Communication & Networks

Die richtige All-IP-Strategie für Unternehmen

Bei der anstehenden All-IP-Migration im Unternehmen bringt der Umstieg auf SIP-Trunking oder eine Cloud-Lösung langfristig Wettbewerbsvorteile.

25.01.2016 Klaus Hauptfleisch

Chancen und Risiken

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Bis 2018 will die Deutsche Telekom alle Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse auf All-IP umgestellt haben. (Foto: LDprod / Shutterstock.com)

Der Aixvox-Geschäftsführer und Fachbuchautor Detlev Artelt nennt in seinem Kompendium "Voice Compass (R)Evolution der Kommunikation" drei Arten von Voice over IP: die eher privat genutzte Internettelefonie, zum Beispiel über Skype, zweitens IP-Centrex (Internet Protocol Central Office Exchange) – virtuelle IP-Telefonanlagen, die in Rechenzentren ausgelagert sind – und schließlich lokales VoIP für Internet-Protocol-basierte Telefonanlagen, bei dem Sprachdaten als Datenpakete per LAN übertragen werden, eine Internetverbindung aber nicht erforderlich ist.

Die neuen Kommunikationstechnologien sind im Kommen. Nach der Ankündigung der Deutschen Telekom, bis 2018 alle Analog- und ISDN-Telefonanschlüsse auf All-IP umzustellen, hat sie Anfang Juli nachgelegt. Bis Jahresende sollen jetzt 22 Prozent der rund zwei Millionen Geschäftskunden mit drei Millionen Anschlüssen auf Voice over IP migrieren – ausgehend von 15 Prozent im Vorjahr.

Alternativpläne der Konkurrenz

Einen Monat später konterte Vodafone mit der Mitteilung, dass man den Kunden die Wahlfreiheit lassen wolle und ihnen ISDN bis 2022 erhalten bleibe. "Bei den Privatkunden nutzen mittlerweile mehr als 50 Prozent einen All-IP-Anschluss. Die Nachfrage nach ISDN bei den neuen Anschlüssen tendiert gegen null", relativiert Zoltan Bickel, Director Enterprise Product Management bei Vodafone Deutschland.

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Die COMpact 5000 von Auerswald ist ein modular erweiterbarer Kommunikations-Server, das sowohl IP- als auch klassische ISDN-Telefonie (Foto:Auerswald)

Die wegen der höheren Bandbreiten für Unternehmen jeder Größe interessanten Kabelverbindungen über die Vodafone-Tochter Kabel Deutschland würden seit jeher per All-IP übertragen. Insgesamt vollziehe sich die Umstellung im SOHO-Segment, bei kleinen Firmen und im Homeoffice schneller als im Mittelstand und bei großen Unternehmen. "Hier ist der Umstellungsaufwand aufgrund der Größe der eingesetzten TK-Systeme oft deutlich höher", so Bickel.

"Langfristig ist der Umstieg auf IP-Telefonie nicht aufzuhalten", sagt Michael Piffer, Produktmarketing-Manager bei M-Net, und nennt wie die Telekom den auslaufenden Support der Hardware-Zulieferer als Grund dafür. Man versuche jedoch, "auch über 2020 hinaus entsprechende Verträge auszuhandeln und den Kunden dadurch noch länger ISDN-Anschlüsse anbieten zu können".

Die O2-Mutter Telefónica Deutschland will Geschäftskunden über 2018 hinaus eine passende Lösung anbieten: Voice Access ISDN für den Fortbestand der ISDN-Telefonanlage, Voice Access SIP für den Anschluss an das Next Generation Network (NGN) über IP-fähige TK-Anlagen und Digital Phone, eine zusammen mit NFON entwickelte virtuelle Telefonanlage mit bis zu 249.000 Nebenstellen, die den Kunden von der Altanlage befreien soll. Grundsätzlich setze man im Festnetz auf das All-IP-basierte NGN. "Moderne IP-Telefonie ermöglicht Geschäftskunden maximale Flexibilität, bessere Skalierbarkeit, optimierte Geschäftsprozesse und damit verbundene Kostenersparnis. Dabei ist es uns jedoch wichtig, dass unsere Kunden selbst entscheiden können, ob und wann sie umstellen möchten", betont Helge Weiß, Director Product & Marketing B2B.

