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KI aus der Cloud gegen moderne Cyber-Bedrohungen

Der Einsatz von KI lässt Unternehmen derzeit hoffen, mit der wachsenden Zahl komplexer Bedrohungen und ihren immer ausgefeilteren Methoden wieder Schritt halten zu können. Diskutiert wird allerdings zuweilen, warum die entsprechenden Lösungen unbedingt Cloud-basiert sein müssen.

30.10.2017 Quelle: funkschau Ross Brewer
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Tatsächlich ist die Cloud als Basis aber ein Architekturelement, dass zur Stärke der modernen Lösungen entscheidend beiträgt. Ein Blick auf die Gesamtsituation klärt, warum dies so ist.

Die Ausgangslage

Bedrohungen durch Angreifer, die valide Anmeldedaten an sich bringen konnten oder auf andere Weise Insider-Status erlangt haben, geben ein gutes Beispiel dafür ab, dass die gefährlichsten Angriffsstrategien häufig zugleich am schwierigsten aufzudecken sind. Den Missbrauch gültiger Credentials zu erkennen, stellt eine echte Herausforderung für die verfügbaren Techniken zur Bedrohungsanalyse dar – was wiederum die Cyber-Kriminellen allzu gut wissen, weshalb die entsprechenden Methoden zu ihren absoluten Favoriten gehören.

Gleichzeitig steigt der Druck auf die Organisationen, professionell und risikogerecht gegen die Bedrohungslage vorzugehen. Die EU-Datenschutzverordnung (EU-DSGVO) wird diesen Druck noch verstärken, wenn sie nächstes Jahr in Kraft tritt.

Die Security-Teams haben deshalb einen noch wichtigeren Job als jemals zuvor. Sie müssen bei steigenden Risiken weiterhin den Schutz der Unternehmensdaten gewährleisten. Dazu allerdings fehlt es allzu häufig an Geld und Zeit. Hinzu kommt der vieldiskutierte Fachkräftemangel, der dazu führt, dass sich zwischen den wachsenden Arbeitsanforderungen und der Personaldecke eine immer größere Schere auftut. Die Teams können es sich einfach nicht mehr leisten, massiv Zeit für die manuelle Jagd auf Bedrohungen aufzuwenden oder immer wieder neue Security-Produkte zu implementieren.

Zeit für neue Ansätze

Vor diesem Hintergrund hat das auf Perimeter-Schutz gestützte Sicherheitsmodell der Vergangenheit ausgedient. Die gewaltige Aufgabe, auch in heutiger Zeit Unternehmenswerte effektiv zu schützen, kann es nicht mehr bewältigen. An seine Stelle muss zunehmend die automatisierte Bekämpfung aktiver Bedrohungen treten und in diesem Zuge der Einsatz Cloud-basierter KI-Lösungen. IDC rechnet damit, dass der Markt für entsprechende Produkte bis 2021 mit einer jährlichen Rate von 39 Prozent wachsen wird – so jedenfalls ein aktueller Report. Eine davon unabhängige Studie desselben Marktforschungsunternehmens sagt zugleich aus, dass die Zukunft der KI-Lösungen in der Cloud als Basis liegt.

Dies passt zunächst einmal zum aktuellen Trend zu Cloud-zentrierten IT-Strategien. Im Security-Bereich haben Lösungen, die auf Cloud-Komponenten setzen, eine Reihe von Vorteilen – sie ermöglichen einen schnellen und problemlosen Einstieg, sparen Zeit und Geld und verschaffen den Anwendern einen Zugang zu KI-gestützter Analytik, wie sie sich auf andere Weise praktisch gar nicht verwirklichen ließe.

Moderne KI ist technisch so anspruchsvoll, dass sie sich in den Anwendernetzen selbst kaum noch zu vertretbaren Kosten aufbauen lässt – aber aus der Cloud heraus kann sie als "Plug-and-Play"-Angebot zur Verfügung stehen und den hoch belasteten Security-Teams binnen kürzester Frist an die Seite gestellt werden. Die Sicherheitsspezialisten haben dann sofort wieder eine Chance, sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren und müssen sich nicht auch noch mit der langwierigen Installation und Inbetriebnahme eines neuen Werkzeugs herumschlagen.

Und noch ein Aspekt ist wichtig: Eine Cloud-gestützte Architektur macht es KI-Lösungen erstens möglich, global zu lernen und dabei Bedrohungen aus der ganzen Welt einzubeziehen, und sie erleichtert es zweitens, der KI ein aufwändiges, zentrales Training zukommen zu lassen, von dem dann alle Anwender zugleich kostengünstig profitieren. KI-Instanzen in der Cloud verarbeiten in Echtzeit Feedback aus der ganzen Welt und schaffen es fast ebenso schnell, darauf zu reagieren. Dies erhöht in hohem Maße die Chancen, auch den am besten versteckten Bedrohungen auf die Spur zu kommen, und es hilft den KI-Systemen dabei, gegen neue Angriffsstrategien schneller und zielgenauer Abwehrmaßnahmen zu entwickeln.

Cloud-KI schützt dynamische Unternehmen

Cloud-gestützte KI kann auf große Bandbreite an Verhaltensmodellen zurückgreifen, die beschreiben, wie Anwender IT-Infrastrukturen heute benutzen und wie sich das Anwenderverhalten weiterentwickelt. Diese Basis macht es leichter, echtes Angriffsverhalten als Abweichung vom Normalfall auch dann mit hoher Sicherheit und mit geringer False-Positive-Rate zu erkennen, wenn es von berechtigten Usern ausgeht.

Die Anwendung von KI auf das Management des gesamten Lebenszyklus einer Bedrohung wird eine ganze Reihe typischer Arbeitsschritte der Security-Teams automatisieren und eine deutlich höhere Effektivität bei der Bedrohungserkennung zur Folge haben. Die Analytik bietet dafür ein gutes Beispiel. Hacker entwickeln ihre Taktiken und Techniken permanent weiter, um existierende Sicherheits-Tools und -Maßnahme umgehen zu können. Sie nutzen dabei sowohl bekannte aus auch unbekannte Sicherheitslücken aus und bringen Angriffsverfahren in Stellung, die zuvor noch nie irgendwo registriert wurden.

Gegen diese Vorgehensweise wird Cloud-gestützte KI mehr und mehr zur Waffe der Wahl. Sie ist proaktiv und kann Angriffsschritte vorhersehen, ohne dass sie erst lange durch das Security-Personal vor Ort konfiguriert, trainiert und optimiert werden muss. Sie lernt vor Ort automatisch, welches Verhalten im Netz als normal gelten muss, und registriert mithilfe ihres Cloud-gestützten Wissens auch die subtilsten Abweichungen bei Events und im Netzwerk-Verhalten, die auf einen Angriff hindeuten könnten.

Cloud-gestützte KI reduziert das Grundrauschen, aus dem die Security-Analysten sonst manuell die Anzeichen tatsächlich verdächtigen Verhaltens herausfiltern müssen. Sie macht es möglich, eine höhere Zahl von ausgefeilten Angriffen schon in frühen Phasen zu erkennen und zu neutralisieren. Die Cloud-Architektur verkürzt den Zeitraum bis zum produktiven Einsatz und verhilft den Anwendern dazu, eine beachtliche Zahl zeitaufwändiger manueller Security-Prozesse in den Bereichen Erkennung und Response entweder zu eliminieren oder so umzugestalten, dass sie effektiver ablaufen.

Die Security-Teams können sich dann wieder auf jene höherwertigen Tätigkeiten konzentrieren, die tatsächlich menschliches Eingreifen und den Einsatz menschlicher Intelligenz erfordern.

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