Research & Innovation

Erstmals Daten mit Licht gespeichert

Britischen und deutschen Forschern ist es erstmals gelungen, Daten mit Hilfe von Licht auf einem Chip dauerhaft zu speichern.

11.11.2015 Jörn Brienm

Bei der Datenübertragung sind Glasfaserkabel eine bekannte Technologie und sorgen für hohe Übertragungsraten. Die Computerhersteller haben bereits damit begonnen, auch die Daten innerhalb der Geräte mit Licht statt mit Strom zu transportieren.

licht-1
Daten könnten bald dauerhaft mit Licht gespeichert werden. (Bild: Nature Photonics)

Das soll auch hier vor allem mehr Geschwindigkeit bringen. Aber jetzt wird es spannend: Britischen und deutschen Forschern der Unis Oxford, Münster und Karlsruhe ist es jetzt erstmals gelungen, Daten mit Hilfe von Licht dauerhaft auf einen Chip zu speichern . Bisherige Speicherversuche waren flüchtig und auf eine ständige Stromzufuhr angewiesen. Ihre Ergebnisse haben die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Photonics veröffentlicht .

Mit der neuen Technologie soll es möglich sein, die Daten auch ohne Energiezufuhr auszulesen. Als Basis dienen den Forschern die sogenannten Phasenübergangsmaterialien GST, die zwischen einem transparenten und einem undurchsichtigen Zustand hin und her geschaltet werden können. Ähnlich wird zum Beispiel bei wiederbeschreibbaren CDs und DVDs vorgegangen.

Noch ist die Speichermöglichkeit aber lediglich ein erster Schritt in Richtung eines neuartigen Datenspeichers. Denn: Die Forscher konnten bei der Demonstration im Labor drei Bits schreiben, wie Carlos Rios Ocampo, einer der beteiligten Forscher aus Oxford, gegenüber der Futurezone angab . Auch bei der Geschwindigkeit müsse noch nachgebessert werden.

Daten-Speicher mit Licht noch in weiter Ferne

Eine Herausforderung sehen die Forscher auch noch beim Material. GST sei zwar enorm widerstandsfähig und haltbar, Daten könnten im besten Fall über tausende Jahre gespeichert werden. Allerdings würde das Material beim Wiederbeschreiben leiden. Auch lässt sich den Forschern zufolge noch nicht abschätzen, wann die Technologie marktreif sei.

Research & Innovation RSS Feed abonnieren