Versatel schließlich hat im April bekannt gegeben, ISDN für Privat- und Geschäftskunden stehe noch mindestens bis 2020 zur Verfügung. Die Nachfrage danach sei konstant und mehrheitlich werde noch über den klassischen TDM-Standard (Time Division Multiplexing) telefoniert.

Viele Unternehmen zögern bei der IP-Migration

Die ISDN-Versprechen der Konkurrenz und ein immer noch vergleichsweise geringer VoIP-Anteil der Deutschen Telekom könnten vielen Unternehmen, die noch zögern, noch eine Weile den Druck nehmen, sich mit der IP-Migration zu beschäftigen. "Die aggressive Informationspolitik der Telekom generiert bei uns in der Hotline vermehrt Anfragen von Kunden, die völlig verunsichert sind, ob und wie sie ihre Telefonanlage weiter nutzen können", merkt jedoch Auerswald-Marketingleiter Heinz Ludwig an.

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Michael Piffer, Produktmarketing-Manager bei M-Net: „Langfristig ist der Umstieg auf IP-Telefonie nicht aufzuhalten.“ (Foto: M-Net)

Laut Schätzung der Bundesnetzagentur kam die Deutschen Telekom 2014 nur auf etwas mehr als ein Viertel der 16,34 Millionen VoIP-Anschlüsse, nach 15,7 Prozent im Vorjahr. Über TDM für Analog- und ISDN-Anschlüsse hat sie mit 56 Prozent aber immer noch eine große Marktmacht. "Die Regulierer werden das Sagen haben, wann die Deutsche Telekom tatsächlich alle TDM-Leitungen kappen darf", meint Eric Owen, Vice President Telecommunications beim Marktforschungsinstitut IDC. Früher oder später würden sie aber dem Drängen der Deutschen Telekom nachgeben. Schließlich entwickele sich die Analog- und ISDN-Telefonie mehr und mehr zum Verlustgeschäft und alle hätten ein natürliches Interesse an den Mehrwertdiensten, die VoIP eröffne.

Die B2B-Umsätze mit TDM Voice (analog und ISDN) in Deutschland sollen bis 2019 um 20 Prozent pro Jahr sinken, die für VoIP um 8 Prozent steigen, so IDC. Unterm Strich ergebe sich für das Segment im Festnetzgesamtmarkt ein Minus von 8 Prozent pro Jahr, von knapp 4,7 Milliarden Dollar 2014 auf 3,1 Milliarden Dollar 2019. Der Druck liegt daher mehr bei den Telekommunikationsanbietern als bei den Kunden.

Umstellungsdruck bei den Telefongesellschaften

Im Zusammenhang mit den Mehrwertdiensten wird immer wieder Unified Communication genannt. So betont IDC-Analyst Owen: "Die IP-Telefonie lässt sich viel leichter mit Mehrwertdiensten verknüpfen, mit Unified Communication zum Beispiel."

"Am Thema IP-Telefonie, VoIP und letztendlich Unified Communications & Collaboration (UCC) – ob am Arbeitsplatz oder mobil von unterwegs – führt in Zukunft kein Weg mehr vorbei. Das zeigen unter anderem die All-IP-Pläne der Telekom", sagt auch Rolf Müller, Leiter Product Marketing SMB beim UCC-Cloud-Anbieter Unify.

Den Telefongesellschaften geht es aber auch darum, im wachsenden Cloud-Markt und an dem im Entstehen begriffenen Next Generation Network (NGN) mitzuverdienen. Die B2B-Ausgaben für cloudbasierte Hosted-IP-Voice-Services einschließlich IP-Centrex in Deutschland sollen bis 2019 IDC zufolge um jährlich 5 Prozent von 656 auf 822 Millionen Dollar zulegen.

