Recht & Datenschutz

Homeoffice: Diese Verordnung verärgert Arbeitgeber

Eine geplante Änderung der Arbeitsstättenverorodnung könnte das Ende des Homeoffice bedeuten.

18.02.2015 Melanie Petersen

Die Bedingungen im Homeoffice sollen angepasst werden

In der geplanten Arbeitsstättenverordnung 2015 ist vorgesehen, Telearbeitsplätze im Homeoffice denen im Büro gleichzustellen. Was sich nach einer erstrebenswerten Neuerung anhört, ist jedoch Grund für einigen Missmut auf Arbeitgeberseite. Vor allem geht es dabei um die Gestaltung der Heimarbeitsplätze. Im Homeoffice sollen künftig die gleichen Bedingungen geschaffen werden, wie sie für einen regulären Arbeitsplatz im Betrieb vorgesehen sind. Arbeitgeber könnten daraus die Konsequenz ziehen, solche Heimarbeitsplätze nicht mehr anzubieten.

Die novellierte Arbeitsstättenverordnung sieht unter anderem vor, dass der Arbeitsplatz über eine Helligkeit von mindestens 500 Lux verfügen muss, die Schreibtischfläche reflexionsarm zu gestalten ist und außerdem so groß zu sein hat, dass der Arbeitnehmer beim Schreiben seine Handballen vor der Tastatur auflegen kann, so die Mitteldeutsche Zeitung .

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Der Arbeitsplatz im Homeoffice würde nach der geplanten Novellierung den gleichen Regeln wie im Unternehmen unterliegen. (Foto: Shutterstock)

Arbeitgeber muss Homeoffice besichtigen

Hier stehen das Recht des Mitarbeiters auf Unverletzlichkeit der Wohnung und das allgemeine Persönlichkeits-recht entgegen.

Die CDU und Arbeitgeberverbände kritisieren, dass eine solche Regelung kaum durchführbar sei. In einem Statement des Bundesverbandes der Arbeitgeber (BDA) heißt es: „Die Aufnahme von Telearbeitsplätzen würde bedeuten, dass der Arbeitgeber jeden Telearbeitsplatz, den er für seine Beschäftigten einrichtet, vor Ort – also in der Privatwohnung des Beschäftigten – besichtigen müsste, um beurteilen zu können, ob der Arbeitsplatz im Sinne der ArbStättV eingerichtet ist. Dies wird erhebliches Konfliktpotenzial bringen.“ Weiter müsste der Arbeitgeber beziehungsweise die von ihm beauftragte Fachkraft – um eine Bewertung vorzunehmen – in die Privatsphäre der betroffenen Mitarbeiter eindringen und gegebenenfalls Änderungen hinsichtlich des Arbeitsplatzes in der Wohnung des Beschäftigten einfordern. Dazu könne nicht gewährleistet werden, dass die Vorschriften regelmäßig überprüft würden. Hier stünden das Recht des Mitarbeiters auf Unverletzlichkeit der Wohnung und das allgemeine Persönlichkeitsrecht sich entgegen. So möchte sicher nicht jeder, der im Homeoffice arbeitet, seinem Arbeitgeber Einblicke in seine Wohnverhältnisse gewähren. Wie man in diesem Fall damit umgeht, ist derzeit noch völlig unklar.

Andrea Fergen von der IG Metall und stellvertretende Vorsitzende des Ausschusses für Arbeitsstätten (ASTA) kontert, dass nur Telearbeitsplätze betroffen seien, die vom Betrieb eingerichtet wurden. Diese könnten von den Arbeitgebern natürlich aufgesucht und überprüft werden. Gelegentliche Arbeiten vom Privat-PC würden von der Verordnung gar nicht erfasst. Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall fügt hinzu, dass nicht die Verordnung, sondern eine Arbeitswelt, in der ohne klare Regeln selbst einfache Standards zum Gesundheitsschutz der Beschäftigten nicht eingehalten würden, absurd sei, wie die Mitteldeutsche Zeitung weiter schreibt.

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