Broadband

Geh weida!

Nicht nur in Bayern stellt man sich die Frage, wie lange der kommende Mobilfunkstandard 5G den wachsenden Datenhunger von privaten Nutzern und Industrie wird stillen können. Bereits heute forschen Fraunhofer-Experten mit Partnern aus Industrie und Forschung im Rahmen des EU-Projekts TERRANOVA an 6G.

10.11.2017
Fraunhofer-Beyond5G
Fraunhofer-Beyond5G

Das TERRANOVA-Team arbeitet bis Ende 2019 daran, Terahertz-Funklösungen in Glasfasernetze mit hohen Datenraten einzubetten und neue Frequenzbänder zu erschließen. Mit diesen Entwicklungen soll der Weg für eine belastbare Kommunikations-Infrastruktur bereitet werden, die fit für die Anforderungen der Zukunft ist. Mit der Einführung des aktuellen Mobilfunkstandards 4G im Jahr 2010 wurden erstmals Datenübertragungsraten auf dem Niveau von Festnetzinternetzugängen auf mobilen Endgeräten möglich, wenn leider auch nicht flächendeckend. Dennoch erhielten die Entwicklungen von Videotelefonie sowie Übertragungen von Video-on-Demand auf das Smartphone und vor allem auch die Vernetzung von Maschinen und Autos durch den neuen Standard einen starken Impuls - mit der Folge, dass der Datenhunger unaufhörlich wächst.

Die theoretischen LTE-Datenraten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde stellen daher immer öfter einen limitierenden Faktor für neue Anwendungen dar. Vor allem die Industrie wartet auf Lösungen, da die wachsende Zahl der vernetzen Geräte und Maschinen immer größere Datenströme generiert, die möglichst schnell und störungsfrei übertragen werden sollen. Zwar verspricht der künftige Mobilfunkstandard 5G mit einer Übertragungsrate von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde eine enorme Leistungssteigerung in der drahtlosen Kommunikation, doch zeichnet sich jetzt bereits ab, dass die vorhandenen Frequenzbänder mittelfristig nicht ausreichen werden, um auf die steigende Nachfrage nach stabiler drahtloser Kommunikation zufriedenstellende Antworten geben zu können. Für die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Angewandte Festkörperphysik IAF sowie des Fraunhofer-Instituts für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI und weitere Partner aus Industrie und Forschung somit Grund genug, im Rahmen des EU-geförderten Projekts TERRANOVA bereits heute am übernächsten Mobilfunkstandard zu arbeiten. Das Ziel des Entwicklungsverbundes ist klar umrissen: Es soll eine Netzverbindung im Terahertz-Frequenzbereich geschaffen werden, die stabil genug ist, um Daten auch drahtlos mit einer Geschwindigkeit von bis zu 400 Gigabit pro Sekunde transportieren zu können.

Video

Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut (D-10587 Berlin)
Website: https://www.hhi.fraunhofer.de

Broadband MobileAugmented & Virtual Reality5GBig Data & Business Intelligence RSS Feed abonnieren