Security

IBMs Watson kämpft jetzt auch gegen Cyber-Crime

Das kognitive System Watson von IBM soll künftig IT-Sicherheitsexperten bei der Analyse und der Überwachung von Cyber-Gefahren unterstütze. Derzeit laufen Pilotprojekte an acht US-Unis.

30.05.2016 Jens Stark
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IBMs kognitives System Watson soll nun auch bei der Bekämpfung von Cyber-Kriminellen zum Einsatz kommen. (Foto: carlos castilla / Shutterstock.com)

Forschung für mehr IT-Sicherheit

Cognitive Computing meets Security: In Kooperation mit acht amerikanischen Universitäten startet der IT-Sicherheitsarm von IBM ein Pilotprojekt, um das kognitive System Watson fit für die Cyber-Abwehr zu machen. Ziel ist es, IT-Sicherheitsexperten in Unternehmen bei Analyse, Auswertung sowie Monitoring von Cyber-Gefahren zu unterstützen. IBM hatte auch Watson auch in diesem Jahr auf der CeBIT in Hannover in unterschiedlichen Anwendungsszenarien präsentiert.

Darüber hinaus soll Watson im Fall eines Angriffs auch Empfehlungen für die jeweils passende Sicherheitsstrategie geben. Vom kommenden Herbst an werden rund 200 IT-Studenten der am Pilotprojekt beteiligten Universitäten dem kognitiven System große, themenbezogene Datenmengen zuführen und es für kommende Aufgaben trainieren.

"Viele IT-Sicherheitsverantwortliche sind überfordert mit der Bewältigung der ständig steigenden Datenflut. Die Identifizierung von Sicherheitslücken wird dabei oft zur Suche nach der berühmten Stecknadel im Heuhaufen", sagt Gerd Rademann, Business Unit Executive Security Systems, IBM DACH. "Wir setzen daher auf den Einsatz von kognitiven Watson-Technologien, um Cyber-Kriminalität künftig noch effektiver zu bekämpfen. Das lernende System kann sehr große Datenmengen in Echtzeit verarbeiten und analysieren, schnell Muster und Anomalien erkennen und in einem weiteren Schritt auch Empfehlungen für denkbare Abwehrstrategien geben", führt er weiter aus.

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Jeb Linton von IBM zeigt der Studentin Lisa Methews, wie IBMs Watson mit IT-Sicherheitskonzepten gefüttert wird. (Foto: IBM)

Sicherheitsvorfälle ohne Ende

Der Bedarf ist da: Jüngste Studien belegen, dass Unternehmen im Durchschnitt täglich rund 200.000 Hinweise auf Sicherheitsvorfälle bekommen. Die Vorfälle sind in den allermeisten Fällen zwar eher unkritisch, ihre Bearbeitung kostet aber etwa 21.000 Stunden pro Jahr beziehungsweise 1,3 Millionen Dollar.

Ziel von IBM ist es, Watson mit bis zu 15.000 Sicherheitsdokumenten pro Monat zu füllen. Dazu gehören auch die Berichte der IBM X-Force-Teams, die seit über 20 Jahren zur Cyber-Sicherheit forschen. Diese Berichte dokumentieren das geballte Wissen der IT-Sicherheitsexperten zu über acht Millionen Spam- und Phishing-Attacken sowie zu über 100.000 dokumentierten Systemschwachstellen.

Das Pilotprojekt soll nun neue Optionen in der Bekämpfung von Cyber-Gefahren bieten. Denn Daten bewegen sich im virtuellen Raum immer schneller von A nach B. Dies öffnet auch neue Türen für Cyber-Kriminelle: Die Attacken häufen sich und nehmen Ausmaße an, die ein einzelner IT-Sicherheitsverantwortlicher kaum mehr alleine kontrollieren kann. Ziel der Kooperation von Universitäten und IBM ist es daher, ihn mit kognitiven IT-Sicherheitslösungen zu unterstützen, dass er auf aktuelle Gefahren angemessen reagieren kann.

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