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Ein Tippfehler zwang die S3-Cloud zu Landung

Am 28. Februar waren etliche Webdienste nicht erreichbar. Der Grund dafür war ein Ausfall des skalierbaren Cloud-Speichers S3 von Amazon. Der Grund dafür wiederum war offenbar ein menschlicher Fehler.

08.03.2017
Globales Netzwerk Edge-Standorten
Regionen und Anzahl der Availability Zonen im Globalen Netzwerk (Grafik: Amazon)

Ein falsch eingegebenes Kommando in einem Rechenzentrum im Bundesstaat Virginia habe dazu geführt, dass anstatt einem für die Abrechnung genutzten System noch zwei weitere Subsysteme heruntergefahren wurden, wie Amazon in einer Zusammenfassung bekannt gegeben hat. Eines dieser Subsysteme war für den Index verantwortlich und verwaltete die Metadaten und Ablageinformationen im S3-Storage. Das zweite betroffene System arbeitete als Load Balancer für verteilte Dateiablagen.

Der Fehler führte zu einer Kettenreaktion, aufgrund derer mehrere Systeme neu gestartet werden mussten. Bis alles wieder normal lief, vergingen rund vier Stunden. In dieser Zeit traten Störungen unter anderem bei Snapchat, Expedia und Buzzfeed auf, auch das Sprachassistenzsystem Alexa soll beeinträchtigt gewesen sein. Als Konsequenz aus dem Vorfall hat Amazon das verwendete Administrationstool überarbeitet, sodass es nun nicht mehr möglich ist, so viel Speicherkapazität auf einmal vom Netz zu nehmen. Die britische Website The Register zitiert das Analystenhaus Cyence mit der Einschätzung, dass der Ausfall allein die Firmen aus dem amerikanischen S&P-500-Index rund 150 Millionen US-Dollar gekostet haben dürfte. Im Finanzsektor sollen sogar 160 Millionen US-Dollar Schaden angerichtet worden sein.

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