Security

Deutsche Forscher entdecken Spyware in Android-Apps

Die Apps reagieren auf unhörbare Ultraschallsignale und ermöglichen es so, den Handynutzer zu identifizieren und genau zu orten. Die Betroffenen selbst merken nichts davon.

23.05.2017
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Deutsche Forscher entdecken Spyware in Android-Apps (Foto: Michael Westphalen)

Vier junge Wissenschaftler an der Technischen Universität Braunschweig haben zahlreiche Gratis-Apps, wie sie etwa McDonald's oder Krispy Kreme anbieten, unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: In 243 davon entdeckten sie Spyware, die auf Ultraschall-Signale reagiert.

Die Studie der Braunschweiger Wissenschaftler wurde im Rahmen des Projekts Vamos vom Bundesforschungsministerium gefördert. Die untersuchten Apps tragen Huckepack ein kleines Programm, das auf Töne im Frequenzbereich zwischen 18 und 20 kHz reagiert. Werbetreibende senden diese Signale beispielsweise in Kaufhäusern, auf ihrer Internetseite oder in ihren TV-Spots. Das Handy des Betroffenen empfängt diesen Ultraschallschnipsel, Beacon genannt, und sendet ihn mit Zusatzinformationen, wie eben dem Aufenthaltsort des Handynutzers, an den Werbetreibenden zurück, der so wiederum das Nutzerprofil verfeinern und individualisierte Werbung verschicken kann.

Das indische Startup SilverPush hat diese Cross-Device-Tracking-Software eigens für die Werbeindustrie entwickelt. Auf seiner Website wirbt das Unternehmen auch mit den Logos von Google, Nestlé und Disney. Das Entwickler-Kit wird inzwischen von San Francisco aus weiter verbreitet.

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