Artificial Intelligence

Damit ein System "das Richtige" macht

KI ist faszinierend, aber kein Selbstzweck. Entwickler kümmern sich um die sinnvolle Einbindung der Technologie.

15.03.2017
Künstliche Intelligenz2

Moderne Lernalgorithmen, zum Beispiel tiefe neuronale Netze, sind in der Lage, hochkomplexe Aufgaben selbstständig zu lösen – und mit annähernd menschlicher Präzision. Bisher jedoch agieren diese intelligenten Algorithmen als "Black Box". Das heißt: Es ist überhaupt nicht klar, warum sie zu dieser oder jener Entscheidung kommen und warum sie gelegentlich scheitern.

Mit "Transparent KI" präsentiert das Fraunhofer-Institut für Nachrichtentechnik, Heinrich-Hertz-Institut, HHI, in Halle 6 ein generelles Tool, um komplexe Lernverfahren nachvollziehbar zu machen. In interaktiven Demos zeigen die Berliner Forscher, mit Hilfe welcher Gesichtsmerkmale ein neuronales Netz das Alter einer Person schätzt, welche Strategie es benutzt, um Atari-Spiele zu spielen, und woran es den Unterschied zwischen Hunden und Katzen festmacht. Das Tool ist generell einsetzbar und erlaubt sicherzustellen, dass die künstliche Intelligenz "das Richtige" gelernt hat und sich selbst in unvorhersehbaren Situationen genau so verhält, wie sie sich verhalten soll.

Kernkompetenz von 5Analytics (Halle 11) ist die Integration künstlicher Intelligenz in Business-Prozesse wie die Vertriebssteuerung oder Dynamic Pricing. 2015 wurde die Firma im Raum Stuttgart mit der Überzeugung gegründet, "dass Datenspeicherung und Datenanalyse nicht Selbstzweck sind, sondern notwendige erste Schritte, um ein Unternehmen zu optimieren". Laut 5Analytics "werden Analytics und KI besonders wertvoll, wenn sie ein integraler Bestandteil eines Geschäftsprozesses im Unternehmen sind".

Die 5Analytics-KI-Plattform, das Kernprodukt der Firma, ermöglicht komplexe statistische Analysen und KI-Methoden in Echtzeit. Da sie Schnittstellen zu zahlreichen Applikationen und Datenquellen wie SAP, Oracle, Microsoft oder IBM liefert, ist sie leicht in bestehende Softwarelandschaften zu integrieren. Neben Software bietet die Firma 5Analytics auch Beratung an. Sie wurde mit dem bronzenen Stevie Award 2016 in der Kategorie "Tech-Start-up" ausgezeichnet und ist Mitglied des Telefónica-Start-up-Accelerators Wayra.

Am Beispiel Telefónica Deutschland erklärt 5Analytics-Geschäftsführer Dr. Sebastian Klenk, wofür KI gut ist. Der Mobilfunkanbieter setzt die Softwareplattform ein, um Mitarbeitern Informationen und Handlungsempfehlungen in Echtzeit zu geben. "Vor der Einführung unserer Software mussten Data-Science- und Artificial-Intelligence-Modelle in regelmäßigen Abständen manuell aufwändig neu berechnet werden. Die Resultate wurden dann manuell wöchentlich oder monatlich in die interaktiven Dashboards geladen", so Klenk. "Nun können Nutzer auf die zugrunde liegenden Modelle in Echtzeit zugreifen. So kann Telefónica Auswirkungen von Ereignissen (wie Social-Media-Einträgen im Internet) auf wichtige Prozesse (z.B. Vertragsverlängerungen) ohne Zeitverzug erkennen und direkt reagieren."

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