Security

Großteil der Unternehmen zufrieden mit der All-IP-Umstellung

Über 90 Prozent der bereits auf All-IP umgestellten Unternehmen sind mit dem Verlauf der Migration insgesamt zufrieden – das ist das zentrale Ergebnis einer Umfrage unter knapp 500 Unternehmensvertretern, die Netzwerkhersteller Lancom Systems im Sommer zur All-IP-Migration durchführte.

06.10.2017 Quelle: funkschau Diana Künstler
IT-Sicherheit

Die meisten Firmen verfolgten eine Strategie des Investitionsschutzes und betreiben ihre bestehende TK-Anlage auch am neuen Anschluss weiter (59 Prozent). Nur 4 Prozent nutzten den Anlass für einen Wechsel zu Telefonie aus der Cloud. Die Umfrage zeigt auch, dass die Netzumstellung zügig voranschreitet: 63 Prozent der befragten Unternehmen haben die Migration bereits vollzogen.

Bis Ende 2018 sollen alle Privat- und Geschäftskundenanschlüsse der Telekom von analog und ISDN auf IP-basierte Netze umgestellt werden. Die im Juli und August im Auftrag von LANCOM durchgeführte Umfrage belegt eine hohe Gesamtzufriedenheit mit dem Migrationsprozess. So zogen über 90 Prozent der befragten Unternehmensvertreter insgesamt ein positives Fazit zur Umstellung in ihren Firmen. Lediglich 9 Prozent gaben an, dass sie mit deutlichen Problemen zu kämpfen hatten.

Investitionsschutz als bevorzugte Strategie

Die bereits migrierten Unternehmen verfolgten eine klare Strategie des Investitionsschutzes. Weit mehr als die Hälfte (59 Prozent) nutzt auch am IP-Anschluss ihre bestehende ISDN-TK-Anlage weiter und hat einen speziellen All-IP-Router (78 Prozent) als ISDN-All-IP-Gateway dazwischengeschaltet oder den vorhandenen Router entsprechend aufgerüstet (22 Prozent). Die Umfrageteilnehmer, denen die Migration noch bevorsteht, planen ähnlich konservativ: Die Hälfte (50 Prozent) beabsichtigt, getätigte Investitionen zu schützen und ihre vorhandene Telefonanlage weiter zu nutzen. Überraschendes Ergebnis der Umfrage: Nur ein sehr kleiner Teil der befragten Unternehmen (4 Prozent) ist im Zuge der Anschlussumstellung auf Telefonie aus der Cloud, also eine Cloud-PBX, umgestiegen.

All-IP macht weniger Probleme als befürchtet

Bedenken oder Ängste vor der Migration erwiesen sich als weitgehend unbegründet, wie die hohe Gesamtzufriedenheit der Teilnehmer zeigt: Ein Großteil der Unternehmen hat die Netzumstellung als völlig reibungslos erlebt (48 Prozent), weitere 43 Prozent zeigten sich trotz kleinerer Probleme zufrieden.

Etwa jeder Vierte (24 Prozent) aller Migrierten hatte jedoch mit Fax-Komplikationen zu kämpfen. Noch vor dem Fax und damit an erster Stelle der kritischen Erfahrungen standen temporäre Verbindungsausfälle. Diese traten bei jedem Dritten (36 Prozent) auf. Der Großteil der Betroffenen berichtete von Ausfällen von ein paar Minuten (35 Prozent) oder mehreren Stunden (34 Prozent).

Sicherheitsbedenken und Kosten spielen untergeordnete Rolle

Auffallend ist: Sicherheitsbedenken spielen keine große Rolle. Nur jeder Vierte (26 Prozent), dem die Umstellung noch bevorsteht, hat Sorge, dass die Sicherheit leidet. Das sind überraschend wenige. Am ehesten sorgen sich kleine Unternehmen mit bis zu 50 Mitarbeitern (29 Prozent).

Ähnlich optimistisch zeigten sich die noch nicht migrierten Umfrageteilnehmer bei der Kostenfrage. Nicht mal jeder Fünfte (rund 19 Prozent) hat Angst vor hohen Umstellungskosten. Zu diesem Ergebnis passt die Strategie des Investitionsschutzes, die die meisten Firmen umsetzen.

Unternehmen sehen Vorteile

Die große Mehrheit (73 Prozent) der bereits umgestellten Unternehmen sieht gar konkrete Vorteile. An erster Stelle der positiven Erfahrungen werden eine hohe Flexibilität (47 Prozent) und eine moderne TK-Infrastruktur (47 Prozent) angeführt.

Umstellung schreitet zügig voran

Obwohl die Umstellung der Geschäftskundenanschlüsse deutlich später begonnen wurde als die der Privathaushalte, sind bereits 63 Prozent der befragten Unternehmen auf die neuen Anschlüsse migriert. Zum Vergleich: 80 Prozent der Umfrageteilnehmer haben bereits privat auf IP umgestellt. Die Zufriedenheit beider Gruppen ist mit rund 90 Prozent fast gleich hoch: Bei der privaten Umstellung waren 63 % uneingeschränkt zufrieden (zum Vergleich die Unternehmen: 48 Prozent), 26 Prozent gaben an, trotz kleinerer Probleme zufrieden zu sein (zum Vergleich die Unternehmen: 43 Prozent). Nur bei etwa jedem Zehnten (11 Prozent) gab es erhebliche Probleme bei der Migration des Privatanschlusses (zum Vergleich die Unternehmen: 9 Prozent).

Anbieterwechsel – nein danke!

Die Karte Anbieterwechsel wurde nur von wenigen Umfrageteilnehmern (18 Prozent) gezogen, 82 Prozent sind ihrem Anbieter treu geblieben. Bei den Wechselgründen lagen kostengünstigere Angebote ganz vorne (59 Prozent), gefolgt von technischen Problemen (26 Prozent) und Unzufriedenheit (24 Prozent) mit dem Service.

Ralf Koenzen, Gründer und Geschäftsführer von Lancom Systems, fühlt sich von den Ergebnissen der Umfrage bestätigt: „Rund um die All-IP-Migration kursieren viele Schreckensszenarien. Zu Unrecht, denn die Umstellung lässt sich auch mit kleinen Mitteln gut bewerkstelligen. Es gibt einfache und günstige Möglichkeiten für eine Umrüstung von ISDN auf IP-basierte Netze. Dreh- und Angelpunkt ist der Router, der zum ISDN-All-IP-Gateway wird. Das schützt bestehende Investitionen und spart Kosten. Wir freuen uns, dass die Umstellung bei den meisten Unternehmen so reibungslos vonstattengeht.“

Zur Methodik: Die Online-Umfrage unter 479 Teilnehmern aus Deutschland wurde im Juli und August 2017 von Lancom Systems durchgeführt

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