Startups

Das Geheimnis der Gründerszene: Wer hat, der kann!

Nur wer eine kleine Risikobereitschaft mitbringt, wird ein erfolgreicher Gründer. Doch diese Fähigkeit hat weniger mit Mut zu tun.

28.10.2015 Andreas Weck

Was haben die meisten Entrepreneure gemeinsam? Unternehmergeist? Überzeugungsfähigkeit? Organisationstalent? Ja, auf jeden Fall auch das. Aber da ist noch mehr, das wohl den Großteil erfolgreicher Gründer auf dieser Welt vereint: Fast alle sind in gut situierten Verhältnissen aufgewachsen und haben sich nie Sorgen um Geld machen müssen. Aufgrund dessen – so heißt es vielerorts – sind die Menschen eher dazu geneigt, das Risiko einer Firmengründung einzugehen. Diese These polarisiert zwar, wurde in letzter Zeit jedoch häufiger von repräsentativen Studien renommierter Universitäten gestützt.

Überzeugungsfähigkeit? Organisationstalent?

Gründer
Risikobereitschaft von Haus aus:„Nur wer eine gewisse Sicherheit im Rücken hat, kann über Tiefschläge hinwegsehen!“ (Bild: Shutterstock-Sunny studio)

Vor allem, Geld im Rücken!

Zu diesem Ergebnis kamen beispielsweise auch Ross Levine und Rona Rubenstein von der University of California. Die Forscher haben festgestellt , dass die meisten Gründer in ihrer Analyse weiß, männlich und aus einem Elternhaus stammen, das mindestens zur oberen Mittelklasse gezählt werden kann.

Eine andere Studie beschäftigt sich mit der Risikobereitschaft von Menschen an sich. Das Team um Sandra E. Black und Paul J. Devereux vom US-amerikanischen National Bureau of Economic Research analysierte in dem Rahmen , welche Personen sich auf dem privaten Aktienmarkt besonders einbringen. Das Ergebnis zeigt, dass es vor allem Aktionäre sind, die durchaus zu den Besserverdienenden zählen. Nicht weniger interessant sind die Daten des Global Entrepreneurship Monitor . Darin wird deutlich, dass rund 80 Prozent der Finanzierung neuer Unternehmen auf private Rücklagen der Gründer oder Leihgaben aus dem Freundes- und Familienkreis stammen. Auch hier wird klar: Wer hat, der kann!

Geld bewirkt demnach, dass Menschen in eine Art psychische Widerstandfähigkeit geraten und mögliche Krisen selbstbewusster umschiffen beziehungsweise sie ausblenden.

Nicht selten haben Gründer erfolgreicher Startups schon im Vorfeld weniger erfolgreiche Unternehmungen gestartet, die früher oder später gescheitert sind. Nur wer eine gewisse Sicherheit im Rücken hat, kann über so einen Tiefschlag hinwegsehen und die positiven Erfahrung nutzen, um es beim nächsten Mal besser zu machen.

Ob nun Risiko, Kreativität oder Durchsetzungsvermögen, auf jeden Fall präsentieren sich auf der CeBIT im kommenden März bei SCALE11 mehr als 200 junge Gründer mit ihren Geschäftsideen. Sie geben sicher auch gern Hinweise für jeden, der eine Idee hat, aber noch nicht sein eigenes Unternehmen gegründet hat...

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