Big Data & Business Intelligence

Intelligenz im Hintergrund

Daten, Daten, und immer mehr Daten. Während aber der User vor dem Bildschirm in der Regel nur das Ergebnis von Big Data, Cloud und Co zu sehen bekommen, bleiben die operativen Gehirne dieser digitalen Trends weitgehend unbeachtet. Denn das einzige, was man von ihnen erwartet: funktionieren. Auch deshalb werden die Anforderungen an Rechenzentren immer höher. Neben Energiekosten und Sicherheit der Daten ist für Unternehmen vor allem ein effizientes Infrastrukturmanagement unerlässlich.

09.03.2015
Intelligenz im Hintergrund

Leistung erzeugt Hitze. Diese simple Logik ist für kaum einen Bereich so bedeutend, wie für Rechenzentren, in denen sich Big Data manifestiert, den physischen Speicherort der Cloud, den Gehirnen der digitalen Welt. Denn die fortschreitende Digitalisierung erhöht zunehmend die Anforderungen an Rechenzentren: Immer größere Datenmengen wollen gespeichert, verwaltet und gesichert werden. Im vergangenen Jahr wuchs in Deutschland der Umsatz im Cloud-Business-Bereich laut Branchenverband BITKOM um fast 50 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro. BITKOM-Präsident Dieter Kempf rechnet bis 2018 mit einem Anstieg auf fast 20 Milliarden Euro: "Die Cloud-Technologie ist so attraktiv, dass es in den kommenden Jahren weiter ein hohes zweistelliges Wachstum geben wird."

Doch nicht nur professionelle Cloud-Anbieter stehen vor neuen Aufgaben wie etwa dem sich rasant entwickelnden Internet der Dinge. Auch firmeninterne Rechenzentren müssen für die Anforderungen der Zukunft bereit gemacht werden. Besonders die Einschätzung der zu bewältigenden Datenmengen stellt Unternehmen laut einer unabhängigen Studie des IT-Service-Anbieters Colt vor eine Herausforderung: 63 Prozent gaben an, dass ihnen in den vergangenen 12 bis 24 Monaten Fehler bei der Kapazitätsplanung des Rechenzentrums unterlaufen sind.

"Die Effizienzplanung ist eine große Herausforderung, die schwer zu meistern ist",
bestätigt Kushagra Vaid, General Manager für Cloud Server Engineering bei Microsoft.

Der Datacenter-Experte ist einer der Sprecher auf der Konferenz "DatacenterDynamics Converged" im Rahmen der CeBIT 2016. Eine mögliche Lösung für dieses Problem könnte ein Tool namens Quasar sein, das an der Standford University entwickelt wurde. Es soll vorhersagen können, wie viel Rechenleistung eine Anwendung benötigt. "In der Regel ist es schwierig zu verstehen, in welchem Ausmaß Anwendungen Ressourcen benötigen. Außerhalb der großen Cloud-Computing-Anbieter habe ich so etwas wie Quasar noch nicht gesehen", sagt Vaid.

Energieeffizienz als zentrales Thema

Stromverbrauch- und die damit verbundenen Kosten sind nach wie vor ein wichtiger Aspekt bei der Planung und Organisation von Rechenzentren. Gerade in Deutschland, wo im europäischen Vergleich der Strom am teuersten ist, spielen sie eine entscheidende Rolle. Nicht nur für die Bilanz einzelner Unternehmen, sondern auch aus gesamtökologischer Sicht. Denn Rechenzentren sind derzeit für rund 1,8 Prozent des nationalen Stromverbrauchs verantwortlich.

Microsoft geht in einen Forschungsprojekt anscheinend den entgegengesetzten Weg : zurück zu Brennstoffzellen. Diese sind im Server-Rack angebracht. Indem der Strom direkt an Ort und Stelle erzeugt und verbraucht wird, soll der Energieverlust beim Transport vermieden werden.

Herausforderung kostengünstige Kühlung

In den Jahren 2007 bis 2009 war die Kühlung der Serverräume laut der Studie "Data Center 2025" die größte Herausforderung. Mittlerweile ist es zwar auf Rang drei abgerutscht, aber immer noch von großer Bedeutung. In schlechten Fällen ist die Kühlung für ein Drittel der Kosten verantwortlich.

Global Player haben die Freiheit Ihre Data Center dort zu bauen, wo Ihnen die Natur bei der Kühlung hilft. Doch Rechenzentren in Finnland ( Google ) oder Schweden ( Facebook ) sind für die meisten Unternehmen keine Option. Hierzulande muss die Technik für Kühlung sorgen. Das führt zu innovativen Ideen: Das Rechenzentrum der Noris Network in Nürnberg soll durch den Einsatz von Kühlrädern einen Power Usage Effectiveness-Wert (PUE) von 1,2 erreichen. Der Idealwert liegt bei 1,0.

DatacenterDynamics Converged – das Fachevent auf der CeBIT 2016

Auf dem Fachkongress "DatacenterDynamics Converged" im Rahmen der CeBIT 2016 treffen sich die führenden Köpfe der Branche, um unter anderem über dieses Thema zu diskutieren. Zu den rund 100 internationalen Referenten zählt neben Kushagra Vaid von Microsoft, Barak Regev, Leiter der EMEA Cloud Platform von Google. Außerdem spricht Maximilian Ahrens, Vorstand der Deutschen Börse Cloud Exchange, der ersten Börsenplattform zum Handel mit Cloud Ressourcen. Und Tobias Fritsch, Program Manager beim Allianz Data Center Consolidation Program berichtet davon, wie bei Deutschlands größtem Versicherer weltweit 140 Rechenzentren in fünf Standorten zusammengeführt werden.

Big Data & Business Intelligence Cloud RSS Feed abonnieren