Artificial Intelligence

Facebook testet Suizidprävention mit KI

Wenn das Leben nicht im Gefällt-mir-Modus läuft, können Freunde der letzte Halt vor dem Absturz in die Verzweiflung sein. Facebook untersucht derzeit, ob künstliche Intelligenz nicht hellhöriger ist als menschliche Follower.

03.03.2017
Facebook KI-Suizidprävention
Facebook testet Suizidprävention mit KI. (Foto: Facebook)

Facebook arbeitet bereits seit mehreren Jahren an einem System aus verschiedenen Tools zum Umgang mit selbstmordgefährdeten Personen. Nun will der Social-Media-Dienst laut einer Pressemitteilung seine Vorsorgemaßnahmen um eine spezielle KI ergänzen. Dabei soll eine Mustererkennung Postings finden, die auf ein mögliches Suizidvorhaben hinweisen, und sie an geschulte Mitarbeiter weitergeben. Diese sollen die Nachrichten prüfen und für den Fall, dass tatsächlich eine Selbstmordabsicht erkennbar ist, Kontakt zum jeweiligen Benutzer aufnehmen. Anbieten können sie den Betroffenen erste praktische Hilfen wie den Kontakt zu einem Freund oder einem Präventionsdienst. Facebook hat für solche Situationen sogar vorformulierte Gesprächshilfen, die den Einstieg erleichtern sollen.

Bislang setzt Facebook bei der Erkennung von suizidgefährdeten Benutzern ausschließlich auf die Auswertungen von Menschen, die wiederum in erster Linie von anderen Mitgliedern des Dienstes auf gefährdete Personen hingewiesen wurden. Das Überdosis-Posting von Sinead O’Connor 2015 etwa hatte weltweit Beachtung gefunden und deutlich gemacht, welche Rolle soziale Netzwerke in Krisensituationen spielen können. Spätestens seit dem Fall Simone Back ist aber auch klar, dass solche Postings gehört werden müssen. Die neue KI-gestützte Facebook-Auswertung ist momentan noch im Teststadium und auf die USA begrenzt.

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