Startups

"Erfahrung wird überschätzt."

Seine erste Firma verkaufte er für $12 Millionen, später verwandelte Dave Goldberg den Cloud-Zwerg SurveyMonkey in ein Milliardenunternehmen. Bei den CeBIT Global Conferences spricht der Entrepreneur über Erfolgsrezepte für Startups.

11.03.2015
David-Goldberg-SurveyMonkey

Als junger Mann hatte Dave Goldberg eine fixe Idee, die ihm nicht mehr aus dem Kopf ging: Das Internet würde die Musikindustrie revolutionieren. Gemeinsam mit seinem besten Freund gründete Goldberg 1994 die Website Launch Music , den Vorreiter von Spotify, iTunes Radio und Co. Hier war jeden Tag Wunschkonzert angesagt, Songs per Klick verfügbar. Was heute selbstverständlich klingt, war Anfang der Neunziger seiner Zeit voraus – und eine Kampfansage an MTV. Der Erfolg kam erst nach einigen Jahren, aber Goldberg blieb dran und baute die Firma weiter aus. Und dann verkaufte er sie an Yahoo. Für 12 Millionen US-Dollar.

Heute ist Dave Goldberg 46, aber seine Leidenschaft für innovative Ideen, die ganze Branchen umwälzen, ist ungebrochen. Seit fünf Jahren leitet er SurveyMonkey, einen Cloud-Service, mit dem sich Umfragen erstellen, durchführen und auswerten lassen. Praktisch jeder Fortune-500-Konzern nutzt den Dienst, hinzu kommen unzählige Privatpersonen. 113 Millionen US-Dollar setzt das Unternehmen heute jährlich um. Auf dem Papier ist SurveyMonkey also längst kein Startup mehr, doch den Spirit hat Goldberg stets hochgehalten.

Kein Lebenslauf zeigt, ob's passt

Bei den CeBIT Global Conferences teilt Dave Goldberg seine Gedanken zur digitalen Wirtschaft und zur enormen Bedeutung einer motivierenden Unternehmenskultur. Die richtigen Mitarbeiter sind für ihn das A und O. Die meisten Firmen würden aber falsch nach neuem Personal suchen, so der Harvard-Absolvent. " Einer meiner größten Fehler war, Leute einzustellen, die augenscheinlich enorm erfahren waren. Sie passten aber einfach nicht zum Stil unseres Unternehmens."

"Talentierte Leute zu rekrutieren, ist teuer. Die falschen Talente zu rekrutieren, ist noch viel teurer."
Dave Goldberg

Wichtiger als jahrelange Erfahrung ist Goldberg, dass Mitarbeiter offen für Neues sind. Nur dann könnten sie mit einer Firma wachsen und die Unternehmenskultur maßgeblich prägen. Und diese Kultur hat nichts damit zu tun, wie viele Freizeitangebote ein Unternehmen seinen Mitarbeitern bereitstellt. Oder ob es das Kantinenessen bezuschusst. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen – und die entstehen eben auch in einem Startup erst nach Jahren.

Wie Gründer zu dieser Kultur beitragen können, warum 2,5 Meetings pro Woche ideal sind und wie man Mitarbeiter zur Leistung antreibt, ohne sie zu "verheizen", erklärt Goldberg in seinem Talk auf der CeBIT.

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