Biometrics

Gesichtserkennung verhindert Toilettenpapierdiebstahl

Nach dem papierlosen Büro kam das papierlose Klo. Doch auch dafür hat die Digitalisierung eine Lösung: Toilettenpapierspender mit einer Vorrichtung zur Personenerkennung, um den Dieben das Handwerk zu legen.

28.03.2017
Gesichtserkennung Klopapier China
Eine Gesichtserkennung soll in Peking bald Toilettenpapierdiebstahl verhindern. (Foto: The New York Times)

Immer wieder hatte die Stadtverwaltung von Peking damit zu kämpfen, dass das Klopapier auf den öffentlichen Toiletten massenweise in Einkaufstüten und Rucksäcken von Besuchern verschwand, berichtet die New York Times . Die meisten Diebe waren offenbar Anwohner, die das Papier zum häuslichen Gebrauch entwendeten. Nicht nur, dass dem Steuerzahler damit Schaden entsteht – der Park wird von vielen Touristen frequentiert, die sich nach dem Toilettengang im schlimmsten Fall beschissen fühlen. Darum wurden nun in mehreren stillen Örtchen im Park Papierspender mit Gesichtserkennungssoftware installiert. Beim Betreten der Toilette müssen die Besucher drei Sekunden lang in eine Kamera blicken, bevor sie eine Ration Papier entnehmen können. Nachschub für dieselbe Person ist erst wieder nach mindestens neun Minuten möglich.

"Wir hatten viele Optionen: Fingerabdrücke, Infrarot und Gesichtserkennung", zitiert die Zeitung Lei Zhenshan, den Marketing-Direktor des Erfinderunternehmens Shoulian Zhineng. Man habe sich aus hygienischen Gründen für die letzte Option entschieden. Die Hightech-Toilettenpapierabgabevorrichtung stößt jedoch nicht bei allen auf Zustimmung. Während einige zu kurze Blätter monieren, sehen andere das Experiment als reine Verschwendung: Das Geld für die Gesichtserkennung sei am falschen Ende investiert. Ein 00-ID-Gerät kostet immerhin rund 720 US-Dollar.

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