IP-Centrex beziehungsweise Hosted PBX (Private Branche Exchange) ist eine virtuelle Telefonanlage, die laut Cloud-Anbieter NFON zwar ans Telefonnetz angeschlossen ist, aber nicht über Telefonkabel, sondern über das Internet. Hier sei noch zu unterscheiden zwischen Lösungen, die „dediziert nur für einen Kunden ausgelagert betrieben werden, und geteilten Plattformen – also einer echten Cloud-Anwendung“. Im ersten Fall seien die Möglichkeiten für Kosteneinsparungen begrenzt.

NGN wird oft als Synonym für IP-Telefonie verwendet, bezeichnet aber das Zusammenwachsen der verschiedenen Netze für Daten, Fernsehen, Festnetz- und Mobilfunktelefonie über eine paketvermittelnde Netzinfrastruktur. "Worauf es künftig ankommt, ist die Fähigkeit von Unternehmen wie der Deutschen Telekom, Triple-, Quad- oder gar Fifth-Play-artige Services anzubieten", sagt Eric Owen von IDC. Gemeint sind Internet, Kabel, Telefon, Sicherheit und Connected Home.

Die Crux ist jedoch, dass nach einer IDC-Umfrage in Deutschland das Gros der Unternehmen den IT-Providern mehr Vertrauen schenkt als den Telefongesellschaften, was Cloud-Services angeht. Die Deutsche Telekom hat freilich mit T-Systems eines der ganz großen IT-Service-Unternehmen an ihrer Seite und ist auch in anderen Ländern stark vertreten.

70.000 Wechsel pro Woche

"Aktuell stellen wir rund 70.000 Kunden pro Woche erfolgreich auf das neue moderne Netz um. Circa 95 Prozent der Umstellungen laufen hierbei vollautomatisch", sagt Telekom-Pressesprecher Nils Hafenrichter. Lange hatte die Telekom wohl auch aufgrund der stabil hohen TDM-Umsätze den Trend ignoriert und dann 2014 plötzlich Zwangskündigungen verschickt mit dem erklärten Ziel, in 53 deutschen Städten bis 2016 alle Anschlüsse auf All-IP umzustellen.

Betroffen waren zunächst in erster Linie Privatkunden und kleinere Betriebe. Viele davon waren aber mit dem Segen der neuen Technik anfangs alles andere als glücklich, ein Gefühl, das sich noch verstärkt hat, nachdem aufgrund einer Störung im August des Vorjahres 300.000 VoIP-Kunden plötzlich stundenlang nicht erreichbar waren.

Im Juli darauf erfolgte dann die Geschäftskundenoffensive zusammen mit einer Broschüre, in der fünf verschiedene Migrationsszenarien gezeigt werden. Zwei Angebote lassen allerdings zur Freude der Mitbewerber noch auf sich warten: SIP-Trunks mit zwei bis 300 parallel gebündelten Gesprächen sollen erst zur CeBIT 2016 verfügbar sein, später im Jahr dann die gehostete Cloud-PBX-Anlage mit vielen integrierten und optionalen Anwendungen.

SIP-Trunking löst die ISDN-Technik ab

SIP-Trunking (von Session Initiation Protocol und Trunk wie Strang oder Bündel) wird von Andreas Steinkopf, Produktmanager VoIP bei der QSC AG, als moderner Sprachanschluss für Telefonanlagen beschrieben und gilt als gute Alternative zu ISDN. Sein Unternehmen war 2006 einer der ersten Anbieter in Deutschland.

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Konsolidierung von TK-Anlagen (Foto: com! professional)

IP-basierte Telefonanlagen können per SIP-Trunking über einen einzigen Account eine Vielzahl von Rufnummern verwalten. Dem Session Border Controller (SBC) kommt dabei als SIP-Filter für die saubere Trennung der Netze und zur Abschottung der TK-Anlage gegen Hackerangriffe eine wichtige Rolle zu. Die Gespräche laufen über das Netz des jeweiligen Internet Telephony Service Providers (ITSP) und sind somit gratis, ob sich der Teilnehmer nun vor Ort, in einer Filiale, im Homeoffice oder im Ausland befindet.




Die im Zusammenhang mit SIP-Trunking oft genannte Möglichkeit, dass etwa ein Festnetzteilnehmer in Singapur mit einer Hamburger Nummer telefoniert, hat die Bundesnetzagentur verboten. Zugelassen ist nur die 032-Vorwahl, die ortsunabhängig auch im Ausland genutzt werden darf.

