ERP & HR Solutions

Interview mit Dr. Christine Lötters zu Arbeit 4.0

Dr. Christine Lötters zu Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung für die Personalabteilung

29.02.2016
Christine Lötters

Oft hört man in letzter Zeit den Begriff Arbeitswelt 4.0. Ist das nicht ein bedrohliches Zukunftsszenario, das für menschleere Fabrikhallen steht?

Nein. Arbeitswelt 4.0 bedeutet, eine umfassende Veränderung der bislang bekannten Eckpfeiler des Arbeitsalltags. Die Digitalisierung hält Einzug in alle Bereiche des Unternehmens. Arbeiten ohne IT ist schon lange undenkbar geworden. Doch Arbeitswelt 4.0 geht noch einen Schritt weiter.

IT und Digitalisierung haben bereits in weiten Teilen die Arbeit an sich verändert – und das wird sich mit hohem Tempo fortsetzen. Dieser tiefgreifende Wandel stellt die Unternehmen vor neue Herausforderungen, die einzelne Abteilungen nicht mehr alleine lösen können. Hier sind ganzheitliche und abteilungsübergreifende Lösungsansätze gefordert. Aus diesem Grund flaggt die CeBIT in diesem Jahr bewusst den Bereich Human Ressource nicht nur thematisch, sondern auch räumlich im Umfeld des großen Themas Enterprise Ressource Planning auf der Messe aus. Hinzu kommen mehrere Podiumsdiskussionen rund um das Thema HR.

Denn klar ist doch: Personalarbeit ohne IT wird es zukünftig nicht mehr geben, dies ist allen bewusst. Wie sich die Personalabteilungen die IT aber noch besser zu Nutze machen können, um sich für künftige Veränderungen aufzustellen, ist noch lange nicht in allen Unternehmen als Arbeitsauftrag angekommen. Dabei ist der unternehmerische Wert strategischer Personalarbeit ein wichtiger Faktor. Abteilungsübergreifende Entscheidungen sind gefragt. Und gerade solch abteilungsübergreifende Entscheidungen lassen sich auf der CeBIT gut vorbereiten. Zahlreiche Angebote ohne große Wege ermöglichen es den verschiedenen Unternehmensentscheider, sich gemeinsam zu informieren.

Das hört sich nach viel Dynamik und auch Veränderung an?

Die digitale Transformation muss Schritt für Schritt vorangetrieben werden. Ein wichtiger Baustein ist die Gewinnung neuer Mitarbeiter. Aktives Personalmanagement ist die Antwort. Hierzu gehört auch eine zunehmende Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Mitarbeiter wollen immer mehr private und berufliche Interessen unter einen Hut bringen, Worklife-Balance und Familienzeiten sind da ja sehr aktuelle Forderungen. Auf der anderen Seite müssen Unternehmen Servicezeiten oftmals rund um die Uhr sicherstellen. Dies lässt sich ohne entsprechende Personaleinsatzplanung und intelligente Softwarelösungen gar nicht mehr bewältigen.

Betroffen sind auch die einzusetzenden Technologien. Zukunftsfähige Lösungen auf Basis modernster Technologien, lauten die Herausforderungen, die Hard-/ Softwarehersteller nur gemeinsam mit ihren Kunden umsetzen können. Auch hier sind wieder Entscheider aus der IT, der Geschäftsführung und der Personalabteilung gefragt. Die Mitarbeiter müssen diese Technologie bedienen können, die Technologie wiederum muss den Mitarbeitern dienen. Mobile Computing wird zum Standard, größtmögliche Flexibilität und Transparenz werden gefordert.

Wieso ist die Nähe zu den Themen rund um ERP so sinnvoll?

ERP-Systeme mit integrierten HR-Tools versus Speziallösungen für die Personalarbeit. Das ist ja oftmals die zentrale Frage, die im Übrigen auch von der CeBIT in diesem Jahr aufgegriffen wird. ERP-Systeme sind in den Unternehmen flächendeckend im Einsatz. Doch reichen die dort integrierten HR Module aus, um den Mittelstand beim Sprung in die digitale Arbeitswelt 4.0 zu begleiten?

Unumstritten ist, dass das Personalwesen einen wichtigen Beitrag für eine zufriedene und motivierte Belegschaft leistet. Moderne HR-Systeme sind daher ein zentraler Baustein, um mittel- und langfristig den Wettbewerbserfolg sicherzustellen. Ohne aktives Personalmanagement wird es nicht mehr gehen. Umfassendes Workforce-Management, bewusstes Talent- und Kompetenzmanagement, gezielte Ausbildungsbegleitung und Wissensmanagement werden unverzichtbar. Unerheblich ist es, ob durch die Cloud-Revolution die klassischen Inhouse-Lösungen zunehmend durch webbasierte HR-Tools als SaaS zur Miete ersetzt oder ergänzt werden.

Erfahren Sie mehr zum ERP und HR auf der CeBIT hier ...

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