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Der alternative Finanzmarkt in Europa wächst

Eine Studie Zeigt, dass der alternative Finanzmarkt in Europa 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 144 Prozent gewachsen ist – Tendenz steigend.

04.03.2015 Andreas Weck

Startups stehen in diesem Jahr auf der CeBIT auf der ganz großen Bühne, bei Code_n und bei SCALE11. Ein Thema dabei immer wieder: Die Frage des Geldes. Dass Startups es in Europa im Vergleich zu den USA nicht besonders leicht haben, an frisches Gründungskapital zukommen, ist bekannt. Umso erfreulicher ist, dass sich daraus derzeit ein Trend entwickelt, der nicht nur den zahlreichen Gründern in die Karten spielt, sondern auch den etablierten Finanzmarkt noch stärker demokratisiert.

Wie ein Bericht der britischen Cambridge-Universität kürzlich dargelegt hat, ist der alternative Finanzmarkt in Europa nämlich um 144 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gewachsen.

Alternativer Finanzmarkt soll 2015 auf 7 Milliarden Euro ansteigen

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Gesamtvolumen des alternativen Finanzmarktes in Europa. (Grafik: University of Cambridge)

Ausgangspunkt der Studie ist das Jahr 2012. Während des ersten Berechnungsjahres zum Ende 2013 hin haben die Studienautoren einen Gesamtumfang der bereitgestellten finanziellen Mittel von 1,21 Milliarden Euro ermittelt. Ende 2014 haben die Analysten bereits eine Gesamthöhe von 2,96 Milliarden Euro ausgemacht. Zum Ende des Jahres 2015 wird mit einem Anstieg auf insgesamt sieben Milliarden Euro gerechnet. Alternative Finanzierungsformen haben somit derzeit zweifelsohne einen Höhenflug.

Zu den alternativen Finanzierungsformen zählen unter anderem Equity-Crowdfunding, Crowdfunding und P2P-Lending. In den vergangenen Jahren sind etliche Plattformen in dieser Richtung entstanden, die Unternehmensgründern bei der Finanzierung ihres Startups unter die Arme greifen.

Zu den Equity-Crowdfunding-Plattformen zählen beispielsweise Seedrs , FundedByMe oder Crowdcube . Crowdfunding-Plattformen wie Startnext oder Vision Bakery sind vor allem in Deutschland bekannt. Und unter den bekanntesten P2P-Lending-Plattformen werden unter anderem Funding Circle , Zopa und Auxmoney gelistet.

Alternativer Finanzmarkt in Europa: Großbritannien führt Entwicklung an

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Alternativer Finanzmarkt in Europa wächst um 144 Prozent. Treiber ist Großbritannien. (Grafik: University of Cambridge)

Obwohl der Trend ein gesamteuropäisches Phänomen ist, zeigt sich die Entwicklung am stärksten in Großbritannien – und zwar derzeit mit weitem Vorsprung zu den restlichen europäischen Staaten. Das vereinigte Königreich ist für 74,3 Prozent des Gesamtvolumens des alternativen Finanzmarktes verantwortlich. 25,7 Prozent verteilen sich unter anderem auf Frankreich, Deutschland, Schweden und die Niederlande, die Platz zwei bis fünf ausmachen. Interessant zu sehen ist, dass der Trend sich – wenn auch nur in kleinem Maße – auch in krisengebeutelten Ländern wie Spanien fortsetzt, wo Investitionen derzeit wohl am stärksten benötigt werden und am schwierigsten zu bekommen sind.

An der Studie beteiligt sind neben dem Center of Alternative Finance der Cambridge-Universität zudem der internationale Wirtschaftsverein EY sowie diverse Industrieverbände wie das European Crowdfunding-Network und CrowdfundingHub. Ein PDF zur Studie der Entwicklung des alternativen Finanzmarktes in Europa ist online veröffentlicht worden.

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