Security

Digitale Sicherheit steht im Mittelpunkt

Die Schäden durch Internetangriffe und Cybercrime belasten die deutsche Volkswirtschaft jährlich mit mehr als 50 Milliarden Euro. Als führendes Business-Event zur Digitalisierung bietet die CEBIT 2018 Unternehmen, Behörden und dem Mittelstand die Chance, sich einen Überblick zu verschaffen, wenn sie Daten und Netzwerke sichern wollen.

20.09.2017
Fingerabdruck Cyber Security Shutterstock

Jeden Tag werden die Unternehmen weltweit mit bis zu 500.000 neuen Computerviren konfrontiert. Wachsender Beliebtheit bei den Cyber-Kiminellen erfreut sich vor allem Ransomware: Entsprechende Angriffe nahmen im vergangenen Jahr um mehr als 750 Prozent zu. Und das Risiko für Unternehmen, ein Opfer der Internetkriminalität zu werden, steigt weiter: Vor wenigen Monaten bewiesen die beiden Erpresser-Schadprogramme WannaCry und Petya erschreckend eindrucksvoll, mit welch atemberaubenden Geschwindigkeit sich Viren oder Trojaner in Firmennetzen ausbreiten können. "Nur intelligente Abwehrmechanismen können bei globalen Bedrohungslagen helfen, wie wir sie immer häufiger erleben müssen", erklärt Oliver Frese, CEBIT Vorstand der Deutschen Messe AG. "Vernetzte Sicherheitslösungen werden deshalb auf der CEBIT im Juni 2018 eine herausragende Rolle spielen."

CEBIT wird Lead-Machine für Entscheider

"Als führendes europäisches Business-Festival für Innovation und Digitalisierung wollen wir in jeder Beziehung neue Maßstäbe setzen", ergänzt CeBIT Bereichsleiter Marius Felzmann. "Die CEBIT 2018 wird zur Lead-Machine für alle aktiven und künftigen Entscheider, die sich mit der Digitalisierung befassen."

Das neue Konzept stützt sich auf vier Elemente: Der Bereich d!conomy zeigt die aktuellsten Lösungen für die Digitalisierung von Unternehmen und Verwaltung. Die inhaltliche Agenda bestimmen neben der Security das Prozess- und Datamanagement, wichtige Infrastrukturfragen und die zugehörigen Devices. d!tec präsentiert vielversprechende Entwicklungen aus Forschung und Start-up-Szene, mit denen sich traditionelle Branchenstrukturen aufbrechen und neue Geschäftsmodelle umsetzen lassen. d!talk heißt das neue Konferenzformat für den spannenden Diskurs von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, bei dem alle Herausforderungen der Digitalisierung zur Sprache kommen. "Auf unserer Keynote-Bühne werden Visionäre, Querdenker und Experten aus aller Welt zu Gast sein, um die Besucher zu inspirieren und zu informieren", skizziert Felzmann das Konzept dieser Plattform. Ganz neu ist der d!campus als multikulturelle Plattform für Interaktion und Networking. Dafür wird unter dem Expo-Dach eine anregende Erlebnisfläche für Begegnungen und digitale Showcases geschaffen.

Deutschland muss mehr tun

Natürlich ist die Cybersecurity als alles überstrahlendes Schlüsselthema der CEBIT 2018 gesetzt: "Nicht nur der deutsche Staat steht bei der Durchsetzung einer überzeugenden Sicherheitsstrategie vor großen Herausforderungen. Auch die Unternehmen müssen angesichts der steten Bedrohungslage immer weitere Abwehrmechanismen entwickeln und weiter investieren", ergänzt Frese. Denn die vielen Patente und glanzvollen Ingenieursleistungen aus Deutschland üben eine hohe Anziehungskraft auf Cyber-Kriminelle aus aller Welt aus. Im aktuellen Global Cybersecurity Index der Internationalen Fernmeldeunion ITU kommt Deutschland nur auf den 24. Platz. An der Spitze steht Singapur, gefolgt von den USA und Malaysia. "Deutlich vor Deutschland liegen auch Estland, Australien, Frankreich, Japan oder Südkorea. Das sollte Ansporn für uns sein", kommentiert Frese.

Die Situation hierzulande ist von einer großen Verunsicherung geprägt, aber auch von einem Mangel an branchenübergreifenden Konzepten. 85 Prozent der Deutschen fordern, der Staat solle sich stärker um die Sicherheit im Internet kümmern. Das hat das unabhängige Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) in einer Repräsentativumfrage herausgefunden. Dieser Verantwortung muss das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) als nationale Cybersicherheitsbehörde gerecht werden. Zudem will die Bundesregierung im kommenden Jahr ein freiwilliges IT-Gütesiegel einführen, das sich auf konsumentennahe Produkte konzentrieren wird. Sicherheitsrelevante Lösungen für Unternehmen sollen vorerst außen vor bleiben – eine Maßnahme, die auf den ersten Blick unverständlich wirkt: Schließlich reicht in vielen Chefetagen die Expertise nicht aus für einen sicheren Weg durch die digitale Transformation.

