Startups

Die legendären Fuckup Nights

An zwei SCALE11-Abenden erklären "gescheiterte" Jungunternehmer Startups von heute, welche Fehler sie NICHT machen sollten.

03.02.2017
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"Aus Fehlern wird man klug" – das Sprichwort zur neuen Kultur des Scheiterns haben wir schon lange. In Wahrheit jedoch ist die "Mentalität der zweiten Chance" in Deutschland noch unterentwickelt. In den USA ganz normal, gilt unternehmerisches Versagen hierzulande beinahe als Todsünde: "Wenn man etwas macht, dann richtig" – das trifft die deutsche Mentalität wohl eher.

Bis jetzt jedenfalls. Die CeBIT Fuckup Nights machen deutlich: Man kann mit dem Thema Scheitern auch ganz anders umgehen. In der international bereits sehr erfolgreichen Konferenzreihe erzählen Unternehmensgründer freimütig von ihrem eigenen Scheitern und vom Umgang mit dieser prägenden Erfahrung.

Das Format kommt … nein, diesmal nicht aus den USA, sondern aus Mexico City: "Seit der ersten Fuckup Night in 2012 haben sich die Events auf mehr als 150 Städte in 54 Ländern ausgeweitet – wir sind die global aktivste Bewegung von Schöpfern und Innovatoren", wirbt die Initiative. Letztes Jahr zählte sie weltweit mehr als 200.000 Zuhörer.

Die Fuckup Nights der CeBIT 2017 finden am 20. und 21. März im Rahmen des Startup-Events SCALE11 statt. Auch hier gilt das Prinzip "Aus den Fehlern anderer lernen": In den Best-Practice-Vorträgen "gescheiterter" Jungunternehmen lernen Startups von heute und morgen, welche Fehler sie NICHT machen sollten. Die Fuckup Nights 2017 beginnen jeweils um 16:30 Uhr und dauern zwei Stunden. Tagungsort am CeBIT-Montag ist Halle 11 . Die Dienstags-Location wird in Halle 9 auf der Salesforce-Bühne sein. Dort wird auch die zweite Ausgabe der Fuckup Nights stattfinden.

"Ich liebe Anfänge", sagt etwa Fede Casas aus Mexiko. Er hat in die Event-Firma Kin Camp investiert, ist Mitbesitzer von Intangible (INTNGBL) und versuchte sich "an mindestens 20 weiteren Unternehmen, von denen viele gescheitert sind", wie Casas zugibt.

Ikue Uchida begann ihre Karriere als Management Consultant bei Arthur Andersen, wo sie u.a. Performance-Measurement-Systeme entwickelte. Als sie "die weltverändernde Kraft von Business" entdeckte, beschloss sie, ihr Consulting-Knowhow für die internationale Entwicklungszusammenarbeit einzusetzen. Nach dem Durchlauf verschiedener Organisationen zog die Japanerin die Agentur Orinus Partners mit auf. Nun hilft sie anderen Startups rund um den Globus auf die Beine, "um sozialen Wandel auszulösen", wie Uchida erklärt.

Der Israeli Yosi Taguri, Investor bei Wondermall Inc. und Mitbegründer von Labgoo, entwickelt seit 25 Jahren Software für verschiedene Technologien und Geräte. Im Alter von 11 begann Taguri mit der Entwicklung von Software – sein erstes Programm verkaufte er mit 14. Danach gründete er eine Reihe mehr oder weniger bekannter Firmen, darunter Yallo, Labgoo, Fiddme, Shidurey und Stealth Mode.

Zipporah Gatiti möchte die Zulieferkette für kenianischen Kaffee revolutionieren. "Taste of Kenya" ist ihr zweites Startup, nachdem sie Informatik in Irland und England studiert hatte. Ihre erste Gründung TestCom Technology verkaufte Software-Managementberatung an Kunden wie Eircom, Coillte und Bank of Ireland.

Zu den deutschen Gründern und Ex-Gründern auf der Rednerliste zählen Anna Gubanova und Gabriel Gelmann, die Organisatoren der Fuckup Nights Hannover. Auch Réginald Bien-Aimé, Initiator und Organisator der Fuckup Nights Switzerland, sowie das spanische "Social Media Animal" Yannick Kwik, der als Global CEO die Fuckup Nights managt, geben ihre Erfahrungen weiter.

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