Artificial Intelligence

Das KI-Auto: Woran Volkswagen gerade arbeitet

"Die nächsten drei, vier Jahre werden entscheidend sein", sagt Johann Jungwirth, Chief Digital Officer von Volkswagen. Es spricht von der Neuerfindung des Autos.

22.03.2017
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Auf den CeBIT Global Conferences erklärte er, woran VW arbeitet und welche Rolle künstliche Intelligenz für das Auto von morgen spielt.

Fangen wir damit an, worüber Jungwirth auf der Sakura Stage in Halle 8 NICHT sprach. Alternative Antriebe. Das war es eigentlich. Ansonsten zeigte der Volkswagen-CDO im Schnelldurchlauf, wie der Konzern sein Kerngeschäft digitalisiert. Der Schwerpunkt: künstliche Intelligenz. "KI ist bereits jetzt überall und im Auto der Zukunft wird es eine zentrale Rolle einnehmen", so Jungwirth. Sie soll den Menschen nicht ersetzen, sondern dort ergänzen, wo es sinnvoll ist. Im Cockpit beispielsweise.

"Heute müssen Sie oft noch sieben, acht Tasten drücken, bis Sie im In-Car-Entertainment-System den gewünschten Menüpunkt erreicht haben. Das wollen wir auf einen reduzieren – wenn überhaupt." Wenn überhaupt, das heißt: Sprach-, aber auch Gestensteuerung sollen weit mehr kontrollieren als das Navi. Das Auto erkennt die Mimik des Fahrers, seine Laune und sein Ziel. Verknüpft mit Positionsdaten und Fahrverhalten lässt sich die User Experience präzise auf die Situation abstimmen.

Selbstfahrende Autos on demand

"Früher war der Motor das Herz des Autos. Bald wird es das autonome Fahrsystem sein." Auch dafür ist KI natürlich die Grundvoraussetzung. Das selbstfahrende System soll den Verkehr zum einen sicherer machen mehr als eine Million Verkehrstote pro Jahr verhindern. Zum anderen soll es das Parken vereinfachen. Ein Drittel der Zeit im Auto werde heute für die Parkplatzsuche verschwendet, so Jungwirth. Damit wäre es vorbei, wenn das Fahrzeug den Passagier vor der Haustür absetzt und sich danach selbst einen Platz sucht. Per Knopfdruck fährt es dann wieder vor.

Doch aus dem Thema Parken lässt sich noch mehr herausholen. In hochentwickelten Städten werden bislang riesige Parkflächen benötigt – in ein paar Jahren dürfte davon nur noch ein Siebtel erforderlich sein, so Jungwirth. Nämlich dann, wenn immer weniger Menschen Autos kaufen, sondern nur noch "on demand" nutzen. "96 Prozent der Zeit steht jedes Auto nur herum", sagt Jungwirth. Ein autonomes Shared Car fährt praktisch dauernd. Es setzt den einen Passagier ab und sucht sich sofort den nächsten – ein autonomes Taxi quasi. Unter dem Arbeitstitel "Sedric" (self-driving car) hat VW als erstes Unternehmen bereits ein solches Mobilitätskonzept entwickelt.

Wird es beim Konzept bleiben? Vermutlich ja. Aber zahlreiche Ideen aus Sedric werden es mit Sicherheit in die Praxis schaffen – wohl schon in den nächsten drei bis vier Jahren.

Erfahren Sie mehr über Sedric und die CeBIT Global Conferences .

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