Navigation

HERE Maps: Die unterschätzte Google Maps-Alternative

Google Maps ist quasi der Inbegriff moderner Navigation – egal ob auf dem Land oder in der Großstadt. Da der Dienst auf vielen Smartphones bereits vorinstalliert ist, machen sich die meisten Nutzer erst gar keine Gedanken über mögliche Alternativen. Ich habe in den vergangenen Wochen ganz bewusst Google Maps zur Seite gelegt und HERE Maps auf dem Nokia Lumia 925 genutzt.

16.08.2013

Google Maps – Der Platzhirsch

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Ich kenne noch Zeiten, in denen man ganz einfach Passanten nach dem Weg fragte, wenn man sich verfahren oder verlaufen hatte. Das Navi hieß damals noch Straßenatlas und die entsprechenden Updates bekam man alljährlich beim Buchhändler seines Vertrauens.

Mit dem Aufkommen moderner Smartphones änderte sich all das und Google Maps avancierte zur ultimativen Lösung aller Orientierungsprobleme: Wo finde ich den nächsten Starbucks? Wie komme ich am schnellsten zur nächsten Tankstelle? Erwartet mich auf der A8 schon wieder ein Stau? All diese Fragen beantwortet Google Maps kompromisslos an fast jedem erdenklichen Ort auf diesem Planeten und das abgesehen von den Kosten für die Datenverbindung sogar gratis.

Google Maps war bis vor Kurzem die Standard-Maps-App unter iOS und ist es noch heute unter Google Android. Das erklärt zwar die Popularität dieses Dienstes, sollte uns aber nicht davon abhalten, auch Alternativen eine Chance zu geben.

HERE Maps – Die unterschätzte Alternative

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Die Initialzündung für meinen Ausflug ins Reich von HERE Maps kam durch meinen Praxistest des neuen Nokia Lumia 925 , auf dem HERE Maps und Drive+ standardmäßig vorinstalliert sind. Verwunderlich ist das nicht, denn HERE ist letztendlich nichts anderes als ein Kartendienst beziehungsweise eine Navigationssoftware, die von Nokia entwickelt wurde. Inzwischen existiert eine HERE-App für iOS – erhältlich als HTML5 App im App-Store.

Um die Vorzüge von HERE Maps zu erkennen, muss man zunächst bereit sein, sich mit dem HERE-Ökosystem auseinanderzusetzen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und orientiert sich gerne an Altbewährtem. Da HERE Maps sich optisch in einigen Punkten recht deutlich von Google Maps unterscheidet, schreckt das den ein oder anderen schon ab. Das soll nicht heißen, dass HERE Maps nicht intuitiv in der Handhabung ist, aber ein paar Minuten muss man sich dann doch Zeit nehmen, um sich an die Menüführung zu gewöhnen.

Einen ersten Eindruck von HERE Maps und Drive+ vermittelt euch dieses Video .

Den Alltagstest musste HERE Maps dann in Österreich meistern, wo wir in diesem Jahr unseren Urlaub verbracht haben. Bereits vor dem Reisebeginn demonstrierte der Kartendienst eine seiner Stärken: Das komplette Kartenmaterial für Österreich (und auch für den Rest der Welt) kann man sich mit einem Klick aufs Smartphone laden und damit offline verfügbar machen. Damit wird HERE Maps beziehungsweise Drive+ zum vollwertigen Navigationssystem, das auch komplett ohne Internetverbindung auskommt. Einzig auf die Berücksichtigung der aktuellen Verkehrslage muss man ohne Datenverbindung verzichten.

Die Navigations-Interface von Drive+ ist übersichtlich und liefert dem Fahrer alle Infos, die man braucht, um sicher, und dank Hinweisen auf die aktuelle Höchstgeschwindigkeit auch ohne Strafzettel, ans Ziel zu kommen. In puncto Navigation besitzt HERE aus meiner Sicht definitiv mehr Potential als Google Maps.

Ob man sich nun zur Orientierung in einer Großstadt oder auf der Suche nach Sehenswürdigkeiten für Google Maps oder HERE Maps entscheidet, bleibt Geschmackssache und hängt letztendlich auch davon ab, welches Interface einem mehr zusagt. Rein vom Informationsgehalt konnte ich im Rahmen meiner Aufenthaltsorte keine nennenswerten Unterschiede zwischen den beiden Diensten feststellen, wobei ich nicht ausschließen möchte, dass Google in der ein oder anderen Stadt einen Imbiss oder einen Zeitungskiosk mehr auf dem Radar hat.

HERE Maps stellt eine funktionale und intuitive Kombination aus Kartendienst und Navigationssoftware dar, die definitiv mehr Aufmerksamkeit verdient hat und dem Platzhirsch Google Maps in nichts nachsteht.

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