Imageschäden gelten als große Gefahr

Zusätzlichen Druck für Unternehmen bringt die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die 2018 eingeführt wird und klare Vorgaben für die Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen und die Öffentliche Verwaltung macht. Auf der CEBIT werden Sicherheitsexperten über ihre ersten Erfahrungen mit den neuen Richtlinien berichten. Wie eine im September veröffentlichte Studie des Security-Dienstleisters Trend Micro zeigt, sind viele Unternehmen noch unzureichend auf die Umsetzung der DSGVO vorbereitet. 67 Prozent der Befragten glauben, dass ein Imageschaden die größte Gefahr im Falle eines Datenlecks darstellt. Lediglich 41 Prozent setzen Verschlüsselungstechnologien ein, und 39 Prozent verfügen über fortschrittliche Fähigkeiten, um Eindringlinge zu identifizieren.

Dabei sind beträchtliche Unterschiede zwischen verschiedenen Branchen und Organisationen zu erkennen. Öffentliche Verwaltungen und Energieversorger sind beispielsweise vorsichtig beim Einführen neuer Technologien. Dafür fehlt häufig ein wirksames Mobile Device Management für Smartphones und Notebooks, was spätestens mit der Einführung der mobilen E-Akte problematisch werden kann. Die Automobilhersteller sind sehr wachsam beim Screening ihrer Zulieferer, während sich Banken und Versicherungen besonders stark bei der Sicherheitsschulung der Mitarbeiter engagieren. Drei Viertel der verarbeitenden Industrie, Autohersteller und Energieversorger qualifizieren Fach- und Führungskräfte für spezielle IT-Sicherheitsaufgaben, damit sie schneller auf Angriffe reagieren können, die auf staatliche Infrastruktureinrichtungen zielen (Quelle: Sopra Steria Consulting).

Neue Herausforderungen durch Internet of Things

Dass solche Maßnahmen dringend erforderlich sind, zeigte der Krypto-Trojaner WannaCry: In kürzester Zeit legte er rund 75.000 IT-Systeme in knapp 100 Ländern lahm. Zu den Betroffenen zählten auch Netzversorger und Krankenhäuser. "Gezielte Cyberattacken gegen kritische Infrastrukturen sind eine zunehmende Gefahr für das öffentliche Leben", betont Oliver Frese. "Auf der CEBIT werden wir zeigen, wo die Hauptrisiken liegen und wie man ihnen begegnen kann." Gefährdet sei hierzulande etwa der Energiesektor: "Der Umbau der Netze verlangt, verschiedene Energielieferanten vom Blockheizkraftwerk bis zum Windrad an das Internet anzubinden. Smart Grids, in denen professionell gemanagte Industrieanlagen mit kleineren Stromerzeugern zusammenspielen, sind ohne ausreichende Sicherung ähnlich leicht verwundbar wie Smart Homes mit App-gesteuerten Heizungsreglern oder Jalousien."

Für eine Verschärfung der Sicherheitslage wird zweifellos das Internet of Things (IoT) sorgen. Die Integration einer Vielzahl von Geräten, Steuerungen und Sensoren in die Netze erfordert eine weitreichende Professionalisierung aller Sicherheitsstrategien. 2018 sollen in smarten Fabriken rund um den Globus bereits 1,3 Millionen vernetzte Robotersysteme tätig sein. "Managed Security Service Provider, die Sicherheitslösungen aus der Cloud anbieten, setzen zunehmend auf automatisierte Prozesse", erklärt Marius Felzmann. Dabei suchen Schwachstellen-Scanner mit künstlicher Intelligenz fortwährend nach Sicherheitslücken und schließen sie, bevor sie zum Einfallstor für Hacker werden können.

CEBIT 2018 mit einzigartigem Angebot

"In den vergangenen beiden Jahren verzeichnete mehr als die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland Angriffe in Form von Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl. Der jährliche Schaden durch solche Cyberattacken beträgt 55 Milliarden Euro", berichtet CEBIT Vorstand Oliver Frese. "Deshalb sollte jetzt jedes Unternehmen die Sicherheit auf Platz eins der digitalen Agenda setzen – unabhängig davon, ob es drei oder 300.000 Mitarbeiter hat. Anders als regionale Veranstaltungen bietet die CEBIT 2018 in zehn Messehallen einen umfassenden Überblick über die neuesten Sicherheitstrends, Keynotes von renommierten Security-Experten und vielfältige Möglichkeiten zum persönlichen Austausch bis in den Abend hinein."

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