Eine Sonderstellung nimmt das Inbound SIP-Trunking ein, wie es Voxbone SA aus Brüssel zum Beispiel als Cloud-Service für Call- oder Contact-Center und eingehende Gespräche mit örtlichen Festnetz- und Mobilfunk-Durchwahlnummern (DIDs) in über 50 Ländern und 8000 Städten weltweit anbietet. Die multinationalen Unternehmen können somit zu Ortstarifen oder über eine kostenlose 0800-Nummer angerufen werden, ohne dort jeweils eine Dependance unterhalten zu müssen.

Dienstgüte ist entscheidend

SIP-Trunking ist etwa bei M-Net seit November 2014 kommerziell verfügbar und soll ISDN ablösen. "Das ist wichtig, da unsere Kunden bereits heute bei der Reinvestition in ihre Telefoniesysteme SIP als Alternativtechnologie bewerten und sich auch dafür entscheiden", sagt Produktmarketing-Manager Michael Piffer. Um die Qualität zu sichern, habe man entsprechende IP-Telefonanlagen auf Kompatibilität getestet und zertifiziert. Zudem stelle M-Net optimierte Datenleitungen für SIP-Trunks mit hoher Dienstgüte (Quality of Service) zur Verfügung. Es komme darauf an, dass im Bedarfsfall Sprache oder Telefonie vor Daten gehen.

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Nils Hafenrichter, Pressespecher der Deutschen Telekom . (Foto: Deutschen Telekom)

Wie IDC-Analyst Owen erinnert, war es vor 20 oder 30 Jahren noch akzeptabel, dass die Datenleitung abbrach. Die Nichterreichbarkeit über das Telefon oder eine schlechte Sprachqualität sei jedoch noch nie akzeptabel gewesen. Letztere habe tatsächlich etwas nachgelassen, wenn man den ISDN-gewohnten G.711-Codec zugrunde lege. Ein Argument für VoIP ist allerdings die HD-Sprachqualität über den G.722-Codec mit einer doppelt so hohen Abtastrate (16 statt 8 kHz) bei einem Bandbreitenbedarf von ebenfalls rund 100 KBit/s je Sprachkanal.

Von diesen 100 KBit/s bei G.711 ausgehend, bietet der IP-Centrex- und SIP-Trunk-Dienst Deutsche Telefon für monatlich 78 bis 398 Euro symmetrische Business-IP-Breitbandanschlüsse auf SDSL-Basis mit 2,3 bis 20 MBit/s für 20 bis 200 gleichzeitige Gespräche. Als Vorteile nennt Axel Braun, Mitglied der Geschäftsleitung, unter anderem die räumliche und numerische Flexibilität der Nutzung von überall, wo es Breitbandanschlüsse gebe. Auch sei die Anzahl der Nebenanschlüsse damit von den physikalischen Gegebenheiten unabhängig.

Highspeed-Verbindungen per Glasfaser-Technik

Vieles hängt von den Bandbreiten ab. Sprache fällt dabei mit 100 KBit/s pro Kanal im Gegensatz zu Daten und Anwendungen kaum ins Gewicht. Erklärtes Ziel vieler All-IP-Offensiven sind jedoch Unified Communication und Videokonferenzen, etwa über Microsoft Lync, wobei der Bandbreitenbedarf immens steigt.

Vodafone-Manager Bickel zufolge geht der Trend ganz deutlich zu Highspeed-Verbindungen. Die Kabelnetzanbieter wie Kabel Deutschland, Unity Media, Telecolumbus und Kabel BW sind dabei aktuell im Vorteil, weil sie Übertragungsraten von 200 oder sogar schon 400 MBit/s verfügbar machen können. Wie Eric Owen von IDC sagt, liefern sich Kabel und DSL allerdings immer ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Das auf Vectoring und Glasfaser-Kupfer-Hybridtechnik basierende G.Fast mit Gigabit-Übertragungsraten lasse als Nachfolgestandard zu VDSL2 nicht mehr lange auf sich warten.

