Geoinformationssysteme

Die Bahn investiert in Drei-Wörter-Adressen

Rund vier Milliarden Menschen haben keine verlässliche Anschrift. Ein britisches Startup hat auch dafür eine clevere Lösung gefunden. Die Deutsche Bahn ist mit Wagniskapital dabei.

20.04.2017
what3words Geoinformationssysteme
Die Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH investiert in das globale Adresssystem what3words. (Quelle: what3words)

Die im Herbst 2016 gegründete Deutsche Bahn Digital Ventures GmbH investiert in das globale Adresssystem what3words , das eine verblüffend einfache Methode gefunden hat, jeden Standort auf der Welt zu kommunizieren: mithilfe dreier Wörter. Das Startup hat dazu den Globus in ein Raster aus drei mal drei Meter großen Quadraten aufgeteilt. Jedem dieser Quadrate respektive den zugehörigen geografischen Koordinaten sind Adressangaben zugeordnet, die aus drei klarsprachlichen Wörtern kombiniert sind, wie die Karte verdeutlicht. Der Berliner Hauptbahnhof ist auf diese Weise mit "kurzfilme.rechne.grenzen" beschrieben (und offenbar auch ein Tal in der chinesischen Provinz Gansu sowie ein Höhenzug in Schottland). Statt der bislang üblichen Angaben in Form von Längen- und Breitengraden ermöglicht es dieses System, einen genauen Standort mit leicht zu merkenden Auskünften zu kommunizieren.

Für DB Digital Ventures ist dieses System deshalb interessant, weil es die Qualität und Effizienz im weltweiten Warenverkehr deutlich steigern könnte: In der Logistik könnten schon wenige Minuten Zeit Millionen Euro sparen und die Kundenzufriedenheit steigern, argumentiert Managing Director Boris Kühn. Wichtig wäre eine solche Ortung auch für Notfalldienste; in Weltgegenden ohne zuverlässige Adresse kann das System außerdem bei internationalen Hilfsaktionen von großem Nutzen sein. Kuriere in Europa und den USA verwenden what3words bereits.

Geoinformationssysteme Customer Experience ManagementStartups RSS Feed abonnieren