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Fabelhafte Startups: Das ist Europas Einhorn-Hochburg

Großbritannien mit Abstand auf Platz eins, Schweden auf zwei und Deutschland auf drei. Eine fabelhafte Zukunft steht bevor.

28.06.2016 Lisa Hegemann
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Als Einhorn bezeichnet man ein Startup mit einem Wert von mindestens einer Milliarde US-Dollar. (Foto: Lemon~art / flickr.com, Lizenz: CC-BY)

Einhorn-Boom: Zahl der Einhörner steigt um ein Viertel

Seit einigen Jahren vermehren sich Einhörner in Europa fleißig. Gemeint sind nicht die unantastbaren Fabelwesen, sondern junge Unternehmen, die mit mehr als einer Milliarde Dollar bewertet sind. 2015 stieg die Zahl der Startups mit Milliardenwert auf 47, das sind zehn mehr als 2014, wie die Investmentbank GP Bullhound berichtet. Auch der Wert der Unternehmen ist auf 130 Milliarden Dollar gestiegen.

War Berlin 2015 bei der Investmentsumme noch stolz an London vorbeigezogen, so können nun die Briten triumphieren: Den Kampf um die meisten hochbewerteten Unternehmen gewinnen sie. Jedes dritte Unicorn hat sich auf der Insel nordwestlich der deutschen Küste angesiedelt. Dazu zählen Startups wie Asos, Transferwise oder auch Zoopla. Neu hinzugekommen ist die Augmented-Reality-Firma Blippar.

Selbst die Schweden schlagen Deutschland beim Einhorn-Boom. Sie folgen auf dem zweiten Platz mit insgesamt sieben Einhörnern – darunter Europas wertvollstes Unicorn, Spotify. Erst auf dem bronzenen dritten Platz landet die Bundesrepublik mit insgesamt sechs Einhörnern. Zu ihnen zählen beispielsweise der Lieferdienst Delivery Hero, das Kochbox-Startup Hellofresh sowie Home24 – übrigens alles Jungunternehmen aus dem Hause Rocket Internet.

Nachhaltiger als das Silicon Valley

Die europäischen Einhörner übertreffen laut GP Bullhound sogar ihre Vorbilder aus dem Silicon Valley. US-Startups mit Milliardenbewertung erhielten zwar doppelt so viel Finanzierung wie ihre europäischen Konkurrenten, doch die Einhörner des alten Kontinents können dafür durchschnittlich drei Mal so viel Umsatz vorweisen – 355 Millionen Dollar statt nur 129 Millionen Dollar.

GP Bullhound bescheinigt dem europäischen Markt daher ein stabileres und nachhaltigeres Wachstum als dem der USA. "Was uns in der Masse fehlt, machen wir mehr als wett mit der Qualität", lässt sich Manish Madhvani, Managing Partner von GP Bullhound, in einer Mitteilung zitieren. Der Markt habe die "Exzesse" der US-Startups vermieden. Damit spielt er auf die Milliardenbewertungen einiger Firmen an, die mittlerweile nach unten korrigiert wurden.

Trotz der fabelhaften Aussichten merkt der britische "Guardian" nicht zu Unrecht an, dass fast die Hälfte aller europäischen Einhörner immer noch nicht profitabel seien. Dazu zählen beispielsweise die gehypten Startups Spotify und Funding Circle. Zudem sind seit dem vergangenen Jahr wieder ein paar Einhörner von der europäischen Liste verschwunden.

"Fortune" bemängelt zudem die Methode hinter der Erhebung: Zu der Liste werden auch börsennotierte Firmen wie Zalando oder von anderen Konzernen gekaufte Startups wie Skype gerechnet. Selbst 15 Jahre alte Firmen bewertet GP Bullhound als Startups. Auch wenn der Begriff nicht geschützt ist, so ist dies doch eine sehr weite Auslegung – das würde bedeuten, dass auch Google und Amazon heute noch Startups sind.

GP Bullhound bleibt bei seiner Darstellung. Der Boom sei nirgends so deutlich wie in Europa. Die Investmentbank prognostiziert eine weitere Vermehrung der europäischen Einhörner. Die Investmentbank glaubt, dass insgesamt zwölf „Fohlen“ in den kommenden Monaten die Milliarden-Grenze überspringen könnten. So könnten bald schon der britische Restaurant-Lieferdienst Deliveroo, der schwedische Bezahldienst iZettle und der in Berlin gegründete Streamingservice Soundcloud in der Welt der Fabelwesen ankommen.

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