Research & Innovation

Highlights aus dem CeBIT Bereich Research & Innovation

Digitale Innovationen zum Anfassen: Mit mehr als 6 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche unterstreicht der CeBIT-Schwerpunkt Research & Innovation in Halle 6 seine Bedeutung als wichtigste Schnittstelle für den Technologietransfer zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Industrie.

08.03.2017
Research & Innovation 3

Hannover. Tausende von Wissenschaftlern rund um den Globus beschäftigen sich mit der künstlichen Intelligenz. Schon jetzt können selbstlernende Algorithmen komplexe Aufgaben mit nahezu menschlicher Präzision lösen. Wie sie zu einer bestimmten Entscheidung gelangen, bleibt aber meist im Dunkeln. Auf der CeBIT macht das Fraunhofer Heinrich Hertz Institut (HHI) komplexe Lernverfahren nachvollziehbar: Interaktive Demos verraten, aus welchen Gesichtsmerkmalen ein neuronales Netz das Alter einer Person erkennt oder woran es den Unterschied zwischen Hunden und Katzen festmacht (Halle 6/Stand B36).

Maschinen bringen immer mehr Komfort in unser Leben, aber ihre Bedienung ist häufig komplex. Die Nutzung von Alltagsgeräten wäre in vielen Fällen einfacher, wenn die Objekte selbst erklären könnten, wie sie bedient oder gewartet werden müssen. Mit dem Konzept "Augmented Things“, das beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) Premiere feiert, wird diese Vision Realität (6/B48).

Die Serviceprozesse komplexer Industrie-Anlagen möchte das Start-up Bitnamic verbessern. Seine Smart-Service-Lösung VIOS macht Expertenwissen weltweit verfügbar: Per Live-Videoverbindung kann sich ein Spezialist direkt mit dem Techniker vor Ort austauschen, um die Wartung oder Reparatur zu steuern. Einsetzbar ist VIOS auf Mobilrechnern, Smartphones und Datenbrillen (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft, 6/A18).

In fünf Jahren soll das autonome Fahren in Deutschland Realität werden. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und das FZI Forschungszentrum Informatik stellen auf der CeBIT ihre Aktivitäten beim "Testfeld Autonomes Fahren Baden-Württemberg"vor. Auf einer virtuellen Testfahrt können Besucher in den Projektversuch im Raum Karlsruhe eintauchen, der Ende 2017 starten soll (6/A30).

Das Konsortium Adaptive City Mobility präsentiert auf der CeBIT sein emissionsfreies CITY eTAXI. Entgegen des Trends, immer größere und für den Innenstadtbereich überdimensionierte Autos zu bauen, hat ACM ein dreisitziges Elektrofahrzeug für den urbanen Bereich entwickelt, das auch im Logistik- oder Tourismusbereich eingesetzt werden kann. Das dahinterstehende Geschäftsmodell baut auf Einnahmequellen wie Fahrtenvermittlung, Energieverkauf, digitaler Werbung und Batterieleasing (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 6/C40).

Augmented- und Virtual-Reality-Technologien stehen im industriellen Umfeld vor dem Durchbruch. Die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) bringt die interaktive Datenbrille "Helmet Glasses"auf die CeBIT, die in einen Schutzhelm integriert wird – inklusive Akku, Rechenchip und Sensorik. Die Brille, die in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Informationssysteme (GESIS) für die Stahlindustrie entwickelt wurde, soll Mitarbeiter vor Gefahren warnen und ihre Arbeit durch symbolische, multilinguale Anzeigen erleichtern (6/B24).

Ein weiterer interessanter Showcase vom Fraunhofer IGD dreht sich um VR- und AR-Anwendungen, die geräteunabhängig große Mengen von CAD-Daten automatisch, schnell und flüssig in 3D darstellen können. Die webbasierte Softwareplattform webVis visualisiert komplexe 3D-Daten auf jedem internetfähigen Endgerät – ob AR-Brille, Tablet oder Smartphone. Am Stand können Besucher die Lösung am Beispiel eines Porsche-Sportwagens ausprobieren (6/B36).

Das Potenzial von unbemannten Flugkörpern ist noch längst nicht ausgereizt. Mit dem Wingcopter 178 hat ein Spin-Off der Technischen Universität Darmstadt eine vielfältig einsetzbare Hybrid-Drohne gebaut, die sich die Technik von Multicoptern und Flächenfliegern zunutze macht. Außer dem schnellen Wechsel zwischen Quadrocopter- und Flugmodus ermöglicht die patentierte Schwenkrotor-Mechanik vertikale Starts und Landungen (Innovationen der hessischen Hochschulen, 6/C18).

