Big Data & Business Intelligence

Data Scientists erobern Unternehmen und Universitäten

Sie sind ein Hybrid aus Mathematiker, Informatiker und BWLer. Und sie haben den "Sexiest Job of the 21st Century", titelte der Harvard Business Review. Data Scientists sind schon jetzt begehrte Talente. Ein Blick auf ein neues Berufsbild.

15.02.2016
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Im Zeitalter von IoT und Big Data werden Daten zu einer immer wichtigeren Ressource für Unternehmen. Oft ist sogar die Sprache vom "Gold des 21. Jahrhunderts". Doch sind es wirklich die Daten, die so wertvoll sind? Wohl kaum, vielmehr sind es die Erkenntnisse die sich daraus gewinnen lassen. Daher suchen Unternehmen vermehrt Experten, die in der Lage sind, große und komplexe Datenmengen zu analysieren. Und die richtigen Schlussfolgerungen ziehen, um die Geschäftsstrategie effizienter zu gestalten. Unter dem Oberbegriff Data Scientist (dt. Datenwissenschaftler) etabliert sich in der IT-Welt daher ein neues Berufsbild, das verschiedene Rollendefinitionen und -bezeichnungen aus dem Big-Data-Umfeld zusammenfasst.

In Daten neue Trends entdecken

Aber was macht ein Datenwissenschaftler eigentlich genau? Im Prinzip ist er eine Weiterentwicklung des Business- oder Daten-Analysten. Während der klassische Daten-Analyst nur die Informationen aus einer Quelle auswertet, erforschen und prüfen Data Scientists beim sogenannten Data-Mining alle Datenquellen eines Unternehmens. Sie sind in der Lage, auch in unstrukturierten Massen Muster zu erkennen und Trends aufzudecken. Informationen die extrem wertvoll sind: Sie zeigen Unternehmen überhaupt erst auf, wie sie ihre Strategie besser auf die Bedürfnisse der Kunden ausrichten können.

Wichtig sind sie also – aber woher kommen die neuen Fachkräfte? Einen Studiengang "Datenwissenschaften" gab es zumindest bis vor Kurzem noch nicht. Die klassischen Grundlagen liefern deswegen immer noch BWL, Informatik und Mathematik. Eine dieser Ausbildungen allein reicht in der Regel jedoch nicht aus, denn Datenwissenschaftler brauchen Know-how aus verschiedenen Fachbereichen. So gehören neben technischen Kenntnissen auch analytisches Denken und Kreativität zu den entscheidenden Fähigkeiten, die Datenwissenschaftlerschulen müssen. Der Weg zum Big-Data-Spezialisten ist daher sehr individuell.

Aus- und Fortbildungsmarkt für Big Data wächst

Viele Datenanalysten, die heute als Data Scientists bezeichnet werden, haben sich das nötige Wissen im Laufe der Jahre durch Erfahrung und Eigeninitiative angeeignet. Mittlerweile hat sich aber auch ein Markt für Aus- und Weiterbildungen entwickelt, mit denen IT-Fachkräfte ihre Fähigkeiten gezielt ausbauen können. Big-Data-Workshops, -Schulungen und -Seminare finden sich bei einer Vielzahl von kommerziellen Anbietern, Hochschulen oder Forschungsinstituten. Beispielsweise bei der Fraunhofer Gesellschaft . Oftmals enden solche Schulungsprogramme mit einer Zertifizierung.

Immer mehr Studienangebote

Auch in Sachen Hochschulausbildung tut sich einiges. Es scheint, als fielen die Forderungen der Wirtschaft nach Studiengängen mit einer spezifischen Ausrichtung auf Big Data auf fruchtbaren Boden. Bereits 2013 erklärte US-Präsident Barack Obama das Gebiet Data Science zur obersten Priorität im Bildungssektor. Er sicherte Universitäten insgesamt 37,8 Millionen Dollar zu, um die Ausbildung voranzutreiben. Mit Erfolg: An Universitäten wie Stanford und der UC Berkley zählt Data Science zu den beliebtesten Fächern unter den Bewerbern.

Auch in Europa gibt es mittlerweile verschiedene Hochschulen, die entsprechend spezialisierte Studiengänge anbieten. Die meisten Angebote sind vertiefende und spezialisierende Masterstudiengänge. So bietet die TU Chemnitz beispielsweise den Master Business Intelligenz & Analytics an, die TU Dortmund Datenwissenschaft und die Hochschule Aalen den Master Wirtschaftsinformatik mit Schwerpunkt Big Data & Business Analytics. Die Tendenz ist steigend: Auch kleinere Institute haben den Trend erkannt und erweitern ihr Ausbildungsangebot.

Noch steckt die Ausbildung von Datenwissenschaftlern in den Kinderschuhen. Umso besser stehen derzeit die Chancen für Absolventen am Arbeitsmarkt. Um den weltweiten Bedarf an Big-Data-Spezialisten zu decken, müssen die Ausbildungsangebote in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden.

Branchentreff auf der CeBIT

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