CEBIT Global Conferences

Kindersicherheit im Netz: "Whatsapp wurde mir zu gefährlich"

Wie schützt man Kinder im Digitalen Raum? Wie geht man um mit Mobbing und Kriminalität gegenüber den Jüngsten im Netz. Thema einer spannenden Diskusion bei den CeBIT Global Conferences.

17.03.2016
CGC - Tabaluga

Auch ohne den aus familiären Gründen verhinderten Peter Maffay entwickelte sich am vierten Tag der CeBIT Global Conferences auf der Open Stage eine spannende Diskussion zum Thema "Sicher aufwachsen in der digitalen Welt". Das lag nicht etwa am grünen Drachen Tabaluga, der es sich am Bühnenrand bequem gemacht hatte – sondern an dem kleinen Niklas, der alle Zuschauer sofort mit seinem Charme in den Bann zog. Als Kinderreporter hatte er unter anderem Bundespräsident Joachim Gauck getroffen. "Wie war das?", wollte Moderator Brent Goff wissen. "Er hatte keine Zeit. Aber wir haben ein Selfie gemacht", sagte Niklas.

Nur 45 Minuten Internet pro Tag

Der Junge erzählte unter anderem von seinem persönlichen Internetkonsum, den er sich durch Erledigung seiner Hausaufgaben und Hilfe im Haushalt verdienen muss und der auf maximal 45 Minuten am Tag beschränkt ist. Und erzählte dann auch, dass er zum Beispiel Whatsapp gelöscht habe, weil das zu gefährlich geworden sei – zu groß sei die Gefahr von Mobbing geworden.

Internetmobbing nimmt zu

Eine Entwicklung, die unter jungen Internetnutzern offensichtlich zunimmt. Der niedersächsische Staatssekretär Stephan Manke berichtete, dass die Polizei immer mehr Fälle von Internetmobbing verfolge, aber aufgrund von seltenen Anzeigen die Dunkelziffer wohl sehr hoch sei. "Es ist sehr schwer das zu verfolgen, weil wir das nur können, wenn es angezeigt wird", sagte er. Die beste Lösung sei Aufklärung und Prävention in den Schulen.

CGC - Tabaluga

Umgang mit dem Internet lernen

"Kinder müssen lernen, mit dem Internet umzugehen", sagte auch Ralf Nickel, Vorsitzender des Vereins White IT e.V. "Und auch Eltern brauchen jemanden, der ihnen zeigt, was wichtig ist. Als Verein wollen wir Eltern helfen, mit diesen Themen umzugehen."

FragFINN hilft beim sicheren Surfen

Fritz-Uwe Hofmann von der Deutschen Telekom berichtete von einem weiteren Ansatz: Die Suchmaschine FragFINN. Hier hätten Kinder Gelegenheit, in einem sicheren "Surfraum" das Netz zu erkunden. Wer FragFINN nutze, der sehe nur Webseiten, die von Medienpädagogen nach dem Vieraugenprinzip überprüft worden seien. "Wir wollen FragFINN bald auch international anbieten", verriet Hofmann.

Notfallsystem hilft bedrohten Kindern

Da Kinder allerdings nicht nur im Netz bedroht werden können, stellte Johanna Rothmann von der migardo GmbH das gemeinsam mit Peter Maffay entwickelte Notfallsystem "Tabaluga SOS" vor. Im Moment noch per App und bald auch mit einem eigenständigen Gerät können Kinder die Notfallzentrale von Tabaluga SOS alarmieren, wenn etwas passiert – das kann sowohl eine Bedrohung auf dem Schulweg sein, als auch Mobbing im Internet.

CEBIT Global Conferences Security RSS Feed abonnieren