Als erste Drohne erhielt der Flugroboter Fotokite der ETH Zürich in den USA die behördliche Bewilligung, über Menschen zu fliegen. Große Medienunternehmen wie CNN oder die BBC nutzen den Quadrocopter an der Leine, der sich einfach und sicher steuern lässt, bereits für kommerzielle Luftaufnahmen. Entwickelt wurde er in der Flying Machine Arena der Schweizer Hochschule (6/E30).

Smarte Oberflächen, die fühlbare Knöpfe nach Bedarf erzeugen können, hat die Firma GelTouch Technologies entwickelt. Die veränderbare Haptik soll zu einer besseren Produktivität, mehr Benutzerfreundlichkeit und höherer Sicherheit führen, etwa bei der Bedienung von Maschinen über einen Bildschirm (Innovationsmarkt Berlin-Brandenburg, 6/C26).

Innovative Lösungen für den 3D-Druck, die den Workflow automatisieren, präsentiert 3YOURMIND auf dem Zukunftsmarkt der CeBIT. Die Lösung ermöglicht Unternehmen, 3D-Dateien in Projekten zu verwalten und über eine Cloud-Anbindung zu drucken – intern oder extern (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 6/C40).

Eine browserbasierte Softwarelösung von qmBase gibt kleineren Firmen die Chance, mit der digitalen Transformation effizientere Prozesse zu erreichen. Standardisierte Werkzeuge sorgen dafür, dass Informationen aus dem ganzen Unternehmen einheitlich erfasst, bearbeitet und automatisiert ausgewertet werden (Innovationsmarkt Berlin-Brandenburg, 6/C26).

Die Kontrolle von Besuchern, die das Unternehmensgelände betreten, ist Bestandteil jeder Sicherheitszertifizierung. LÜTH & DÜMCHEN hat eine Lösung entwickelt, mit der der Besucher die Anmeldung selbst durchführen kann. Sind alle Vorgaben und Daten mit einer Unterschrift bestätigt, wird der Besucherausweis mit Foto gedruckt (Innovationsmarkt Berlin-Brandenburg, 6/C26).

Wearables werden in naher Zukunft noch intelligenter: Ob Sensorik im Bauschutzhelm oder in einer Jacke, die navigieren und vor Gefahren warnen kann: Das DFKI-Kompetenzzentrum Wearable AI stellt auf der wichtigsten Plattform für Digitalisierung Prototypen von Produkten vor, die funktionale Technik tragbar machen (6/B48).

Wie eine handelsübliche Smartwatch zum digitalen Doktor mit Notrufmelder wird, zeigt in Hannover ein Start-up der Technischen Universität München. Mit der Software von QoLware erkennt die Uhr automatisch, wenn der Träger stürzt, ohnmächtig wird, einen epileptischen Anfall erleidet oder einen definierten geografischen Raum verlässt (Bayern Innovativ, 6/E17).

Künstliche Intelligenz der etwas anderen Art bietet die Applikation Filmforecast der Bauhaus-Uni Weimar: Hier illustrieren Algorithmen die Wettervorhersage mit Spielfilmausschnitten. Das Resultat ist ein sehenswerter halbminütiger Clip. Mittelfristig soll Filmforecast anhand von Deep Learning sogar selbstständig Filme erkennen und schneiden können (6/B24).

Klassische Marktforschung war gestern: Das Feedback-Tool MarketEcho aus dem Umfeld der TU Berlin organisiert Umfragen per Smartphone und liefert dank künstlicher Intelligenz fundierte Antworten, zum Beispiel darauf, wie eine Werbekampagne zu einem neuen Produkt bei der anvisierten Zielgruppe ankommt (Innovationsmarkt Berlin-Brandenburg, 6/C26).

Doch das ist noch lange nicht alles: Was heute die Forschung beschäftigt und morgen die Wirtschaft umwälzen kann, steht im Mittelpunkt des CeBIT Future Talks, der täglich von 10 bis 18 Uhr stattfindet (6/A54). Auf dem Programm stehen digitale Trendthemen wie Ambient Intelligence, Human-Machine Interaction, Web of Everything, Artificial Intelligence, Deep Learning, Virtual & Augmented Reality und Smart Cities. Darüber hinaus präsentiert das Future Talk Forum am Montag, 20. März (11.30 Uhr) die Gewinner des CeBIT Innovation Awards 2017 und am letzten CeBIT-Tag, Freitag, 24.3. (10 Uhr) den Thementag Digitale Souveränität von Heise Medien. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht dann die spannende Frage: "Deutschland 2030 – wie wird die Digitalisierung die Zukunft prägen?“.

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