Security

Funkstille im Kanzleramt?

Im Büro von Angela Merkel wird verschlüsselt – aber diesmal richtig. Es heißt das neue Merkelphone kann so ziemlich alles. Vor allem ungebetene Zuhörer außen vor lassen. Wie das funktioniert, zeigen Sicherheitsexperten der Firma Secusmart auf der CeBIT 2015 in Hannover.

20.03.2015
Secusmart-Angela-Merkel
Bild-Quelle: Secusmart GmbH/Jörg Hemmen

Keine Anklage gegen die NSA. Aus Mangel an Beweisen stellt Generalbundesanwalt Harald Range die Ermittlungen ein. Man müsse auch an die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA denken, heißt es. Dabei ist verschiedenen Medien zu entnehmen, der US-Geheimdienst hätte sogar das Kanzlerhandy abgehört. "Nur heiße Luft", entgegnet die Bundesanwaltschaft. Wie sicher Staatsgeheimnisse in den Smartphones der Bundesregierung sind, bleibt weiterhin unklar. Unhackbar sollen sie sein, die Handys der Regierungsbank. Eine Firma aus Düsseldorf stellt sich der Herausforderung.

149 Billionen Jahre zur Entschlüsselung

Angela Merkel telefoniert, schreibt, arbeitet mit einem Blackberry Q10 mit SecuSUITE for BlackBerry 10 des Düsseldorfer Unternehmens Secusmart. Kosten des Hochsicherheits-Smartphone: 2500 Euro. Die deutschen Behörden haben seit 2013 mehr als 3000 Geräte bestellt. Ein Millionenauftrag. Die Secusmart-Lösung passt auf eine Micro-SD-Karte und verschlüsselt Sprache und Daten bis hin zum Kalendereintrag. Basis ist eine AES-Kodierung mit 128 Bit. Das ermöglicht 340 Sextillionen verschiedene Schlüssel. "Selbst mit Spezialrechnern bräuchte man nach heutigem Stand der Technik theoretisch 149 Billionen Jahre, um diesen Code zu knacken", erklärt Secusmart-Geschäftsführer Hans-Christoph Quelle. Das Besondere ist zusätzlich seine Anwenderfreundlichkeit. Wenige Handgriffe sind nötig, um in den sicheren Modus zu wechseln.

Beruflich und privat streng getrennt

Das Kanzlerhandy differenziert strikt zwischen Arbeit und Vergnügen. Angela Merkel muss nicht mehr mit mehreren Handys zurechtkommen, die neue Technik passt komplett in ein Smartphone. Die SIM-Karte ist geteilt in einen privaten und eine beruflichen Teil. Wobei vor allem der berufliche mit der Verschlüsselungssoftware ausgestattet ist. Strenge Regeln des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik legen fest, welche App erlaubt ist. So kann die Bundeskanzlerin einerseits ganz private Gespräche führen oder bei Facebook surfen, um andererseits per Knopfdruck in den hochsicheren, beruflichen Bereich zu wechseln. Eine komfortable Lösung, die auch für nicht-regierungs-Anwender interessant sein dürfte.

"Unsere verschlüsselte Micro-SD-Karte ist für jedermann erhältlich",

sagt Hans-Christoph Quelle. "Firmenchef, Journalist oder Privatnutzer – wer sein Smartphone gegen Angriffe schützen will, kann die Verschlüsselungstechnik ohne weiteres bei uns bestellen."

Alle Informationen rund ums Kanzlerhandy, der Secusmart GmbH und Verschlüsselung im privaten wie beruflichen Bereich gibt es auf der CeBIT 2015. Den Stand von Secusmart finden Sie in Halle 6, Stand J16.

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