Security

Der schwierige Kampf gegen die Cyber-Kriminalität

Hacking, Malware und DDoS-Attacken stellen Unternehmen noch immer vor große Herausforderungen. Aus diesem Grund spielt das Thema Cyber-Kriminalität auch auf der diesjährigen CeBIT eine wichtige Rolle. Zum Auftakt der Messe erörterte Carsten Meywirth, Leiter der Gruppe Cybercrime im Bundeskriminalamt (BKA), aktuelle Trends.

14.03.2016
Cyber Crime - 1

"Pro Jahr entsteht der deutschen Wirtschaft ein Schaden von bis zu 50 Milliarden Euro durch Cyber-Kriminalität und Wirtschaftsspionage. Allein 2015 haben wir eine Zunahme der Malware um 30 Prozent verzeichnet - auf insgesamt 440 Millionen potentielle Bedrohungen,“ berichtete Carsten Meywirth bei seinem Vortrag „The threat is global - Current trends of Cyber Crime“.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter seien ein zusätzliches Problem, da sie inzwischen immer häufiger zur Verbreitung der Malware genutzt werden würden. Laut dem BKA-Beamten wird aber auch das sogenannte Social Engineering bei Kriminellen zunehmend beliebter. Erst vor wenigen Wochen hatte der Erpresser-Trojaner Locky mit 5000 Infektionen pro Stunde bundesweit für Schlagzeilen gesorgt.

Ransomware kann jeder kaufen

Programme wie Locky, die auch als Ransomware bezeichnet werden, kann theoretisch jeder kaufen. "Es gibt im Visible Web, auf das jeder zugreifen kann, Anbieter, die interessierten Dritten Ransomware verkaufen“, erklärte Meywirth. "Man muss sich dort nur einloggen, die Höhe des Lösegeldes sowie die entsprechende Erpresser-Nachricht angeben und bekommt danach einen maßgeschneiderten Trojaner zum Download. Der Nutzer kann sogar testen, ob die Schad-Software von Virenscannern erkannt wird. Wird die Ransomware erfolgreich eingesetzt, bekommt der Verkäufer einen Teil des ‚Lösegeldes‘ ab. Ein lukratives Geschäft."

Die Cyber-Kriminellen müssen hinter Gitter

"Die Sicherheitslücke wird erst geschlossen sein, wenn die Verantwortlichen im Gefängnis sitzen.“ Mit diesem Satz beendete Meywirth seinen Vortrag und betonte zugleich die Bedeutung nationaler und internationaler Zusammenarbeit. „Im Februar wurden 69 Wohnungen und Firmenräume im In- und Ausland durchsucht und neun dringend Tatverdächtige festgenommen. Es war ein koordinierter Schlag gegen die Betreiber von Darknet-Foren, in denen unter anderem mit Waffen und Drogen gehandelt wurde."

Zwei Sekunden bevor das BKA die Administration der Foren übernommen hat, hatte ein Nutzer einen anderen noch vor der bevorstehenden Aktion der Polizei gewarnt - und bekam folgende Antwort: „Das BKA arbeitet doch nicht an einem Samstag!“ - ein Trugschluss, wie Meywirth mit einem Augenzwinkern hinzufügte.

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