Augmented & Virtual Reality

Die Leinwand wird zur virtuellen Welt

Wie bringt man junge, technikaffine Käufer in eine Kunstgalerie? Indem man ihnen zeigt, wie die Mona Lisa von hinten aussieht. Sotheby’s hat darum vier Gemälde als VR-Welten gestalten lassen.

30.03.2017
Virtuelle Welt Surrealismus Kunst
Sotheby’s hat vier Gemälde als VR-Welten gestalten lassen. (Quelle: YouTube/Sothebys)

Im Vorfeld des Surrealist Art Evening Sale Anfang März lockte Sotheby’s potenzielle Bieter mit einem virtuellen Rundgang durch vier Meisterwerke des Surrealismus. Je ein Gemälde von Paul Delvaux ("Filles au bord de l’eau"), André Masson ("Hôtel des automates"), René Magritte ("Le Repas de Noces") und Salvador Dalí ("Moment de transition") hatte das in London beheimatete FGrate Studio für das Auktionshaus als VR-Erlebnis adaptiert . Zu diesem Zweck wurden die Elemente der Gemälde in 3D-Modelle umgewandelt. Die Ergebnisse konnten Besucher bei Sotheby’s mithilfe einer Oculus Rift erkunden. Bei der Rekonstruktion als 360-Grad-Ansichten haben sich Studiomitarbeiter bemüht, die Stimmung des Originals unverfälscht zu belassen, auch wenn sie auf den Originalen nicht sichtbare Bereiche – etwa die Rückansichten von Objekten – gestalten mussten.

Sotheby’s wird künftig möglicherweise häufiger bestehende Kunstwerke in die virtuelle Realität überführen, um den Markt anzukurbeln. Dagegen hatte bereits 2016 das Time Magazine sieben Künstler eingeladen , mit dem Tilt Brush von Google Neues zu schaffen. Die Software ermöglicht die kreative Gestaltung im Raum hinter einer VR-Brille. Tim O’Brien , der unter anderem die Hunger-Games-Buchcover geschaffen hat, kam mit dem virtuellen Pinsel offenbar gut klar, weniger jedoch mit dem Moment, in dem er das HTC-Vive -Set wieder absetzte. Dass das Werk dann einfach verschwunden ist, sei "the freakiest thing", das einem Künstler passieren könne.

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