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Kinderhilfswerk plädiert für weniger Kinderfotos im Netz

Niedliche Kinderfotos im Netz generieren mehr Likes als Katzenvideos. Viele Eltern können sich da kaum zurückhalten, selbst die sogenannten Elternblogger nicht. Das Deutsche Kinderhilfswerk hält jetzt dagegen, unterstützt von einer Facebook-Kampgane.

22.11.2017
Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk
Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Rund 2000 Elternblogs gibt es in Deutschland, in der Mehrzahl von Müttern geschrieben und oft von Marken wie Pampers oder Weleda gesponsort. Längst ist daraus ein eigenes Geschäftsfeld mit Branchentreffen, Vermittlungs- und Ratgeberseiten sowie angeschlossenen Shops entstanden.

Die deutsche Mamabloggerin Marisa Hart etwa trägt mit ihrem Blog Baby, Kind & mehr entscheidend zum Einkommen ihrer fünfköpfigen Familie bei.

Doch nicht nur Profis wie Hart stellen Kinderfotos ins Netz, auch ganz normale Eltern tun das. Oft sind Kinder schon vor ihrem zweiten Lebensjahr präsent: Auf Fotos, für die ihre Eltern Dutzende Likes erhalten – und die für die Kinder später möglicherweise peinlich sind. Das Deutsche Kinderhilfswerk will Eltern jetzt für die Persönlichkeitsrechte ihrer Kleinen sensibilisieren. Seit Anfang November plädiert eine Facebook-Kampagne für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Kinderfotos. Das Kinderhilfswerk rät, keine Gesichter zu zeigen, ganz besonders nicht zusammen mit personenbezogenen Daten.

"Das Posten von Bildern oder von Informationen über Kinder ohne deren Zustimmung ist aus kinderrechtlicher Sicht in vielerlei Hinsicht bedenklich.", betont Präsident Thomas Krüger. Eine vom Kinderhilfswerk durchgeführte Umfrage zeigt, dass gut ein Drittel aller Eltern Fotos ihrer Kinder ins Netz stellt, ohne diese vorher zu fragen.

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