Internet of Things

Jetzt denkt die Waschmaschine auch noch mit

Das Internet of Things wird für den E-Commerce immer spannender. Nach Gilette und Amazon setzt jetzt auch Miele auf internetfähige Geräte, die bei Bedarf Nachfüllprodukte online nachordern.

16.09.2015 Daniela Zimmer

Internet of Things trifft E-Commerce

Smarte-Waschmaschine-1
Mieles smarte Waschmaschine lässt den E-Commerce in das Internet der Dinge vordringen. (Foto: Miele)

Internet of Things gelangt in die Waschküche: Der Haushaltsgerätehersteller Miele hat eine Waschmaschine präsentiert, die ihren Besitzer an die Nachbestellung von Waschmittel erinnert. Dazu verbindet sie sich per WLAN mit dem heimischen Router und ist über eine App für Android und iOS ansteuerbar. Geht das Waschmittel allmählich zur Neige, sendet das Gerät automatisch eine Nachricht an das mobile Endgerät des Benutzers. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, sofort nachzubestellen. Hierfür genügen drei Klicks, und der gesamte Vorgang vom Lesen der Nachricht bis zum Absenden der Bestellung dauert nicht mehr als eine Minute. Geliefert wird binnen weniger Tage.

Die Verbindung der Waschmaschine WMH 721 WPS EditionConn@ct mit dem hauseigenen Router erfolgt über ein serienmäßiges WLAN-Modul, so dass keine zusätzliche Hardware erforderlich ist. Benötigt wird lediglich die neue Miele App "EditionConn@ct", die kostenfrei für iOS und Android verfügbar ist. Nach Öffnen der Benachrichtigung gelangt der Kunde automatisch in den Shop, in dem das aufgebrauchte Waschmittel direkt angezeigt wird. Die Elektronik der Waschmaschine ermittelt den Füllstand der Kartuschen und versendet bei Bedarf automatisch die Nachricht.

Smarte-Waschmaschine-2

WMH 721 WPS EditionConn@ct: Die smarte Waschmaschine von Miele informiert den Nutzer über den Waschmittel-Vorrat und bestellt bei Bedarf Nachschub.

Die smarten Maschinen - mit denen Miele auf den Trend Internet der Dinge setzt - sollen im Laufe des Jahres 2016 mit einer Stückzahl von zunächst 2.000 Exemplaren in die Läden kommen. Parallel arbeitet der Hersteller auch schon an vernetzten Geschirrspülern, die ihre Besitzer informieren, wenn Salz, Klarspüler oder Geschirrspüler-Tabs fast aufgebraucht sind. Bei letzteren kalkuliert das Gerät den Verbrauch von einem Tab pro Programmdurchlauf. "Mit unserer mobilen Bestellfunktion tragen wir den veränderten Bedürfnissen der Kunden Rechnung, die auch bei den Gütern des täglichen Bedarfs einen immer größeren Teil ihrer Einkäufe online erledigen."

Vorreiter Amazon

Dass Kunden es zu schätzen wissen, wenn ihnen der lästige Einkauf von Low-Involvement-Produkten abgenommen wird, zeigen die Erfahrungen von Amazon mit dem Amazon-Dash-Button. Der E-Commerce-Riese kündigte vor wenigen Tagen an, dass das per Plastikknopf bestellbare Sortiment auf 500 Produkte von 29 Marken erweitert würde. "Diese Ankündigung ist wirklich ein Zeichen dafür, dass es funktioniert und wir werden es weiter skalieren und vorantreiben", so Amazons Produktmanagement-Chef Daniel Rausch.

Auch der Markenartikler Gilette, der seine Klingen in den USA übrigens auch über den Dash-Button verkauft, beginnt frühzeitig damit, eigene Erfahrungen in Sachen Internet of Things zu machen. Mit der "Gilette-Box" entwickelte er ein online-fähiges Gerät, über das sich Männer auf Knopfdruck die Klingen für das derzeitige High-End-Produkt online nachbestellen können.

Auch auf der CeBIT im kommenden Jahr wird das Thema Internet der Dinge eine zentrale Rolle spielen. Zahlreiche Anwendungen, Lösungen und auch neue Geschäftsmodelle rund um IoT werden in der Halle 13 in einem eigenen Themenbereich gezeigt werden.

Internet of Things RSS Feed abonnieren