CEBIT Global Conferences

F-Secure: Von Cybercrime-Einhörnern und neuen Bedrohungen

Warum es sich lohnt, Kühlschränke zu hacken und wie die Internet-Mafia zu Milliarden-Dollar-Unternehmen wird.

16.03.2016
CeBIT 2016 - Day 3 - 19
Christian Fredrikson, CEO F-Secure

Kann ein CEO aufgrund einer Cyberattacke gefeuert werden? "Natürlich", sagt Christian Fredrikson, CEO von F-Secure, auf der Center Stage der CeBIT Global Conferences 2016.

"Hacker haben längst erkannt, dass CEOs und andere Manager die besten Ziele für eine Cyberattacke sind."
Christian Fredrikson, CEO F-Secure

Mithilfe von vielen Informationen aus den sozialen Netzen sei "Social Hacking" so einfach wie nie geworden – und so mancher unvorsichtige CEO habe nach einer Attacke bereits seinen Job verloren.

Smarter Kühlschrank als Einfallstor ins Firmennetzwerk

Doch nicht nur CEOs seien lohnende Angriffsziele für Hacker. So stelle auch das Internet der Dinge eine große Gefahr für Firmennetzwerke dar. "Niemand hat die Absicht, Ihren Kühlschrank zu hacken, um dann das Licht im Inneren an und aus zu schalten", sagte Fredrikson. "Aber der Kühlschrank ist vielleicht das Einfallstor, um Zugriff auf Ihr Firmennetzwerk zu erhalten."

Hacker von vielen Seiten

Er zeigte auch, dass heutzutage viele Gruppen ein Interesse daran haben, in die Netzwerke von Firmen, Privatpersonen und Regierungen einzubrechen: Von den "White Hat Hackern", deren Interesse darin besteht, Sicherheitslücken aufzuzeigen über Aktivisten wie Anonymus, über kriminelle Banden, Geheimdienste und das Militär bis hin zu den Terroristen vom ISIS.

Was passiert, wenn das intelligente Auto gehackt wird?

"Alles wird heute miteinander verbunden. Das macht das Leben besser und einfacher, birgt aber auch Risiken", sagte Fredrikson. "Was passiert zum Beispiel, wenn Ihr intelligentes Auto gehackt wird?" Die Aufforderung war klar: Jedes Unternehmen müsse sich schützen – und auch die Mitarbeiter in ihren privaten Netzwerken.

Millionen-Umsätze mit Ransomware

CeBIT 2016 - Day 3 - 40
Mikko Hyppönen, CTO F-Secure

Auf der Open Stage nahm dann Mikko Hyppönen, CTO von F-Secure, den Ball seines CEO auf. Er sprach über die "Einhörner der Cybercrime-Szene" – und meinte damit kriminelle Netzwerke, die analog zu den milliardenschweren Internet-Start-ups vergleichbare Umsätze durch kriminelle Attacken machen. "Eine russische Hackergruppe hat im vergangenen Jahr 300 Millionen Euro in Bitcoins durch sogenannte Ransomware eingenommen", erzählte Hyppönen. "Und natürlich war das auch ihr Gewinn, denn sie haben keine Steuern gezahlt."

Wenn eine legale Firma 300 Millionen Euro Gewinn mache, dann gehöre sie eindeutig zu den "Tech-Einhörnern" mit einem (virtuellen) Wert von mehr als einer Milliarde US-Dollar. "Wir haben also schon längst die Cybercrime-Einhörner", sagte Hyppönen. Und: "Das wird nicht besser, sondern schlechter."

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