Security

Die Regierung ist sich bei Zero-Day-Exploits nicht einig

Zu den sogenannten Zero-Day-Exploits gibt es in der Bundesregierung unterschiedliche Meinungen. Das Außenministerium möchte die gefährliche Schadsoftware ächten, der Bundesnachrichtendienst (BND) will sie lieber heimlich nutzen.

16.10.2017
Quelle: Shutterstock.com

Wie die Wochenzeitung " Die Zeit " berichtet, arbeiten Diplomaten des Außenministeriums derzeit in einer Expertengruppe der Vereinten Nationen daran, Zero-Day-Exploits weltweit zu ächten. Solche Schadsoftware ist brandgefährlich, da sie bislang unbekannte Sicherheitslücken ausnutzt. Unter Umständen merken die betroffenen Organisationen oder Unternehmen zunächst nicht einmal, dass sie Opfer einer Straftat wurden. Die Expertengruppe habe bereits 2015 dringend empfohlen, dass alle Staaten IT-Sicherheitsprobleme offenlegen und die Betroffenen informieren.

"Doch Geheimdienste, auch deutsche, wollen sich dieser politischen Verpflichtung nicht unterwerfen", berichtet "Die Zeit" weiter. So wolle der BND nicht darauf verzichten, die Schadsoftware zu kaufen und einzusetzen. Es sei wichtig, dass er im Ausland aufklären könne, und dazu seien auch Lücken in Informationssystemen geeignet, sagte BND-Präsident Bruno Kahl in einer öffentlichen Anhörung im Bundestag . Dazu passt die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der SPD-Bundestagsabgeordneten Saskia Esken, aus der "Die Zeit" zitiert. Demnach seien die Überlegungen zu der Thematik "nicht abgeschlossen" und bedürften noch "einer Konkretisierung".

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