Women in Digital Business

Männer oder Frauen: Wer spricht besser digital?

Noch immer ist der Frauenanteil in der IT erheblich niedriger als in vielen anderen Branchen – zu Unrecht. Die eintägige Konferenz „Women in Digital Business“ will dazu beitragen, das zu ändern. Mit dabei: Sandra Babylon, Managing Director von Accenture Deutschland.

17.03.2016
CB 2016 Women in digital business

Digital Fluency – mit diesem Begriff bezeichnet Accenture, wie stark sich ein Mensch bereits mit digitalen Technologien auseinandergesetzt und diese in sein Leben integriert hat. Einer aktuellen Studie des Beratungshauses zufolge, "sprechen" Frauen deutlich schneller digital als Männer. In ihrem Vortrag im Rahmen der Konferenz "Women in Digital Business" stellte Sandra Babylon diese und weitere überraschende Statistiken rund um die Geschlechterdebatte im digitalen Zeitalter vor.

58 Prozent der deutschen Männer sagen demnach, dass digitale Technologien eine bessere Work-Life-Balance ermöglichen würden – beispielsweise, weil Mitarbeiter nicht mehr vom Büro aus arbeiten müssen. Von den Frauen stimmen nur 45 Prozent zu. Eine Rolle spiele dabei, dass sich zwar die Technik verändert habe, aber die Einstellung von Kollegen und Vorgesetzten nicht: Wer zu Hause arbeitet, dem wird allzu leicht unterstellt, er wäre weniger produktiv. Ein Trugschluss, der schwer aus den Köpfen zu entfernen ist.

Noch viel zu tun

62 Prozent der Deutschen sagen, für Mütter und Väter sei es weiterhin erheblich schwieriger, beruflich voranzukommen, als für Kinderlose. Und 70 Prozent sind der Meinung, auch im von Gleichstellung geprägten Jahr 2016 würden Männer leichter Karriere machen als Frauen.

Interessant: Die Digitalisierung mit ihren zahlreichen Kommunikationsmöglichkeiten treibt Multitasking voran, eine Stärke, die gerne den Frauen zugesprochen wird. Tatsächlich aber tauschen sich heute genauso viele Männer wie Frauen beispielsweise parallel zu einer Telefonkonferenz mit Kollegen per Instant Messaging oder E-Mail aus.

Die permanente Kommunikation und ständige Verfügbarkeit sehen allerdings 62 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer als Hürde für eine effektive Mitarbeiterführung an. Führungskräfte sollten nicht ständig erreichbar sein, so die Kernaussage.

Lücken schließen

Insgesamt zeigt die Studie, dass die digitale Arbeitswelt die Erwartungen, Fähigkeiten und Chancen von Männern und Frauen enorm angleichen. Theoretisch also wird die "Lücke zwischen den Geschlechtern" immer kleiner – auch in der IT-Branche. "Die Realität jedoch sieht noch anders aus", so Babylon.

Die Konferenz "Women in Digital Business" findet bereits zum zweiten Mal statt, veranstaltet von Bitkom, Vogel-IT, WIN und der CeBIT. 13 Vorträge namhafter Rednerinnen, zahlreiche Workshop-Formate, World Cafés und Think Tanks beleuchten, welche Erfolgsfaktoren und besonderen Ansprüche es für Frauen im Digitalsektor von heute und morgen gibt.

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