Swisscom hatte 2012 schon Giga-DSL von Huawei als Prototyp getestet und Zielbandbreiten von 1 GBit/s auf 100 m und über 500 MBit/s auf 200 m genannt, zusammen mit dem neuen Begriff Fiber to the Street (FTTS) für die Glasfaseranbindung von Kunden, wo FTTB/H – Lichtwellenleiter zum Gebäude (Building) / zur Wohnung (Home) – nicht möglich ist. Diesen Trend hat die Deutsche Telekom übrigens verpasst und daher bei VoIP über FTTB/H und HFC (Hybrid Fibre Coax) so gut wie keinen Anteil.

Sanfter oder harter Umstieg

Bei einem Wechsel auf IP-Telefonie stellt die benötigte Bandbreite für Unternehmen meist nur ein geringes Problem dar, weil diese in der Regel schnell verfügbar ist. Größere Investitionen können anfallen, wenn die im Unternehmen eingesetzten Switches nicht multimediafähig sind. Power over Ethernet (PoE) sollten die Geräte auch unterstützen, was für den Fall eines Stromausfalls einen Steckplatz weniger in einem Notstromaggregat bedeutet.

Dass nach einem Stromausfall bei VoIP die Telefonverbindung abbricht, während das alte analoge Netz seine eigene Stromversorgung hatte, ist ein häufiger Kritikpunkt. Laut Telekom-Pressesprecher Hafenrichter sei aber geplant, über eine Hardware-Komponente in der Vermittlungsstelle im IP-Netz einen analogen Anschluss zu simulieren, um diesen im Notfall mit Strom zu versorgen. Weitere Investitionen können auch für eine Firewall oder eine komplett neue TK-Anlage anfallen. Große Unternehmen haben als Telekommunikationssystem in der Regel spezielle Server im Einsatz, die meisten davon mit dem Unix-Derivat Asterisk. Diese Kommunikations-Server verfügen über Einschübe für Module mit Schnittstellen für Analog-, ISDN- und IP-Telefonie sowie für Faxgeräte und andere Anwendungen. Bei einer sanften Migration mit bestehender ISDN-Hardware ist die Anschaffung eines ISDN-, VoIP- oder Media-Gateways nötig, um beide Welten miteinander zu verbinden. Auf Carrier- oder ITSP-Seite ist der Netzübergang auch nötig, weshalb viele Experten gleich für die SIP-Trunking- oder Cloud-Variante plädieren. Probleme gibt es oft auch in der Kommunikation zwischen nicht kompatiblen Faxgeräten mit dem für Fax over IP (FoIP) geschaffenen T.38-Protokoll, weshalb auf beiden Seiten oft Gateways erforderlich sind. Zusätzlich erschweren Altlasten wie Alarmanlagen, Frankiermaschinen und Karten-Terminals den sanften Umstieg, sodass es naheliegt, gleich über eine All-IP-basierte UCC-Lösung nachzudenken.

Gerade größere Unternehmen mit Hunderten oder Tausenden von Telefonarbeitsplätzen entscheiden sich aber oft für die sanfte Migration, denn mitunter laufen noch Service- und Wartungsverträge für die bestehende Anlage. Die Preise von IP-Telefonen sind zwar kräftig gesunken, aber immer noch höher als die der ISDN- oder gar Analoggeräte. Etliche Unternehmen warten ab, bis die Preise weiter fallen – und investieren lieber in die erforderlichen Gateways.

Fazit

Schaut man sich die Vita der Deutschen Telekom und anderer Telefongesellschaften an, die den Trend zur IP-Telefonie lange verschlafen haben, wundert es nicht, dass viele Unternehmen sich noch reserviert zeigen. Zwar haben die Bundesnetzagentur und andere Regulierungsbehörden in Europa dafür gesorgt, dass bestehende ISDN-Hardware über Gateways in der IP-Welt weiter genutzt werden kann. Mittel- und langfristig sollten B2B-Kunden sich aber für SIP-Trunking oder gleich für eine Cloud-Lösung entscheiden. Die zusätzlichen Funktionen mögen heute noch keine große Rolle spielen, könnten morgen aber im internationalen Wettbewerb entscheidend sein.

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