Security

Droh(n)ende Gefahren für Unternehmen

Wenn Drohnen angreifen, reicht die Phantasie der Sicherheitsverantwortlichen in vielen Unternehmen kaum aus, um sich das Gefahrenpotenzial vorzustellen. Was tun?

11.11.2015 Stefan Kuhn
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Sicherheitsverantwortliche sehen sich dank des aktuellen Drohnen-Booms neuen Herausforderungen entgegengestellt. (Foto: lenoleum / Shutterstock.com)

Spionage & Terror

Die Begeisterung für Paket- und Actioncam-Drohnen ist groß, doch die unbemannten Flugobjekte bergen auch ein großes Gefahrenpotenzial für Unternehmen. Denn. Die kleinen flinken Dinger lassen sich natürlich auch bestens zur (Wirtschafts-)Spionage einsetzen. Extrem kleine Drohnen können dabei sogar durch Türen oder Fenster in Gebäude eindringen, um dort nahezu unbemerkt Aufnahmen zu machen.

Eine derartige Aufklärung aus der Luft kann Kriminellen zudem zur Vorbereitung von entsprechenden Straftaten dienen. Größere Geräte mit Nutzlasten von mehreren Kilogramm lassen sich sogar selbst als Angriffsmittel einsetzen. Und schließlich stellen Drohnen natürlich auch eine Gefahr für die Luftsicherheit dar, wenn sie entgegen den Vorgaben des Luftfahrtrechtes eingesetzt werden.

Aktiv oder passiv bekämpfen?

Doch wie sollten Sicherheitsverantwortliche diesem neuen Sicherheitsrisiko begegnen? Sollten sie es bei passiv-organisatorischen Gegenmaßnahmen belassen und beispielsweise Sicherheitsnetze spannen? Oder dürfen sie Drohnen auch aktiv bekämpfen? Dürfen sie GPS-Jammer nutzen, mit denen die Navigation von Drohnen über GPS mit gezielten Störsignalen beeinträchtigt wird, oder die GPS-Signale per GPS-Spoofing gar gezielt manipulieren?

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Drohnen-Bekämpfung: Löschwasser oder das gute alte Schrotgewehr sind noch am effektivsten. (Foto: Kletr / Shutterstock.com)

Das Fachmagazin "Sicherheits-Berater" hat nun eine Analyse des Rechtsanwalts Dr. Ulrich Dieckert zu den rechtlichen Rahmenbedingungen veröffentlicht. Der Gastbeitrag " Drohnen: Gefahren und deren Abwehr aus rechtlicher Sicht (PDF) " diskutiert zum Beispiel, ob sich rechtliche Definitionen wie "Notwehr", "Notstand", „"Selbsthilfe" oder "vorläufige Festnahme" für die Abwehr von Drohnen eignen.

Fazit des 24-seitigen Fachbeitrags: Bei der aktiven Drohnen-Bekämpfung dürfte derzeit der gezielte Einsatz von Löschwasser oder das gute alte Schrotgewehr noch am effektivsten sein. Bei passiv-organisatorischen Gegenmaßnahmen sollten Unternehmen die droh(n)enden Gefahren hingegen in ihrem Sicherheitssystem berücksichtigen und schützenswerte Anlagen und Prozesse gegebenenfalls in geschlossene Räumlichkeiten verlagern.

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