Startups

Digitalgründer siedeln in kooperativen Ökosystemen

Das Silicon Valley zieht innovative Digital-Startups wie magisch an. Die Politik sieht das mit Sorge, doch die bisherigen Förderkonzepte erreichen die jungen Gründer nicht mehr. Was kann den nachrückenden Mittelstand halten?

13.01.2017
SCALE11 Gründer
SCALE11 bringt Startups, Investoren und etablierte Unternehmen zusammen. (Foto: Deutsche Messe AG)

Cloud-Services und Collaboration machen die Arbeit standortunabhängig. Doch gerade bei den ITK-Gründern, die mit diesen Werkzeugen neue Geschäftsmodelle etablieren, zeigt sich eine deutliche Tendenz zur geografischen Konzentration: Ein Startup, das nicht gleich Richtung Silicon Valley zieht, wechselt nach London oder geht mindestens nach Berlin. Das Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn hat deshalb einen Kurswechsel in der Förderpolitik vorgeschlagen, die künftig mehr in die Fläche gehen soll.

Auch anderswo mehren sich die Stimmen, die an Gründer appellieren, sich dem Silicon-Valley-Sog zu entziehen. "Ich denke, dass viele Startups bessere Erfolgschancen hätten, wenn sie dieser Anziehungskraft widerstünden", sagte kürzlich Reggie Bradford, Senior Vice President Produktentwicklung bei Oracle, auf Forbes online . "Ich sehe großartige Firmen in London, Tel Aviv und São Paolo aufsteigen, ganz zu schweigen von meinem alten Revier Atlanta, wo Firmen wie MailChimp erfolgreich sind."

Für Deutschland ist die Standortfrage auch deshalb wichtig, weil es dem European Startup Monitor 2016 zufolge im Ländervergleich die höchste Quote von Gründern hat, die aus dem eigenen Land stammen (92 %); zugleich liegt der Schwerpunkt hierzulande im Bereich IT/Software Development. Diese Startups jedoch erreicht die klassische Mittelstandspolitik, die vorwiegend auf Einzelförderung und -beratung setzt, nicht mehr. Gefragt seien jetzt, so das IfM, die Bundesländer, die vor Ort agieren und dort Rahmenbedingungen schaffen könnten, um Neugründungen zu halten. Das IfM drängt unter anderem auf Vernetzung, Austausch, Kooperation sowie regionale Wissens- und Know-how-Plattformen, geht also in dieselbe Richtung wie die CeBIT, die 2017 ihre Startup-Halle SCALE11 noch einmal ausbaut, einen Co-Working-Space einführt und mit den Fuckup Nights die "Kultur des Scheiterns" nach Hannover holt. SCALE11 bringt Startups, Investoren und etablierte Unternehmen zusammen, was erfahrungsgemäß vor allem im Windschatten des offiziellen Programms stattfindet. 2017 werden hier rund 400 digital getriebene Startups aus 40 Nationen vertreten sein.

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