher dem Vorbild der Briefpost entsprechen, obwohl sie letztlich deutlich schneller ankommen. Allerdings bieten die eingangs erwähnten Tools keine einfache Möglichkeit, um mit externen Kontakten in einen Dialog zu treten. Genau hier setzen die Apps von MailTime, Mailburn und Hop an.

Statt – wie bei Chat.cc – auf Mails nur aufzusetzen, wollen alle drei Hersteller E-Mails wirklich in Chats verwandeln. Ihr Vorteil gegenüber dedizierten Chat-Apps: Der Empfänger muss nicht notwendigerweise selbst eines der Tools nutzen, denn alle Nachrichten kommen nach wie vor als E-Mail an. So wird niemand ausgeschlossen, auch wenn das schnelle Hin und Her, vor allem in einer Gruppenkonversation, Nutzer eines herkömmlichen Mail-Clients unter Umständen etwas nerven könnte. Im Folgenden stellen wir MailTime, Hop und Mailburn etwas genauer vor – und gehen dabei auch auf die jeweiligen Unterschiede ein.

Kurzübersicht: Drei Apps, die Mails zu Chats machen

MailTime

MailTime ist derzeit nur für iOS 7.0 oder nachfolgende Versionen verfügbar. Eine Android-App befindet sich in der Umsetzung. Die App trennt zwischen aktiven Konversationen und allen anderen E-Mails, so sollen Nutzer besser die Übersicht behalten können. E-Mails mit mehreren Empfängern werden als Gruppen-Chat angezeigt.

Wer will, kann direkt aus einer Nachricht heraus To-Do-Listen für sich oder einen Gesprächspartner erstellen. Außerdem lassen sich Bilder und Dateien auf Dropbox direkt in Nachrichten einfügen. Derzeit größter Haken der App: Es werden nur Gmail- und Google-Apps-Konten unterstützt, was beim Einsatz gerade in größeren Unternehmen für Vorbehalten sorgen dürfte. Das soll sich erst in einer späteren Version von MailTime ändern.

Hop
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Chat statt Mail: Hop existiert als einzige App auf dieser Liste auch in einer Android-Version. (Screenshot: Play-Store)

Hop ist für Android und iOS verfügbar. Wenngleich die App auch im Geschäftsumfeld nutzbar wäre, scheinen sich die Macher eher auf Privatanwender zu konzentrieren. So bietet Hop beispielsweise die Möglichkeit, kleine Bildchen für das Gegenüber zu malen. Immerhin können damit aber auch Videos und Tonaufnahmen erstellt und direkt geteilt werden.

Benutzt auch euer Empfänger die Hop-App, könnt ihr wie bei WhatsApp sehen, wenn er gerade etwas eintippt. Tatsächlich wird die Kommunikation dann direkt über die App abgewickelt und landet nur noch als Backup auf eurem Mail-Server.

Mailburn
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Mailburn macht aus euren E-Mails Chats. (Grafik: Mailburn)

Ähnlich wie MailTime unterstützt Mailburn derzeit nur Googles E-Mail-Dienste, auch gibt es bislang nur eine iOS-App. Allerdings haben die Macher ambitionierte Ziele: Mailburn soll nicht nur E-Mails als Chat darstellen, sondern mittelfristig auch einen Haufen zusätzlicher Funktionen bieten, die wir bislang nicht von unseren E-Mail-Clients kannten. Beispielsweise soll es in späteren Versionen der App möglich sein, den Status von Jira-Tickets direkt innerhalb von Mailburn zu verändern. Bis es so weit ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern

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